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Zweitligist präzisiert Sanierungskonzept – Stadion wird verkauft – zum 31. Dezember drohte Insolvenz

Arminia schafft den »Neustart«

Bielefeld (WB). Fußball-Zweitligist Arminia Bielefeld hat auf einer Pressekonferenz über das Sanierungskonzept informiert, durch das der Verein nahezu schuldenfrei sein wird. Außerdem teilte der DSC mit, dass der Verein alle Auflagen des Nachlizensierungsverfahrens der DFL erfüllt habe.

Sebastian Bauer und Jens Brinkmeier

Sport-Geschäftsführer Samir Arabi, Präsident Hans-Jürgen Laufer und Arminias Finanz-Geschäftsführer Markus Rejek (von links) informierten über das Sanierungskonzept. Foto: Thomas F. Starke

Insgesamt käme der Klub durch eine Schuldenbereinigung auf eine Restschuld von unter vier Millionen Euro. Die wolle man in den kommenden fünf Jahren auf Null bringen. Das erklärte der kaufmännische Geschäftsführer Markus Rejek am Mittwochmittag. Dabei verriet Rejek auch, dass dem DSC die Insolvenz drohte. »Es gab eine Liquiditätslücke von 4,6 Millionen Euro für das laufende Geschäftsjahr. Zum 1. Juli 2018 wären weitere 4,5 Millionen Euro abseits des operativen Geschäfts hinzu gekommen«, sagte Rejek.

Mit zukunftigen Erlösen sei die Gegenwart finanziert worden, zudem seien in den Lizenzierungsverfahren immer wieder sehr positive Planungen abgegeben worden, die nicht den Gegebenheiten entsprochen hätten, führte Rejek aus.

Drohende Zahlungsunfähigkeit

Im November habe man ein Sanierungskonzept erstellt. »Wir waren Bittsteller«, sagte Rejek über die Gespräche mit Banken, privaten Gläubigern und den Sponsoren, die sich wie berichtet zum »Bündnis Ostwestfalen« zusammen geschlossen haben. »Ohne die Zustimmung aller Parteien wären wir zum 31. Dezember 2017 zahlungsunfähig gewesen. Das hätte den Totalverlust aller Gläubiger zur Folge gehabt«, so Rejek.

Durch das »Bündnis Ostwestfalen« sei in der Kommanditgesellschaft auf Aktien (KGaA) nun eine Kapitaleinlage von mehr als vier Millionen vorhanden. Bankverbindlichkeiten gebe es nach der Schuldenbereinigung in der KGaA nicht mehr. Gegenüber privaten Gläubigern bleiben etwa 400.000 Euro Verbindlichkeiten. Die Stadiongesellschaft Alm KG werde ebenfalls nahezu schuldenfrei sein, bis auf Verbindlichkeiten gegenüber der Stadt Bielefeld.

Weber zieht sich zurück

Gerhard Weber, langjähriger Geldgeber, will sich laut DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer zurückziehen. Die Anteile Webers in Höhe von einer Million Euro kauft der eingetragene Verein (e.V.) zurück und erhöht dadurch sein Stammkapital auf 3,5 Millionen Euro. Weitere vier Millionen fließen durch das »Bündnis Ostwestfalen« in die KGaA. »Das sind keine Darlehen, sondern liquide Mittel«, erklärte Rejek.

Der Verein bestätigte zudem  den heutigen WESTFALEN-BLATT-Bericht , dass der Verkauf des Stadions eine Bedingung des Sanierunskonzeptes sei. Die Möglichkeit des Rückkaufs sei Voraussetzung für den Verkauf. »Das Stadion gehört uns nur auf dem Papier, es ist hoch verschuldet«, so Rejek. Der Stadionverkauf müsse bis zum 30. Juni 2018 abgeschlossen sein.

Es gebe aber keinen Grund, jetzt die Sektkorken knallen zu lassen. »Wir sind dankbar für das Vertrauen und wollen es zurückzahlen. Dies ist ein sehr starkes Signal und ein Neustart für uns, den wir mit großer Energie betreiben müssen«, erklärte Rejek.

Zudem teilte der DSC mit, dass der Verein  alle Auflagen des Nachlizensierungsverfahrens der DFL erfüllt habe und somit die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Vereins nachgewiesen ist.

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