In gewohntem Umfeld: Der DSC bezieht am Mittwoch sein Quarantäne-Trainingslager in Marienfeld

Arminia schaltet in den Turniermodus

Bielefeld

Bei den Profis von Arminia Bielefeld hält sich die Begeisterung in Grenzen. Doch die Spieler wissen: Um den engen Fußball-Terminplan in diesem Jahr einzuhalten, sind Entbehrungen nötig. An diesem Mittwoch bezieht der Tross des Bundesligisten in Marienfeld/Kreis Gütersloh bis zum Saisonende sein Quarantäne-Trainingslager, das die Deutsche Fußball Liga (DFL) für alle Erst- und Zweitligisten beschlossen hat.

Dirk Schuster

Für knapp zwei Wochen ist die Anlage des Hotels Klosterpforte in Marienfeld – wie hier vor dem Re-Start 2020 – wieder einmal das Zuhause der Arminen. Foto: Thomas F. Starke

Dass die Profis nicht in einer Bundeswehrkaserne isoliert werden, sollte ihnen den Aufenthalt hinter verriegelten Türen erleichtern. In der Luxus-Herberge „Hotel Klosterpforte“ werden Klubverantwortliche ebenso wie das Hotelpersonal gewiss bestrebt sein, den Arminen den Aufenthalt so angenehm wie möglich zu gestalten. Es ist ja auch nicht das erste Mal, dass der DSC in dem Vier-Sterne-Haus Quartier bezieht. Der Gastgeber weiß um die Bedürfnisse der Fußballer. Auch vor dem Re-Start in der Vorsaison hatten die Arminen ihr Corona-Camp in Marienfeld aufgeschlagen.

Der DSC-Tross wird im Sporthotel „Elf“ der Anlage untergebracht sein. Jener Bereich also, in dem bei der Weltmeisterschaft 2006 auch die Nationalmannschaft Portugals um Superstar Cristiano Ronaldo residierte und in dem nach Wunsch der Hotelleitung auch bei der Heim-EM 2024 ein Nationalteam beherbergt werden soll. Die Entscheidung hierüber steht jedoch noch aus.

Jetzt aber kommen erst einmal die Arminen – und sonst niemand. Zwar hatten auch andere Profiklubs wie Union Berlin bei der Klosterpforte angefragt, doch dem DSC wurde eine exklusive Nutzung zugesichert.

Sich auf der 180.000 Quadratmeter großen Anlage frei bewegen zu können und niemandem aus dem Weg gehen zu müssen, sei von erheblichem Wert, sagt DSC-Sport-Geschäftsführer Samir Arabi. Die Größe des Geländes, das nur zu den Spielen verlassen werden darf, sei angesichts der strengen Auflagen durch die DFL ein Gewinn für die Arminen. „Die Spieler können auch mal in Ruhe spazieren gehen und für sich sein, wenn sie wollen“, sagt Arabi.

Im Unterschied zu einem Trainingslager in der Sommer- oder Wintervorbereitung hätten die Profis diesmal mehr Freizeit, die es zu überbrücken gelte, vergleicht der Sportchef. „In der Vorbereitung stehen weit mehr Trainingseinheiten auf dem Plan. Es ist natürlich keine Klassenfahrt, auf die wir uns begeben. Aber im Rahmen des Erlaubten ein gewisses Bei-Programm anzubieten, ist natürlich unser Bestreben.“ Arabi spricht von „Angeboten ohne Zwang“. Die Mischung aus Freiräumen und Teamevents müsse passen. „Darts, Tischtennis und die Playstation“ gehörten wie eigentlich immer mit dazu. Aber auch das gute alte Brettspiel erlebt eine Renaissance. Backgammon stehe bei einigen Spielern hoch im Kurs, sagt der 42-Jährige. Ob noch ein ganz besonderes Highlight eingestreut werde, wolle er noch nicht verraten. Dann wäre der Überraschungseffekt verpufft.

Ein weiterer Unterschied zu den gewohnten Trainingscamps: Anstatt Testspiele zu absolvieren, geht es um die Wurst. „Dadurch herrscht automatisch eine größere Spannung“, sagt Arabi und vergleicht die Situation mit der bei einem Turnier.

Also erst das Halbfinale an diesem Samstag gegen Hoffenheim, und eine Woche später dann das große Finale in Stuttgart? Wer weiß. Denn wenn die Bielefelder Tabellen-16. bleiben, folgen noch mal zwei Endspiele. Ob die betreffenden Teams auch während der Relegation weiter in Isolation bleiben müssen, sei Arabi zufolge noch nicht geklärt.

Wie auch immer: Ein Lagerkoller könnte das große Ziel des Aufsteigers gefährden. Das soll vermieden werden. „Was uns vor der Saison die Wenigsten zugetraut hatten, ist noch machbar: Wir haben es weiterhin selbst in der Hand“, sagt Arabi über Arminias Aussichten im Kampf um den Klassenerhalt. Der Geist von Marienfeld soll helfen, das vermeintlich Unmögliche möglich zu machen.

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