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1:3 – Bielefeld vorne wieder viel zu harmlos – erneut technische Probleme beim Catering

BVB bestraft Arminias Fehler eiskalt

Bielefeld

Die Sensation ist ausgeblieben: Abstiegskandidat Arminia Bielefeld hat das Fußball-Bundesligaheimspiel gegen Titelanwärter Borussia Dortmund am Samstag verloren. Vor 25.000 Zuschauern in der ausverkauften Schüco-Arena unterlag der DSC dem BVB verdient mit 1:3 (0:2) und wartet auch nach neun Spieltagen weiter auf den ersten Saisonsieg.

Von Dirk Schuster

Emre Can versenkt den Elfmeter sicher im Tor von Arminia Bielefeld. Ortega Moreno ist machtlos. Foto: Thomas F. Starke

Unterstützt von den weit mehr als 3000 BVB-Anhängern unter den 25.000 Zuschauern auf der Alm ergriff der BVB prompt die Initiative. Arminia verlegte sich aufs Kontern. Donyell Malen, der den verletzten Erling Haaland im Angriff vertrat, hatte direkt eine Doppelchance. Erst hielt der niederländische Nationalspieler aus 17 Metern drauf, Stefan Ortega Moreno im DSC-Kasten parierte (7. Minute). Nach dem fälligen Eckball kam Malen zum Kopfball, der 22-Jährige setzte den Versuch aber zu hoch an (8.).

Bielefeld lauerte auf Fehler des Gegners – und die beging der alles andere als souveräne BVB in der Folge wiederholt. Der dickste Patzer unterlief Marin Pongracic. Janni Serra, der erneut anstelle von Routinier Fabian Klos in der Spitze aufgeboten wurde, stibitzte den Ball und lief damit allein auf Borussias Schlussmann Gregor Kobel zu. Auf den letzten Metern aber fehlte es an Tempo, zudem legte sich Serra den Ball zu weit vor, die Großchance war dahin (18.).

Zuvor hatte bereits Robin Hack nach einer ansehnlichen Kombination über Alessandro Schöpf und Edimilson Fernandes eine gute Gelegenheit, sein überhasteter Abschluss nach starker Drehung war für Kobel aber leichte Beute (10.).

Der Gastgeber war Mitte des ersten Abschnitts richtig gut im Spiel, das Pressing der Ostwestfalen schmeckte den Borussen ganz und gar nicht. Dortmund wirkte nach dem 0:4 am Dienstag in der Champions League bei Ajax Amsterdam fahrig - und kam dennoch zum Führungstor. Cedric Brunner foulte Malen im Strafraum, den Elfmeter versenkte Emre Can sicher (31.).

Der Bruch im Bielefelder Spiel war unübersehbar. Mit dem Traumtor von Mats Hummels aus 17 Metern zum 0:2 nach verunglückter Kopfballabwehr von DSC-Verteidiger Amos Pieper war die Partie nach 45 Minuten bereits so gut wie entschieden.

Mit zwei unfreiwilligen Assists machten sich die Bielefelder ihr eigentlich ansprechendes Spiel kaputt. Dass in der Schüco-Arena ab einem bestimmten Zeitpunkt zum wiederholten Mal das neu eingeführte digitale Bezahlsystem an den Verpflegungsständen nicht funktionierte, potenzierte den Frust bei den Anhängern erheblich.

„Wir haben weiter technische Probleme beim Catering“, sagte Stadionsprecher Sebastian Wiese während des ersten Durchgangs: „Wir arbeiten weiter an einer Lösung.“ Die Reaktion des Publikums: ein gellendes Pfeifkonzert.

Arminia-Trainer Frank Kramer reagierte auf den Rückstand in der Pause mit der Hereinnahme von Klos. Dafür blieb Serra, dem wie schon eine Woche zuvor in Augsburg so gut wie nichts gelang, in der Kabine. Zudem wurde Guilherme Ramos für Brunner eingewechselt. Der portugiesische Verteidiger gab damit sein Debüt und wusste durchaus zu gefallen.

Auch Dortmund musste personell etwas ändern. Für den angeschlagenen Kobel rückte Marwin Hitz zwischen die Pfosten.

Ramos war dann auch derjenige, der die Partie um ein Haar noch mal spannend gemacht hätte. Doch sein Kopfball nach einer Schöpf-Ecke wurde von Hitz soeben noch zur Ecke abgelenkt (55.). Eine knappe Viertelstunde später war es der eingewechselte Patrick Wimmer, der an Hitz scheiterte (69.).

Jude Bellingham zeigte den Bielefeldern dann, wie es geht. Das Toptalent des BVB setzte sich gefühlt gegen halb Bielefeld durch, um Ortega Moreno mit einem herrlichen Lupfer zu überwinden – 0:3 (73.). Marco Reus hatte den Treffer herausragend vorbereitet, der ansonsten griffige Fabian Kunze verpasste es in der Entstehung des Treffers, diesen zu verhindern.

Arminia steckte nicht auf, der DSC suchte weiter die Tür zum Ehrentor. Und fand sie. Wimmer holte gegen Hummels einen Strafstoß heraus, Klos verwandelte sicher (1:3, 88.). Es war das zweite Saisontor des 33-Jährgen. Stadionsprecher Wiese nutzte den Nachhall des Torjubels, um bekanntzugeben, dass aufgrund der technischen Probleme auch keine Rückzahlung des Becherpfands möglich sei. Das Pfeifkonzert hielt sich diesmal in Grenzen.

Trotz ihres späten Treffers sorgten die Bielefelder für eine historische Negativmarke: Nie zuvor waren die Ostwestfalen nach neun Bundesliga-Spieltagen noch ohne Sieg.

So spielten sie

Bielefeld: Ortega Moreno – Brunner (46. Ramos), Pieper, Nilsson – Fernandes (64. Wimmer), Prietl, Kunze, Laursen (74. Czyborra) – Schöpf – Hack (74. Krüger), Serra (46. Klos)

Dortmund: Kobel (46. Hitz) – Akanji, Pongracic, Hummels (88. Maloney) – Wolf, Can (76. Witsel), Hazard – Bellingham, Brandt (76. Reinier) – Reus, Malen (66. Tigges)

Schiedsrichter: Brand (Gerolzhofen)

Zuschauer: 25.000

Tore: Can (31. Foulelfmeter), 0:2 Hummels (45.), 0:3 Bellingham (72.), 1:3 Klos (87., Foulelfmeter)

Gelbe Karten: Kunze / -

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