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Arminia Bielefeld verdient sich beim 3:3 in München einen Punkt

Beinahe Weltpokalsiegerbesieger

Arminia Bielefeld war dicht dran, den Weltpokalsieger zu besiegen. Doch am Ende reichte es nach einer 2:0-Pausenführung in einem großartigen Fußball-Bundesligaspiel beim Klubweltmeister FC Bayern München am Montagabend doch „nur“ zu einem 3:3.

Dirk Schuster 

Amos Pieper traf zum 2:0 für Bielefeld. Foto: Thomas F. Starke

WB. DSC-Trainer Uwe Neuhaus ermöglichte Winter-Neuzugang Michel Vlap, Leihgabe vom belgischen Topklub RSC Anderlecht, auf Anhieb dessen DSC-Debüt. Der 23-Jährige ersetzte den zuletzt formschwachen Marcel Hartel. Der andere Winter-Neuzugang, Masaya Okugawa, saß auf der Bank. Andreas Voglsammer erhielt nach langer Verletzungspause den Vorzug gegenüber dem Japaner.

Auch Manuel Prietl gab nach fünf Spielen Pause aufgrund muskulärer Probleme sein Comeback. Gemeinsam mit Fabian Kunze bildete der Österreicher die defensive Absicherung im Mittelfeld.

„Wir brauchen defensive Disziplin“, sagte Uwe Neuhaus vor der Partie. Der DSC-Trainer hatte dabei natürlich auch die acht Gegentore in den beiden vorherigen Partien im Blick, er warnte aber auch: „Wir dürfen nicht nur verteidigen. Wenn wir nur hinterherlaufen und keine Gefahr ausstrahlen, kommt der Bumerang irgendwann zurück.“

Den Münchnern fehlte unter anderem der an Corona erkrankte Thomas Müller. Seinen Platz im offensiven Mittelfeld nahm Eric Maxim Choupo-Moting ein.

Die Bayern übernahmen direkt die Kontrolle, in Führung gingen aber die Gäste. Mit einem feinen Zuspiel ermöglichte Prietl dem Niederländer Vlap einen Traumeinstand. Ballannahme und Abschluss waren aus einem Guss, Manuel Neuer war beim Schuss des Bielefelder Offensivmannes ohne Abwehrchance (0:1, 9. Minute).

Der erste Schritt auf dem langen Weg zum „Weltpokalsiegerbesieger“ war im Münchner Schneetreiben damit gemacht.

Tagelang hatten die Schneemassen in Bielefeld Arminias Vorbereitung auf die Partie vermeintlich negativ beeinträchtigt – doch plötzlich schien sich genau das gegen die sonnenverwöhnten Bayern, die erst am Freitag von der Klub-WM aus Katar zurückgekehrt waren, als kleiner Vorteil zu erweisen.

Als dann auch noch unvermittelt Amos Pieper im Strafraum der Bayern vorbeischneite und einen Eckball von Vlap per Kopf versenkte (37.), nahm die Sensation weiter Formen an.

Nach dem Wechsel legten die Bayern dann einen Zahn zu. Robert Lewandowski verkürzte traumhaft auf 1:2 (48.). Doch nur eine Minute später schüttelte Voglsammer Bouna Sarr ab und bediente den mitgelaufenen Christian Gebauer. 3:1 für Bielefeld (49.) – unfassbar.

Nachdem Corentin Tolisso erneut verkürzen konnte (57.), geriet Arminia ins Wanken. Und tatsächlich glich Alphonso Davies zwölf Minuten später zum 3:3 aus (69.).

Doch die Ostwestfalen meldeten sich noch einmal zurück: Sergio Cordova traf zum 4:3, doch Vorlagengeber Klos hatte zuvor eine halbe Fußlänge im Abseits gestanden (72.) – bitter.

Fabian Kunze probierte es kurz vor dem Ende noch mit einem Fernschuss, doch die besseren Möglichkeiten zum Sieg hatten die Bayern. Lewandowskis Kopfball war schon auf dem Weg ins Tor, der bärenstarke Klos aber rettete auf der Linie (88.).

Es blieb beim gerechten 3:3. Drei Tore in einem Spiel waren den Arminen bisher in dieser Saison nur beim 3:0 gegen Stuttgart gelungen. Interessant: Für alle drei Bielefelder Torschützen war es der Debüttreffer in der Fußball-Bundesliga.

So spielten sie

Bayern München: Neuer - Sarr (58. Kimmich), Süle, Lucas Hernández, Davies - Tolisso, Alaba - L. Sané, Choupo-Moting, Coman - Lewandowski

Arminia Bielefeld: Ortega - Brunner, Pieper, Nilsson, Laursen - Prietl - Doan (41. Gebauer), Kunze, Vlap (62. Cordova), Voglsammer (62. Seufert) - Klos (89. van der Hoorn)

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)

Tore: 0:1 Vlap (9.), 0:2 Pieper (37.), 1:2 Lewandowski (48.), 1:3 Gebauer (49.), 2:3 Tolisso (57.), 3:3 Davies (69.)

Gelbe Karten: Tolisso (1) / Kunze (4)

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