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Vor dem Gastspiel in Dresden steht Arminias Abwehr auf dem Prüfstand – Mit Video

Börner: »Auch nur Menschen«

Bielefeld (WB). Was heckt Jeff Saibene aus, um die Gegentorflut in den Griff zu bekommen? Am Montag, einen Tag nach dem  bitteren 3:4 (2:1) bei Darmstadt 98 , ließ Arminia Bielefelds Coach hinter verschlossenen Türen trainieren.

Dirk Schuster

Wackelkandidaten: Brian Behrendt (links) und Julian Börner halten hinten nicht dicht. Foto: Thomas F. Starke

Es bedarf wenig Fantasie, um sich vorzustellen, dass Saibene vor dem nächsten Spiel am Mittwoch in Dresden (18.30 Uhr, DDV-Stadion) vorrangig die Abwehr justiert haben dürfte. In den vergangenen 180 Minuten hat sein Team acht Treffer kassiert, elf sind es nun insgesamt. Damit stellt Bielefeld nach sechs Spieltagen gemeinsam mit Aufsteiger Duisburg die anfälligste Defensive der 2. Liga.

»Die Basis für unser Spiel sind neben der absoluten Konzentration die unbedingte Gier und Galligkeit, unser eigenes Tor zu verteidigen – und zwar mit aller Konsequenz«, sagt Sport-Geschäftsführer Samir Arabi: »Genau das hat uns in der Vergangenheit ausgezeichnet, und da gilt es schleunigst wieder hinzukommen.«

Wackelnde Abwehr

Während Linksverteidiger Florian Herherz nach seinem schwachen Auftritt beim vorherigen 0:4 gegen Duisburg diesmal der stabilste Abwehrspieler war, bekamen die Innenverteidiger Julian Börner und Brian Behrendt im zweiten Durchgang keinen rechten Zugriff mehr. Über die zu vielen verlorenen Zweikämpfe meinte Kapitän Börner: »Wir sind auch nur Menschen. Man kann uns nicht so programmieren, dass wir jeden Zweikampf gewinnen. Ab und zu verlieren wir auch mal einen. Andernfalls würde ich vielleicht in der Champions League spielen oder Weltmeister sein – aber auch die verlieren mal Zweikämpfe.« Gleichwohl, räumte Börner ein, dass acht Gegentore in den letzten zwei Spielen natürlich »scheiße« seien.

Auffällig ist: Seit Stephan Salger vor dem Duisburg-Spiel seinen Platz in der Innenverteidigung zu Gunsten des nach einer Knöchelverletzung genesenen Börner hat räumen müssen, ist Arminia hinten anfällig. Sehr gut möglich, dass der 27-Jährige nun ins Team zurückkehrt. Da Börner als Kapitän weiter gesetzt sein dürfte, könnte es Behrendt erwischen.

Auch Dynamo hat große Ziele

Mit welchen Abwehrkräften auch immer: Die Fehler in der Defensive gelte es Arabi zufolge »schnellstens abzustellen. Denn jede Mannschaft in der 2. Liga ist in der Lage, solche Nachlässigkeiten brutal auszunutzen.« So auch Dynamo Dresden. Am Sonntag siegten die Sachsen mit 2:0 in Regensburg, gehen demzufolge mit viel Selbstvertrauen in ihr Heimspiel gegen Bielefeld. »Wir haben uns in der Englischen Woche ein bisschen was vorgenommen. Das war der perfekte Start«, sagte Dynamo-Verteidiger Florian Ballas.

Die Ostwestfalen werden nach der  bitteren Erfahrung in Darmstadt mit Referee Florian Badstübner (26) nun auf einen souveräneren Spielleiter hoffen. Benedikt Kempkes (32) aus Thür/Rheinland-Pfalz steht in Dresden vor seinem elften Einsatz als Zweitligaschiedsrichter. Sein Kollege Bad­stübner hatte den Arminen in Darmstadt in einer aussichtsreichen Situation einen Vorteil abgepfiffen. Aus dem möglichen 3:1 wurde nichts. Arabi: »Ich finde es sehr positiv, dass der Schiedsrichter sich schon in der Halbzeit entschuldigt hat. Übrigens hat der Vierte Offizielle zudem eingeräumt, dass eine nur zweiminütige Nachspielzeit angesichts von vier Toren und sechs Spielerwechseln im zweiten Durchgang sehr wenig gewesen sei. Ich kann mir vorstellen, dass bei vier oder fünf Minuten mindestens noch eine brenzlige Situation für Darmstadts Abwehr entstanden wäre, auch wenn die Schuld für die Niederlage sicher nicht allein beim Schiedsrichter zu suchen ist.«

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