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Kommentar zu Arminia Bielefeld

Da kann nichts mehr schiefgehen

Geht nicht? Gibt’s nicht! Schon gar nicht bei Arminia. Die Geschichte dieses Klubs ist derart reich an Kuriositäten, dass der eine oder andere Fan auch jetzt noch zweifelt, ob es mit dem Aufstieg in diesem Jahr tatsächlich klappen wird.

Dirk Schuster

Zwei Protagonisten, die sich blendend verstehen: Torjäger und Kapitän Fabian Klos (links) und Trainer Uwe Neuhaus haben erheblichen Anteil am Erfolg des DSC Arminia Bielefeld in dieser Saison. Mit ihnen freuen sich nach dem Abpfiff die Co-Trainer Peter Nemeth, Sebastian Hille und Physiotherapeut Michael Schweika. Foto: Thomas F. Starke

Es sei erinnert an die vermaledeite Relegation gegen Darmstadt 98 im Jahr 2014. 3:1 hatte der DSC das Hinspiel auswärts gewonnen, um daheim durch ein 2:4 nach Verlängerung doch noch in die 3. Liga abzustürzen.

Oder man denke an die Bundesligasaison 2002/2003. Unter Trainer Benno Möhlmann schien der Bundesliga-Klassenerhalt nach dem 28. Spieltag und einem 2:1 gegen 1860 München schon gesichert. Doch zwei Remis und vier Pleiten später fanden die Ostwestfalen sich dann doch in der Zweitklassigkeit wieder.

Es würden einem schon noch ein paar Beispiele mehr einfallen.

Diesmal aber muss sich niemand mehr Sorgen machen. Neun Punkte und 18 Tore Vorsprung auf den Tabellendritten Stuttgart – das kann nicht mal mehr Arminia noch vergeigen.

16 Jahre, nachdem Uwe Rapolder die Ostwestfalen zum letzten Mal in die 1. Liga gehievt hatte, tritt ein anderer Uwe nun in seine Fußstapfen. Uwe Neuhaus hat aus dem Abstiegskandidaten Arminia innerhalb von nur 18 Monaten einen Quasi-Erstligisten gemacht. Wie konnte das gehen?

Obwohl er bislang selbst noch nicht als Trainer in der 1. Liga gearbeitet hat, hat der 60-Jährige dem Team früh den Glauben, später gar die Überzeugung vermittelt, dass er ganz genau weiß, welcher Weg die Mannschaft und ihn ans Ziel der Träume führt.

Für Team und Trainer ist es bedauerlich, dass in Corona-Zeiten viele Emotionen auf der Strecke bleiben. Keine Feier auf dem Rathausbalkon, kein Bad in der Menge – das hatten sich alle Beteiligten anders vorgestellt.

Die Arminen müssen nun hoffen, dass zu Beginn der neuen Saison wieder Zuschauer in den Stadien zugelassen sein werden. So könnten sich Neuhaus und Co. einen Teil ihres verdienten Lohns für ihre Arbeit dann wenigstens mit ein bisschen Verspätung abholen. Stolz auf das Geleistete dürfen die Protagonisten, zu denen auch das Geschäftsführer-Duo Samir Arabi/Markus Rejek zählt, aber auch jetzt schon sein.

Es ist Arminias achter Aufstieg in die Beletage. So häufig schaffte sonst nur der 1. FC Nürnberg den Sprung nach oben. Den Titel Rekordabsteiger haben die Franken exklusiv. Fragt sich nur wie lange? Wenn es nach Uwe Rapolder geht zumindest eine ganze Weile. „Arminia kann sich wieder drei, vier Jahre in der 1. Liga halten“ , sagt er. Wenn es einer einschätzen kann, dann er.

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