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Arminia verliert nach ansprechender erster Halbzeit deutlich in Dortmund - Diskussionen um Neuhaus dürften von neuem beginnen

Das nächste 0:3

Dortmund/Bielefeld

Arminia Bielefeld droht in der Fußball-Bundesliga das Abrutschen auf einen direkten Abstiegsplatz. Nach der verdienten 0:3 (0:0)-Niederlage am Samstag bei Borussia Dortmund könnte Mainz 05 nun am DSC vorbeiziehen und die Ostwestfalen so von Rang 16 verdrängen. Die Rheinhessen erwarten am Sonntag den FC Augsburg.

Dirk Schuster

Für Uwe Neuhaus und den DSC Arminia war in Dortmund nichts zu holen. Foto: Thomas F. Starke

Mit der Niederlage beim BVB und nur einem Punkt aus den ersten fünf Rückrundenspielen bei einem desaströsen Torverhältnis von 5:17 gibt es wenig zu beschönigen. Der Fehlstart in den zweiten Saisonteil ist damit perfekt. Und die Diskussionen um Trainer Uwe Neuhaus, der bereits nach einer Niederlagenserie in der Hinrunde angezählt war, dürften damit erneut beginnen. Bereits acht Tage zuvor hatte der Coach mit seinem Team auch gegen den VfL Wolfsburg mit 0:3 verloren.

Die Ostwestfalen hatten in Dortmund gleich zu Beginn ein paar heikle Situationen zu überstehen. Erst warf sich die halbe Defensive in einen Schuss von Jude Bellingham (4.), dann verfehlte ein Versuch von Giovanni Reyna das DSC-Tor nur knapp.

Bielefeld fing sich schnell und nahm fortan auch am Spiel teil. Für Ritsu Doan (6.) und Fabian Kunze (12.) ergaben sich sogar zwei Halbchancen.

Arminia verteidigte diszipliniert, das kantige Vorgehen des Außenseiters verdarb dem Gastgeber vorübergehend ein wenig die Lust am Spiel. Gegen Ende des ersten Abschnitts zog der Champions-League-Achtelfinalist dann aber wieder das Tempo an. Die DSC-Defensive geriet nun ein ums andere Mal ins Schwimmen. Reus traf nach einem Standard im Nachschuss nur die Latte (29.), Reyna scheiterte wenig später am Außennetz (33.) und Haaland zweimal an Stefan Ortega Moreno (38., 39.). Arminias Keeper rückte nun mehr und mehr in den Mittelpunkt, hielt seine Kasten bis zum Pausenpfiff aber sauber.

Um ein Haar wären die Gäste sogar noch in Führung gegangen. Doch der klägliche Schussversuch von Sergio Cordova, der etwas überraschend für Winter-Zugang Michel Vlap in die Startelf gerückt war, hoppelte am langen Pfosten vorbei (43.).

„Vlap hatte unter der Woche Probleme, er musste drei Tage mit dem Mannschaftstraining aussetzen“, erklärte DSC-Coach Uwe Neuhaus die Maßnahme und sprach mit Blick auf noch viele weitere wichtige Partien von einer „Vorsichtsmaßnahme“. Für den 61-Jährigen war die Begegnung in der Dortmunder Arena eine Rückkehr an die alte Wirkungsstätte. Neuhaus arbeitete von 1998 bis 2004 sechs Jahre lang als Co-Trainer bei den BVB-Profis. Michael Skibbe, Bernd Krauss, Udo Lattek und Matthias Sammer waren in dieser Zeit seine Vorgesetzten. Auf dem Weg zum Stadion, so Neuhaus, sei „das Kopfkino angegangen“, wie er beim TV-Sender Sky erzählte.

Bei den Borussen brachte Trainer Edin Terzic im Vergleich zum 4:0 im Derby beim FC Schalke zwei neue Kräfte. Bellingham und Reyna begannen für Thomas Delaney (fiebriger Infekt) und Julian Brandt (Bank). Stammkeeper Roman Bürki kehrte nach überstandener Verletzung zwar in den Kader zurück, saß aber nur auf der Bank. Für ihn stand erneut Marwin Hitz zwischen den Pfosten.

„Die Bielefelder spielen immer ihren Fußball, egal wie die Tabellensituation aussieht. Das hat man in München gesehen und auch gegen Wolfsburg hatten sie ordentliche Phasen, auch wenn es 0:3 ausging“, hatte Terzic vor der Partie erklärt.

Zweite Hälfte

Drei Minuten nach Wiederbeginn war es dann aber soweit. Jadon Sancho legte ab auf Mahmoud Dahoud, der Ortega Moreno mit einem 16-Meter-Schuss überwand (48.).

Damit war das Urteil im Grunde bereits gesprochen. 13 Mal waren die Bielefelder in dieser Saison in Rückstand geraten und holten aus diesen Partien fortan keinen Punkt mehr.

Und als Sancho nur zehn Minuten später per Strafstoß - Amos Pieper hatte Marco Reus von den Beinen geholt - auf 2:0 (58.) erhöhte, nahm die Partie ihren erwarteten Verlauf.

Zwar kam Fabian Klos noch zu einer dicken Gelegenheit, um auf 1:2 zu verkürzen. Doch dem Versuch des Kapitäns fehlte die Entschlossenheit (62.). Stattdessen sorgte der Brasilianer Reinier für den 3:0-Endstand (81.).

Für die Arminen geht es in der Bundesliga am Sonntag, 7. März mit dem Heimspiel gegen Union Berlin weiter. Nach nur einem Pünktchen aus den ersten fünf Rückrundenpartien ist das für alle, insbesondere für Trainer Neuhaus, ein ganz wichtiges Spiel.

Die Partie in Bildern? Zur Fotostrecke.

Die Dortmunder gastieren ihrerseits am Samstag beim Spitzenreiter FC Bayern München.

Daten und Fakten

Dortmund: Hitz, Morey (80. Meunier), Guerreiro, Hummels (85. Zagadou), Sancho, Dahoud (85. Brandt), Bellingham, Can, Reyna (69. Hazard), Haaland, Reus (80. Reinier)

Bielefeld: Ortega Morena, Pieper, Nilsson, Laursen, Brunner, Doan (75. Okugawa), Kunze (75. Seufert), Prietl, Klos (62. Vlap), Córdova (62. Schipplock), Voglsammer (62. Gebauer)

Schiedsrichter: Tobias Reichel, Arne Aarnink, Christian Barndurski

Tore: 1:0 Dahoud (48.), 2:0 Sancho (58.), 3:0 Reinier (81.)

Gelbe Karten: - / Pieper, Kunze, Prietl

Rote Karten: -

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