1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. DSC Arminia Bielefeld
  4. >
  5. „Das sollte nicht vorkommen“

  6. >

Nach dem 4:0 in Bielefeld stört nur Schicks Jubelpose die heile Bayer-Welt

„Das sollte nicht vorkommen“

Bielefeld

Leverkusens junge Garde geht nach dem Sieg in Bielefeld als punktgleicher Zweiter in das Spitzenduell mit Tabellenführer FC Bayern. Schöner könnte es eigentlich nicht sein. Doch eine provokante Geste von Matchwinner Patrik Schick sorgt für Misstöne.

Von Ulf Zimmermann

Patrik Schicks Muskelmann-Jubel gefiel den Fans von Arminia Bielefeld ganz und gar nicht. Foto: Starke

Alles passte für Bayer Leverkusens junge Wilde am Ende eines weiteren perfekten Fußball-Tages – fast alles. Nach einem 4:0 bei Arminia Bielefeld gingen Toptalent Florian Wirtz und Co. zwar mit dem Hochgefühl vom Platz, nach der Länderspielpause als punktgleicher Tabellenzweiter auf Augenhöhe in das Topspiel bei Spitzenreiter FC Bayern München zu gehen. Aber ausgerechnet „Matchwinner“ Patrik Schick sorgte mit einer fahrlässigen Muskelmann-Geste für einen Missklang und Verstimmung bei seinem Chef.

„Diese Jubelpose vor den Bielefelder Fans war unglücklich, dafür Entschuldigung von unserer Seite“, sagte Leverkusens neuer Trainer Gerardo Seoane nach dem Spiel und rüffelte den zweifachen Torschützen Schick für seinen Übermut. Der 25-Jährige war nach seinem ersten Treffer (24.) zur Eckfahne gelaufen und zeigte den Bielefelder Fans im Stile eines Bodybuilders seine Muskeln. Dafür wurde er fortan bei jeder Ballberührung ausgepfiffen. Nach dem Spiel regneten auf den Tschechen in der Interview-Zone Bierbecher der wütenden Anhänger herab.

„Es war sicher keine bewusste Provokation, sondern eine Instinkt-Reaktion mit seinem Jubel. Aber wir in Leverkusen würden uns auch nicht freuen, wenn so etwas passiert. Und das sollte auch nicht vorkommen“, sagte der Schweizer Seoane. Schick ließ trotz der wütenden Reaktionen der Zuschauer seinen zweiten Treffer per Kopf (57.) folgen, das 1:0 durch Moussa Diaby (18.) hatte er geschickt vorbereitet. Den Schlusspunkt setzte Routinier Kerem Demirbay mit einem verwandelten Handelfmeter in der Nachspielzeit (90.+2).

Schicks Gedankenlosigkeit und das fast schon vergessene 3:4 am vierten Spieltag gegen Dortmund waren eigentlich die einzigen richtigen Misstöne in der in dieser Saison sportlich nahezu perfekten Bayer-Welt. Acht von zehn Pflichtspielen hat Leverkusen gewonnen, in der Bundesliga hat man wie die Bayern 16 Punkte vor dem Gipfel am 17. Oktober.

Startseite