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Arminia kassiert fünf Nackenschläge gegen Frankfurt – Neuhaus: Zwei Tage kein Training, um „die Köpfe frei zu kriegen“

„Das war niederschmetternd“

Bielefeld (WB)

Nach der 1:5 (1:3)-Heimklatsche gegen Eintracht Frankfurt gab Arminia Bielefelds Trainer Uwe Neuhaus seinen Spielern zwei Tage frei.

Jens Brinkmeier

Viermal sorgten die Frankfurter dafür, dass Arminias Torwart Stefan Ortega Moreno geschlagen wurde. Hinzu kam ein Eigentor von Joakim Nilsson. Foto: Thomas F. Starke

Natürlich nicht, weil er so zufrieden mit der Leistung gegen die Hessen gewesen wäre. Aber Neuhaus hielt es nach der Englischen Woche und vor dem wichtigen Spiel am kommenden Sonntag (15.30 Uhr) beim Kellerkonkurrenten 1. FC Köln für wichtig, „die Köpfe frei zu kriegen“.

Erholung scheint dringend geboten, das zeigte sich bei der zweithöchsten Saisonniederlage (nach dem 0:5 bei Union Berlin Anfang November) und der höchsten Heimpleite dieser Spielzeit. „Wir waren nicht so frisch. Ich glaube, dass die Spieler auch gespürt haben, dass wenig zu bestellen ist. Dieses Gefühl hatte ich von Anfang an: dass wir heute nicht dazu in der Lage sind, dass die körperlichen Voraussetzungen in der Englischen Woche nicht mehr gegeben waren“, sagte Neuhaus nach dem Abpfiff.

Fünf Nackenschläge mussten die Bielefelder gegen eine starke Frankfurter Mannschaft verdauen. „Innerhalb von knapp zehn Minuten war das Spiel entschieden. Das hinterlässt natürlich Wirkung. Das war niederschmetternd. Mit dem 4:1 war das Spiel gelaufen. Das haben die Spieler gemerkt, das konnte man auch außen spüren“, gab der erfahrene Coach seine Eindrücke von der Seitenlinie wieder.

Das Frankfurter Torfestival begann für dir Arminen durchaus unglücklich. Bei einem Klärungsversuch im eigenen Strafraum schoss Joakim Nilsson seinen Innenverteidiger-Kollegen Amos Pieper an. Von dem prallte der Ball ab und vor die Füße von Andre Silva. Der Eintracht-Stürmer hatte wenig Mühe, die Führung zu erzielen (25. Minute). Nur zwei Minuten später drosch der beste Spieler auf dem Platz, Filip Kostic, den Ball aus knapp 30 Metern zum 2:0 für die Gäste ins Netz. Und nur wenig später erhöhte erneut Silva auf 3:0 (33.). Als Sergio Cordova mit einem schönen Kopfball seinen ersten Treffer im Arminia-Trikot erzielt hatte (36.), keimte ein wenig Hoffnung beim Gastgeber auf. Doch diese erstarb, als Nilsson mit einem Eigentor das vierte Frankfurter Tor beisteuerte (51.).

Hartel: Werden aus den Fehlern lernen

Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Luka Jovic in der 75. Minute. Cedric Brunner, der das zweifelhafte Vergnügen hatte, zumeist direkter Gegenspieler von Kostic zu sein, sagte: „Alles, was uns in den letzten Spielen ausgezeichnet hat – das kompakte Verteidigen, das aggressive Draufgehen – haben wir komplett vermissen lassen. Heute hat man gesehen, wie schlecht man sich fühlen kann als Verteidiger, wenn man überhaupt keinen Zugriff hat.“

Ganz anders die Gefühlswelt bei den Frankfurtern, die aus den vergangenen sieben Spielen 17 von 21 möglichen Punkten geholt haben. „Wir haben gezeigt, dass wir vor Selbstvertrauen strotzen. Man sieht, dass die Mannschaft gut in Schuss ist“, freute sich Eintracht-Coach Adi Hütter.

Gut in Schuss waren die Arminen vor der Demontage. Aus drei Spielen vor Frankfurt holte der DSC sieben Punkte und blieb ohne Gegentor. Die Hoffnung ist nun, dass das 1:5 ein Ausrutscher war. Und dass das Team einmal mehr die passende Reaktion zeigen wird. „Wir werden das Spiel analysieren und aus unseren Fehlern lernen. Wir sind auch nach unserer Niederlagen-Serie stark zurückgekommen“, meinte Mittelfeldspieler Marcel Hartel mit Blick auf die sieben Pleiten am Stück vom dritten bis zum neunten Spieltag. Danach folgten 13 Zähler aus acht Partien – bis die Eintracht kam.

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