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Nach dem Scheitern 2010 und 2015 soll Arminias Rettung 2018 klappen

Der dritte Versuch

Bielefeld (WB). Schon mehrfach war das rettende Ufer in Sicht. Finanziell in Sicherheit bringen konnte sich Arminia am Ende aber doch nicht. Das wirtschaftliche und sportliche Überleben blieb über Jahre ein Drahtseilakt.

Sebastian Bauer

So berichtete das WESTFALEN-BLATT im Januar 2010 über den angestrebten Rettungsversuch von Arminia, der am Ende scheiterte.

Schuldenschnitt, enorme Finanzspritzen und breite Unterstützung für den Klub der Ostwestfalen von ostwestfälischen Unternehmern, Stadt Bielefeld und dem Land Nordrhein-Westfalen gehören in Arminias Historie zu den wiederkehrenden Themen. Aber wohl nie war der DSC so dicht davor, mit Hilfe vom aktuellen »Bündnis Ostwestfalen« für eine gesicherte Zukunft zu sorgen , wie in diesem Jahr. Wie das WESTFALEN-BLATT erfuhr, stehen die Gespräche für das Arminia-Hilfspaket kurz vor dem Abschluss. Erst am Donnerstag kam es nach Informationen dieser Zeitung in Halle zu einem wichtigen Treffen mit Geldgeber und Bündnis-Antreiber Gerhard Weber, bei dem final Details besprochen werden sollten.

All das wird sich auch positiv auf die sportlichen Möglichkeiten auswirken . Konkreter dazu äußern wollte sich Sportchef Samir Arabi am Donnerstag aber nicht: »Wir begegnen der bekundeten Hilfsbereitschaft namhafter und traditionsreicher ostwestfälischer Unternehmen mit Demut. Wir wissen, dass wir in einer Situation sind, in der wir auf fremde Hilfe angewiesen sind. Insofern verbietet es sich, Luftschlösser zu bauen. Darüber hinaus sind die Gespräche und Verhandlungen nicht abgeschlossen.«

Gleiches Rettungspaket schon 2010 geplant

Ein Rettungspaket dieses Ausmaßes war bereits 2010 geplant. Vor fast genau acht Jahren, am 15. Januar 2010, teilte der damalige Schüco-Geschäftsführer Dirk U. Hindrichs der Öffentlichkeit mit, dass ein Investoren-Pool mit 15 Unternehmern Arminia helfen wolle. »Das Mittelfeld der 1. Liga ist nicht möglich ohne eine außergewöhnliche Aktion wie diese«, betonte Hindrichs damals. Zur Erinnerung: Der DSC war acht Monate zuvor aus der Bundesliga abgestiegen und quälte sich bereits mit einer enormen Verschuldung durch die Saison.

Hindrichs Vorhaben erwies sich als Luftnummer, weil die angepriesenen Geldgeber ihm nicht folgen wollten. Im Mai 2010 drohte dem DSC sogar die Insolvenz. Nur mit Finanzspritzen von Geldgebern wie Gerhard Weber konnte die Pleite abgewendet und die Lizenz für die 2. Liga gesichert werden. Wegen Verstößen gegen Lizenzierungsauflagen wurden den Arminen am Saisonende zudem vier Punkte abgezogen. Der Rückstand auf einen direkten Aufstiegsplatz betrug am Ende 15 Punkte. Ein Jahr später folgte der Absturz in die 3. Liga.

Zweite Schuldenbereinigung 2015

Parallel zum nicht realisierbaren Rettungspaket war das damalige Präsidium bemüht, für den Schuldenschnitt zu sorgen. Mit NRW-Finanzminister Helmut Linssen war man sich über die Ablösung der Stadionbürgschaft bereits einig. Die Gesamtschulden sollten auf zehn Millionen Euro sinken. Am Ende scheiterte das Vorhaben aber doch. »Wir waren auf einen guten Weg. Viele Gespräche waren erfolgreich und der Schuldenschnitt absehbar. Am Ende wollten aber nicht alle diesen Weg mitgehen, weshalb es nicht dazu gekommen ist«, sagt der damalige DSC-Schatzmeister Andreas Mamerow. Bedingung von Land und Banken soll eine Planinsolvenz gewesen sein, die aber nicht allen Beteiligten passte.

Der zweite Versuch zur Schuldenbereinigung erfolgte im Frühjahr 2015. Wieder war eine DSC-Delegation im NRW-Finanzministerium zu Gast. Doch dieses mal erteilte das Land dem Klub eine Absage. Der Grund: Durch das Erreichen des DFB-Pokalhalbfinales hatte der damalige Drittligist viele Prämien kassiert. Auch wenn diese wirtschaftlich nicht nachhaltig halfen, sah das Land aufgrund der Bielefelder Einnahmesituation keinen Grund, seine Unterstützung zuzusagen.

Geldgeber verzichten auf Rückzahlungen

2018 ist die Situation viel positiver . Der Verzicht von Geldgebern auf Darlehensrückzahlungen ist so gut wie sicher. Auch das Land NRW soll beim Verzicht auf einen erheblichen Teil der Stadionbürgschaft (insgesamt 9,7 Millionen Euro) mitspielen. Frisches Geld von Sponsoren und Gönnern ist ebenfalls sicher. Die Banken sind sich mit dem Konsortium einig, nur die Stadt Bielefeld muss noch endgültig zustimmen, dass man auf eine Bürgschaft in Höhe von 364.000 Euro verzichtet – auch hier sind die Signale klar positiv.

Hinzu kommen die finanziellen Zusagen von Oetker, Schüco, der Unternehmerfamilie Anstoetz und von Paul Gauselmann (Gauselmann-Gruppe). Schon einmal hatte der Unternehmer aus der Automatenwirtschaft dem DSC Arminia mit einer Millionen Euro unter die Arme gegriffen. Nun hat Gauselmann erneut seine Unterstützung zugesagt. Und noch weitere Unternehmen sollen Hilfe signalisiert haben.

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