Arminia könnte mit Sieg gegen Hoffenheim dem Klassenerhalt nah kommen – Trainer Kramer will nicht rechnen

Der „große Traum“ soll wahr werden

Bielefeld

Arminia Bielefeld könnte an diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) einen riesengroßen Schritt in Richtung Klassenerhalt machen.

Jens Brinkmeier

Gelingt dem DSC unter Frank Kramer (links) die Rettung, hätte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi mit dem Trainerwechsel alles richtig gemacht. Foto: Thomas F. Starke

Vorausgesetzt, der Aufsteiger gewinnt das Heimspiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim. Dann könne der „große Traum Wirklichkeit werden“, wie es Sport-Geschäftsführer Samir Arabi ausdrückt.

Der 42-Jährige lobt die Spieler dafür, gegen jede Expertenmeinung zwei Spieltage vor Schluss überhaupt noch im Rennen um den Klassenerhalt zu sein. „Vor der Saison haben so ziemlich alle darauf getippt, dass wir zwei Spieltage vor Saisonende schon abgestiegen sind – mit deutlichem Punkterückstand. Die Mannschaft hat sich diese Chance erarbeitet und verdient. Sie hat schon etwas gewonnen, weil sie da steht, wo sie steht. Jetzt will sich die Mannschaft für die harte Arbeit des ganzen Jahres belohnen“, so Arabi.

Auch Trainer Frank Kramer, seit Anfang März im Amt, stellt fest, dass „die Chance lebt. Jetzt müssen wir sie beim Schopfe packen“, fordert er. Arminia belegt mit 31 Punkten den 16. Platz, also den Relegationsrang. Mit einem Sieg gegen Hoffenheim (39 Punkte, Platz elf) würde der DSC auf 34 Zähler kommen und an Augsburg (33) oder Bremen (31), die im direkten Duell aufeinander treffen, vorbeiziehen. Sollte der 1. FC Köln (29) zeitgleich bei Hertha BSC (34) verlieren, könnte Köln neben Schlusslicht Schalke (13) der zweite Absteiger sein – falls Bremen siegt. Bielefeld könnte dann am letzten Spieltag schlimmstenfalls auf den Relegationsrang zurückfallen. Auch das wäre ein Erfolg, den viele nicht für möglich gehalten hätten. Die Rettung aus eigener Kraft ist also möglich.

Für Kramer sind Blicke weg vom eigenen Spiel hin nach Augsburg oder Berlin während der 90 Minuten aber tabu. „Es ist der vorletzte Spieltag, das darf man nicht vergessen. Wenn man am vorletzten Spieltag rumrechnet, verrutscht der Fokus. Wir bleiben bei uns, damit sind wir bislang gut gefahren. Wir lassen uns voll und ganz auf die Dinge ein, die wir beeinflussen können. Eins muss allen klar sein: Egal, was am Samstag passiert – wir hoffen natürlich auf ein gutes Ende für uns –, es wird nicht vorbei sein. Es wird bis zum letzten Spieltag nichts geregelt sein“, betont der Coach.

„Wir müssen ihnen auf den Keks gehen“

Gegen seinen früheren Klub, bei dem er im Dezember 2012 erstmals als Bundesligatrainer an der Linie stand, fordert er die Tugenden ein, die seine Mannschaft bisher – mit der Ausnahme des 0:5 in Mönchengladbach – so stark machten. „Der Schlüssel ist, die Intensität, die Kompaktheit, die Schärfe, die wir bis auf ein Spiel immer hatten, wieder auszuüben. Wir müssen Druck machen, die Zweikämpfe suchen, wie beim Tauziehen das Tau Stück für Stück auf unsere Seite zu ziehen. Wir müssen sie nerven, ihnen richtig auf den Keks gehen. In den entscheidenden Momenten müssen wir da sein, um am Ende mit etwas Zählbarem vom Feld zu gehen“, so Kramer, der sich gerne an seine Hoffenheimer Zeit erinnert.

„Ich habe mich dort sehr wohlgefühlt und eine Menge gelernt. Es sind Freundschaften entstanden, die immer noch Bestand haben. Es ist ein besonderes Spiel, ich erinnere mich super gerne an die Zeit zurück. Aber jetzt geht es um drei Punkte. Da spielt meine Person keine Rolle“, sagt der 49-Jährige.

Im Quarantäne-Trainingslager hat die Mannschaft daran gearbeitet, „gut präpariert zu sein“ für die Partie gegen die Kraichgauer. Die Anspannung werde immer größer, je näher das Spiel rückt, im Training sei es noch intensiver zur Sache gegangen.

Dass wie berichtet zwei Fanaktionen geplant sind, haben die DSC-Verantwortlichen ebenso wie die Spieler in ihrer Quarantäne registriert. Zum einen wollen DSC-Anhänger die Mannschaftsbusse von der Klosterpforte in Marienfeld bis zum Stadion eskortieren, zum anderen ist ein Empfang direkt am Stadion geplant. „Jede Unterstützung ist grundsätzlich etwas total Positives. Dass die Jungs spüren, dass die ganze Stadt dahinter steht“, sagt Frank Kramer. Und Samir Arabi erklärt dazu: „Wir haben das natürlich mitbekommen, die Jungs haben das mitbekommen. Der Klub hat nicht dazu aufgerufen, aber jegliche Aufmunterung nehmen sie sehr genau auf, sie saugen das auf. Wir können jegliche Unterstützung gebrauchen. Aber es ist definitiv wichtig, alle Corona-Regeln einzuhalten.“

So könnten sie spielenBielefeld: Ortega Moreno - Brunner, Pieper, Nilsson, Lucoqui - Prietl - Okugawa, Maier - Doan, Klos, VoglsammerHoffenheim: Pentke - Kaderabek, Posch, Akpoguma, Sessegnon - Samassekou, Grillitsch - Skov, Kramaric, Adamyan - Bebou

Startseite