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Arminia hat erst einen Rückrundenpunkt geholt, Mainz schon zehn – Pieper bemängelt fehlende Konsequenz

Der Vorsprung schmilzt

Bielefeld (WB)

Ein Punkt aus vier Spielen, weniger Zähler hat keine Mannschaft geholt. Arminia steht damit in der Rückrunden-Tabelle in der Bundesliga auf Platz 17, punktgleich mit Hertha BSC.

Jens Brinkmeier

Auch Torwart Stefan Ortega Moreno hatte gegen Wolfsburg nicht seinen besten Tag. Nach seinem Fehler traf Renato Steffen (rechts) zum 0:2. Foto: Thomas F. Starke

Beim 0:3 gegen den VfL Wolfsburgkassierte der DSC zudem zum vierten Mal in Folge (mindestens) drei Gegentore. Wie zuvor gegen Eintracht Frankfurt (1:5), beim 1. FC Köln (1:3) und bei Bayern München (3:3). Zum ersten Mal in ihrer Bundesliga-Geschichte kassierte die Arminia in vier aufeinander folgenden Begegnungen jeweils mehr als zwei Gegentore.

Noch immer liegt Bielefeld auf Relegationsplatz 16, aber der FSV Mainz 05 holt immer weiter auf. Nur noch ein Punkt beträgt der Bielefelder Vorsprung auf den Tabellenvorletzten. Klar, die Mainzer haben bereits ein Spiel mehr absolviert, weil Arminias Partie gegen Werder Bremen vom 20. Spieltag am 7. Februar ausgefallen war. Nachgeholt wird das Spiel am 10. März.

Und die Lage des DSC entspannt sich wohl nur dann deutlich, wenn gegen Bremen ein Sieg gelingt. Zuvor muss Arminia allerdings erst einmal zu Borussia Dortmund (Samstag, 15.30 Uhr), ehe noch Union Berlin kommt (7. März, 18 Uhr).

Um mal wieder dreifach zu punkten – wie zuletzt am 20. Januar beim 3:0 gegen den VfB Stuttgart –, muss Arminia aber anders auftreten als gegen Wolfsburg. Vier Tage zuvor hatte Bielefeld beim 3:3 in München teilweise fulminant gespielt. Und danach hatte DSC-Kapitän Fabian Klos gesagt: „Das ist jetzt das, woran wir uns in den nächsten Wochen messen lassen müssen. Nachlassen dürfen wir nicht, auf der Leistung ausruhen sowieso nicht.“

Gegen Wolfsburg aber zeigten Klos und Co. dann aber doch eine enttäuschende Leistung. Die Gastgeber kamen zu keinem Zeitpunkt für einen Sieg in Frage, im gesamten Spiel gab es nur eine klare Torchance. Die vergab Michel Vlap, in München noch Torschütze und Vorbereiter, ziemlich kläglich (31. Minute). „Wenn wir da das 1:1 machen, sieht es anders aus, aber so kam es leider nicht. Es war nicht so schlecht, wie es das Ergebnis aussagt. Im Moment sind gegen uns einfach alle Torchancen drin, daran müssen wir wieder arbeiten“, sagte Innenverteidiger Amos Pieper. Er bemängelte, es habe „vielleicht die allerletzte Konsequenz gefehlt“.

Neuhaus verweist auf individuelle Fehler

14 Gegentore in vier Spielen sind zu viel, um trotzdem zu Siegen zu kommen. Ein generelles Abwehrproblem sieht Trainer Uwe Neuhaus aber nicht. „Es hat weniger mit der Abwehrarbeit zu tun, es sind individuelle Fehler“, sagte der 61-Jährige. Exemplarisch das 0:2 kurz nach dem Seitenwechsel: Bei einem VfL-Freistoß ließen die Arminen den besten Wolfsburger Stürmer Wout Weghorst (14 Saisontore) völlig aus den Augen. Der Niederländer schoss volley aufs Tor, DSC-Schlussmann Stefan Ortega Moreno ließ den Ball nach vorne abprallen und Renato Steffen staubte ab (47.).

Damit war der Bielefelder Matchplan der zweiten Halbzeit schon wieder obsolet, mit dem 0:3 durch Maximilian Arnold in der 54. Minute war das Spiel entschieden. Offensiv ging beim DSC gegen die zweitbeste Ligadefensive (19 Gegentore) praktisch nichts. „Wolfsburg hat zum siebten Mal in Folge zu Null gespielt, das sagt schon einiges aus. Es war sehr schwierig für uns, uns durchzukombinieren“, sagte Neuhaus.

Der Trainer probierte mit einem Dreifachwechsel nach einer Stunde für neuen Schwung zu sorgen. Doch im Bielefelder Sturm wehte nicht mehr als ein laues Lüftchen. Am Ende hatte noch eine weitere Statistik bestand: Gerät Arminia einmal in Rückstand, steht am Ende unweigerlich eine Niederlage. Derer 13 sind es nach nun 21 Spielen. Mit fünf Siegen und drei Unentschieden kommt der Aufsteiger auf 18 Punkte.

Am Samstag geht es nach Dortmund. „Unsere Köpfe sind weiter absolut oben“, sagte Pieper vor der Partie bei seinem Ex-Klub. „Wir müssen immer dran glauben, auch gegen Topmannschaften gewinnen zu können.“ Mittelfeldspieler Manuel Prietl forderte, „weiter mutig“ zu spielen. Beim BVB warte „das nächste Brett“. Aber: „Wir haben uns vorgenommen, gegen Topmannschaften zu punkten – und da kommen jetzt noch ein paar.“

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