1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Dsc
  4. >
  5. Die etwas andere Aufstiegsparty

  6. >

Keine Stimmung im Stadion, aber auf dem Alm-Parkplatz feiern die Fans ihre Arminia-Helden – mit Video

Die etwas andere Aufstiegsparty

Bielefeld (WB). Um 23.35 Uhr brechen am Montagabend alle Dämme. Als die mehr als 200 Arminia-Fans, die sich auf dem Parkplatz am Stadion zu einer spontanen Aufstiegsparty zusammen gefunden haben, Marcel Hartel und Sven Schipplock im Auto erblicken, geht die Feier,  die es im Stadion nicht geben konnte, los. Mit Video.

Jens Brinkmeier und Oliver Horst

Reinhold Yabo darf den Parkplatz nicht verlassen, ohne die Huldigung des Fan-Volkes entgegen genommen zu haben. Foto: Thomas F. Starke

Hartel stoppt seinen Wagen, sein Name wird gesungen. Und dann: „Saufen bis der Schipplock trifft.“ Dieser Fan-Gesang stammt aus den Zeiten, als der Stürmer beim Hamburger SV torlos blieb. Aus Häme ist nun eine Huldigung geworden, Schipplock hatte Ende Mai mit seinem Siegtor für den DSC in Kiel einen ganz wichtigen Treffer auf dem Weg zum Aufstieg erzielt.

Hartel und Schipplock sind bester Laune, beide strecken ihre Köpfe aus dem Schiebedach. Die Fans stimmen die „Humba“ an, rufen immer wieder „Aufsteiger, Aufsteiger“ oder „Bielefeld, Bielefeld“ – und natürlich den Klassiker „Nie mehr 2. Liga“. Wie zuvor schon bei Reinhold Yabo. Der Mittelfeldspieler war kurz vor dem Duo Hartel/Schipplock vom Alm-Parkplatz gerollt.

Dort hatten die Fans Arminia-Schlager abgespielt und mitgegrölt, Bengalos wurden gezündet – alles blieb friedlich. Die Polizei und das Ordnungsamt waren vor Ort. „Es gab nichts, wo wir einschreiten mussten“, sagte ein Polizeisprecher. Nach und nach fuhren die meisten Spieler in ihren Privatwagen davon – wegen Corona wird bei den Heimspielen auf die Busanreise verzichtet.

„Präsident eines Erstligisten“

Torwart Stefan Ortega Moreno hatte noch einen besonderen Fan „abzuwehren“. Dieser lief sogar noch 30 Meter neben dem Wagen her, bis Ortega Moreno sagte: „Wir müssen Donnerstag wieder spielen, ich muss weg.“ Aus dem Autoradio des Keepers, selbst ernannter Anhänger von Schlager- und Partymusik, ertönte unterdessen der Song „Mama Lauda“ – ein echter Ballermann-Hit. Dort würde in normalen Zeiten wohl die Mannschaftsfahrt hinführen, doch das muss warten.

Die Party im Stadion war vor der Parkplatzsause relativ trostlos ausgefallen. Immerhin gab es Bier, das auch ein bisschen durch die Gegend gespritzt wurde. Richtige Bierduschen sind in diesen Zeiten nicht erlaubt.  Präsident Hans-Jürgen Laufer und seine Mitstreiter aus den Gremien versuchten, für etwas Stimmung zu sorgen. „Irgendwann habe ich mal gesagt, dass ich ja vielleicht einmal Präsident eines Erstligisten bin. Das könnte nun eingetreten sein, um es mal vorsichtig auszudrücken“, sagte Laufer. Der 71-Jährige steht dem Verein seit 2013 vor, seine Amtszeit endet auf der kommenden Mitgliederversammlung.

Startseite