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Kommentar zum DSC Arminia Bielefeld

Einer für alle, aber nicht alle für einen

Bielefeld (WB). Wen, wenn nicht diesen FC Erzgebirge Aue, will Arminia denn überhaupt noch schlagen in der 2. Fußball-Bundesliga?

Dirk Schuster

Kapitän Fabian Klos fand nicht ins Spiel. Foto: Thomas F. Starke

Dass der DSC es nach dem besorgniserregenden 1:1 gegen St. Pauli nun zum zweiten Mal in kurzer Zeit zu Hause nicht geschafft hat, einen alles andere als überzeugenden Kellerkonkurrenten in die Knie zu zwingen, lässt die Hoffnung auf den Ligaver-bleib weiter schwinden.

Nach 23 Saisonspielen hat Arminia mickrige vier Siege auf dem Konto. Auswärts sind die Ostwestfalen als einziges Team in der Liga noch ohne Dreier. Kein anderer Zweitligist kassiert mehr Gegentore als der DSC (42).

Rückenwind bleibt ungenutzt

Und gegen den Tabellenletzten ist die Mannschaft nicht in der Lage, den Rückenwind einer 2:0-Blitzführung zum Erfolg zu nutzen. Wo das enden kann, mag man sich ausmalen.

Mit zuvor ansprechenden Leistungen in Hannover (Liga) und Frankfurt (Pokal) hatten die Arminen bei ihren Anhängern die Hoffnung genährt, dem Ligaerhalt womöglich schon bald näher kommen zu können.

Mit der blutleeren Darbietung gegen Aue aber hat die Mannschaft das mühsam Aufgebaute nun gleich wieder eingerissen. Verglichen mit den oben genannten Auswärtspartien war der gestrige Heimvortrag zudem auch spielerisch ein krasser Rückschritt.

Führungsspieler vergeblich gesucht

Dass das Team auch in Sachen Mentalität und Miteinander offenbar ein paar Defizite hat, ist gegen Aue mehr als deutlich geworden. Einer für alle, alle für einen? Von wegen.

Fabian Klos hat mit Toren am Fließband in den vergangenen Wochen Arminia am Leben gehalten. Am Sonntag fand er überhaupt nicht ins Spiel. Doch es fand sich auch niemand, der für den Kapitän in die Bresche sprang.

Führungsspieler vergeblich gesucht – ein weiterer Beleg dafür, dass bei der Zusammenstellung des Kaders gravierende Fehler gemacht worden sind.

Wenig, Mut, Biss, Lust und Leidenschaft

Der Englischen Woche zum Trotz: Mit wie wenig Mut, Biss, Lust und Leidenschaft, Schwung und Selbstvertrauen Bielefeld nach dem Traumstart gegen taumelnde Sachsen weitergespielt hat, muss den Vereinsverantwortlichen zu denken geben.

Trainer Jürgen Kramny sollte sich besser auf ein paar unangenehme Fragen einstellen. Denn nach dieser Leistung kann und darf Arminia nicht einfach so zur Tagesordnung übergehen. Kramny muss Antworten finden. Und zwar schnell.

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