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Der neue Trainer feiert Sonntag sein Debüt gegen Union und will auf dem Neuhaus-Fundament aufbauen

„Es gibt keine Kramer-Arminia“

Bielefeld

Die Stimme von Frank Kramer klang am Freitag arg angeschlagen.

Jens Brinkmeier

Lautstark: Frank Kramer will seinen neuen Spielern Hilfestellungen geben – auch verbal. Foto: Thomas F. Starke

„Jeder ist in der Pflicht, alles zu geben – das gilt auch für mich“, sagte der neue Trainer von Arminia Bielefeld, der seit Dienstag im Amt ist und am Sonntag (18 Uhr/Sky) gegen den 1. FC Union Berlin sein Debüt auf der DSC-Bank feiern wird. Es sei aber nicht so, dass er seine neuen Spieler ständig anschreien müsse, weil sie so viel falsch machten. „Ich will die Jungs antreiben, meine Energie reinbringen“, erklärte der Nachfolger des am Montag entlassenen Uwe Neuhaus während der virtuellen Pressekonferenz zu seiner rauen Stimme.

Sein Ansatz als Trainer sei, den Spielern Hilfestellungen zu geben. „Ein kluger Mensch hat mal gesagt: ‚It‘s a player‘s game‘. Das Entscheidende sind die Spieler auf dem Platz. Ich versuche, der Mannschaft zu helfen“, erklärte der 48-Jährige, der viel Zuversicht ausstrahlte. Er habe „eine absolut intakte Mannschaft übernommen. Die Eindrücke sind sehr positiv“, betonte der Coach, der am Sonntag erstmals seit November 2015 eine Profimannschaft bei einem Spiel anleiten wird. Dazwischen war Kramer als Jugendtrainer beim DFB und RB Salzburg tätig. In Salzburg verantwortete er zudem bis Juli 2020 das Nachwuchsleistungszentrum.

Seine Vorfreude auf Sonntag sei „sehr groß“. Auf die Frage, ob denn schon in seinem ersten Spiel seine Handschrift zu erkennen sein würde, also eine Kramer-Arminia spiele, sagte der Coach: „Es gibt keine Neuhaus-Arminia, es gibt keine Kramer-Arminia. Es gibt die Arminia, und der haben wir alle zu dienen, damit die Fans wieder Spaß haben. Und wenn uns das gelingt, freue ich mich, ein Teil des Teams zu sein.“

Entscheidende Woche für den DSC

Generell sprach der neue Mann immer in der Wir- und nie in der Ich-Form. Der Teamgedanke ist bei Frank Kramer augenscheinlich sehr ausgeprägt. Seine neuen Spieler lobte er für „Leidenschaft, Engagement – und sie haben das Herz an der richtigen Stelle“. Er wolle nun auf dem Fundament aufbauen, dass Uwe Neuhaus und Peter Nemeth gemeinsam mit dem Team gelegt hätten. „Es gibt keinen Grund, alles über den Haufen zu schmeißen.“ Details zur Taktik und zum Personal (lediglich Fabian Kunze und Cebio Soukou fehlen) nannte er nicht. Generell hätten sich alle Profis gut präsentiert. „Aber es können immer nur elf von Beginn an spielen. Alle anderen haben sie zu unterstützen“. machte Kramer klar.

Nach nur einem Punkt aus fünf Rückrundenspielen und 17 Gegentoren kommt es gegen Union auf defensive Stabilität an. Das fange allerdings schon vorne an. Die Berliner seien eine Mannschaft „mit jeder Menge Wucht“ und besonders bei Standards stark.

Mit der Partie gegen die Köpenicker beginnt eine entscheidende Woche für den DSC. Am Mittwoch (18.30 Uhr) kommt Werder Bremen zum Nachholspiel, am 14. März (13.30) treten die Arminen bei Bayer Leverkusen an. „Es geht darum, möglichst viele Siege einzufahren, und das fängt gegen Union an. Für uns ist jede Treppe wichtig, und wenn wir sie auslassen, kommen wir nicht weiter“, so Kramer. Das Hinspiel Anfang November hatte der DSC in Berlin sang- und klanglos 0:5 verloren. „So einfach werden sie es uns nicht mehr machen“, sagte Unions Trainer Urs Fischer am Freitag. Zum Trainerwechsel bei den Arminen sagte der Schweizer: „„Wir wissen nicht genau, was uns erwartet. Es ist nicht ganz so einfach, gegen so einen Gegner.“ Ein neuer Trainer komme auch immer mit neuen Ideen. Bei Union kehrt Torwart Andreas Luthe zurück und verdrängt Loris Karius.

So könnten sie spielenBielefeld: Ortega Moreno - Brunner, Pieper, Nilsson, Laursen - Seufert, Prietl - Doan, Vlap, Voglsammer - KlosUnion: Luthe - Friedrich, Knoche, Schlotterbeck - Trimmel, Andrich, Prömel, Bülter - Ingvartsen, Kruse - Pohjanpalo

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