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Beweisfotos widerlegen Anschuldigungen

Fan (21) trotz Polizeiaussage freigesprochen

Bielefeld/Kaiserslautern (WB). Ein Fußballfan des 1. FC Kaiserslautern, der für einen Angriff auf einen Ordner am 27. April 2018 in der Schüco-Arena verantwortlich gemacht werden sollte, ist am Freitag vergangener Woche von Jugendrichterin Diana Stratmann in Bielefeld freigesprochen worden. Brisant: Drei Beamte der Bereitschaftspolizei Bielefeld hatten den 21-Jährigen damals als Täter identifiziert und ihre Aussage jetzt während des Prozesses mehrfach wiederholt.

Christian Bröder

Der FCK-Fanblock im April 2018 in Bielefeld. Foto:

»Letztlich konnten wir die Anschuldigungen durch Beweisfotos eines weiteren FCK-Fans jedoch widerlegen«, erklärt Rechtsanwalt Stefan Motzenbäcker, der Verteidiger aus Kaiserslautern. Sein Mandant behält sich rechtliche Schritte wegen Falschaussage gegen die drei Bielefelder Polizeibeamten vor.

Laut Strafantrag sollte sich der Angeklagte aus Rheinland-Pfalz vor dem Zweitligaspiel zwischen Arminia Bielefeld und den »Roten Teufeln« (3:2) der Körperverletzung gegen einen Ordner schuldig gemacht haben. »Ihm wurde vorgeworfen, den Ordner auf dem Weg zu den Einlasskontrollen geschlagen zu haben«, erklärt Rechtsanwalt Motzenbäcker. Rückblick: Nach dem Vorfall auf dem Vorplatz des Gästefanbereichs wurden 80 FCK-Anhänger von der Polizei eingekesselt, dabei ein Ul­tra-Fan und zwei Beamte verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde aus der Menge gezogen und verhaftet.

In der Hauptverhandlung vor dem Jugendgericht gaben die Polizisten jetzt zu Protokoll, den zum Tatzeitpunkt mit einer roten Jacke bekleideten 21-Jährigen »zu 100 Prozent« als Täter erkannt zu haben. Fotos eines weiteren Fans und ein Video, das den eigentlichen Angreifer in einem schwarz-weißen Blouson gekleidet zeigen soll, sorgten für die Entlastung des Angeklagten. Dieser hielt sich zudem in gut 20 Metern Entfernung zum Ort des Geschehens auf. Die Staatsanwaltschaft plädierte von sich aus auf Freispruch. Verteidiger Motzenbäcker: »Die Aussagen der Polizisten haben uns natürlich irritiert, aber der Fall zeigt, dass wir alle nur Menschen sind.«

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