Fabian Kunze hat sich bei Arminia durchgesetzt und sogar Tom Schütz überholt

Gegen alle Widerstände

Bielefeld (WB). Mit einem 4:2-Erfolg über den TV Herkenrath hatte sich Fabian Kunze im Mai 2019 vom Heimpublikum des Regionalligisten SV Rödinghausen verabschiedet. Neuneinhalb Monate musste der Mittelfeldspieler des DSC Arminia warten, bis er mal wieder ein Punktspiel über die volle Distanz bestreiten durfte – und beeindruckte nicht nur den Trainer.

Dirk Schuster

Gelungenes Startelfdebüt: Fabian Kunze überzeugte gegen Wehen Wiesbaden. Foto: Thomas F. Starke

Seine Leistung beim 1:0-Sieg des DSC Arminia über Wehen Wiesbaden nötigte Trainer Uwe Neuhaus Respekt ab. „Ich bin absolut zufrieden mit ihm“, sagte der 60-Jährige. Am Anfang habe man „ein kleines bisschen Nervosität merken“ können. Doch Kunze habe „die Aufgaben total erfüllt. Er hat defensiv einige Dinge bereinigt. Fabian ist stets präsent. Auf ihn kann man sich immer verlassen.“

„Profi durch und durch“

Kunze überzeugte bei seiner Zweitliga-Startelfpremiere mit gutem Stellungsspiel, sicheren Pässen, mutigen Vorstößen und robustem Zweikampfverhalten. Dass er sich früh im Spiel für ein rüdes Einsteigen gegen Stefan Aigner die Gelbe Karte abholte, brachte den gebürtigen Bielefelder nicht aus der Balance. „Ich bin sehr zufrieden. Ich denke, dass ich es über weite Teile ganz gut gemacht habe“, urteilte der 21-Jährige über seine eigene Vorstellung.

Für Neuhaus kam der reife Auftritt seines Youngsters keineswegs überraschend. „Fabian ist Profi durch und durch. Man weiß genau was man bekommt, wenn man ihn in der Mannschaft hat. Er ist ein absoluter Teamplayer“, lobte der Coach. Kunze habe „vom ersten Tag an gegen alle Widerstände“ angekämpft. Um es denen zu zeigen, die gedacht haben, „dass er es nicht schaffen wird“, sich auch zwei Klassen höher durchzusetzen, so Neuhaus.

Auch Kapitän Klos wird nicht verschont

Dabei habe der Jung-Profi „vor keinem Halt gemacht – weder vor Klos noch vor irgendeinem anderen“. Kunze ist für sein kompromissloses Zweikampfverhalten in jedem Training bekannt, auch Kapitän Fabian Klos wird nicht verschont. „Dadurch hat er sich Respekt erarbeitet“, sagte Neuhaus.

Damals gegen Herkenrath hatte Kunze noch vor 1082 Zuschauern im Häcker-Wiehenstadion gespielt. Diesmal sahen in der Schüco-Arena 22.373 zu und erlebten, wie der in Hücker-Aschen (Kreis Herford) lebende Kunze den wegen eines Mittelhandbruchs pausierenden Manuel Prietl überzeugend vertrat. „Klar war die Anspannung eine andere, vor so vielen Menschen zu spielen“, sagte Kunze, der sich sein Lampenfieber aber kaum anmerken ließ.

Prietl gegen Stuttgart quasi gesetzt

Manuel Prietl dürfte in dieser Woche ins Mannschaftstraining zurückkehren. Sein Comeback beim Spitzenspiel in Stuttgart (Montag, 20.30 Uhr) ist damit quasi programmiert. In der Partie Zweiter gegen Erster dürfte der Österreicher seinen angestammten Platz im defensiven Mittelfeld einnehmen, während Kunze dafür auf die Bank zurückkehren würde und auf einen erneuten Jokereinsatz hoffen müsste.

In dieser Rolle hat der 21-Jährige bereits Erfahrung gesammelt. Sieben Mal hat Neuhaus den Neuen in der laufenden Serie bereits eingewechselt, während ein arrivierter Spieler wie Tom Schütz (32, seit 2011 bei Arminia, Vertrag läuft am Saisonende aus) zuletzt wiederholt nur noch von der Tribüne aus zuschauen durfte. Neuhaus erklärte: „Tom Schütz war immer zum falschen Zeitpunkt durch Verletzungen zurückgeworfen worden. Wenn er zum Einsatz kam, war seine Leistung tadellos. Aber Fabian Kunze ist in den letzten Wochen ein kleines Stück an ihm vorbeigezogen.“

Mehr Infos im DSC-Drive

Wer mehr über die Person hinter dem Profi erfahren möchte, sollte sich unseren aktuellen DSC Drive mit Fabian Kunze ansehen: www.westfalen-blatt.de/dscdrive

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