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Arminia-Stürmer Cordova erklärt, warum man ihn „La pantera“ nennt – mt Video

„Ich respektiere Fabian unfassbar“

Scheffau (WB). Sergio Cordova bringt etwas mit, was Aufsteiger Arminia Bielefeld im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußball-Bundesliga dringend braucht: Erstligaerfahrung. Für ein Jahr hat der DSC den 23 Jahre alten Stürmer vom Ligakonkurrenten FC Augsburg (Vertrag bis 2025) ausgeliehen. Doch der Venezolaner kann sich heute schon vorstellen, länger zu bleiben.

Dirk Schuster

Auf sie wird es ankommen: Wenn Fabian Klos (links) und Sergio Cordova harmonieren, erhöht das Arminias Chance auf den Ligaerhalt. Foto: Thomas F. Starke

Beim ersten Interviewtermin bei seinem neuen Klub wirkt Cordova ganz anders als noch bei seinem ersten Training in Bielefeld. Mit seiner magentafarbenen Frisur war er vor zehn Tagen derHingucker auf dem Trainingsplatz. Inzwischen sind die Haare wieder schwarz. „Ich hatte sie mir für den Urlaub gefärbt“, sagt er leise und lächelt ein bisschen verlegen. Als nächsten Farbton Arminia-Blau zu wählen, sei ihm bislang noch nicht in den Sinn gekommen.

Zweimal im „Loser“-Leibchen

Cordova möchte lieber durch Leistung auffallen. Bislang ist Trainer Uwe Neuhaus mit seinem Neuling zufrieden . Nach dem Testspiel am Dienstag gegen Feyenoord lobte Neuhaus: „Sergio hatte viele gute Aktionen, er hat seine Robustheit gegen kräftige Rotterdamer Verteidiger durchgesetzt. So etwas können wir definitiv gebrauchen.“

Dass Cordova beim Training in Scheffau schon zweimal das neongelbe „Loser“ (Verlierer)-Leibchen überstreifen musste, trug er mit Fassung. Zur Erklärung: Wer den teaminternen Wettkampf zu Beginn einer Einheit verliert, wird auf diese Weise „bestraft“.

Bisher aber zählt Cordova (62 Erstliga-Einsätze, 7 Tore) in Wahrheit viel eher zu den Gewinnern. Dass er beim ersten Punktspiel in Frankfurt (19. September) nicht in Arminias Startelf steht, ist kaum vorstellbar, auch wenn er selbst sich mitnichten als der Heilsbringer aus der Bundesliga sieht.

„Ich fühle mich komplett auf Augenhöhe mit den Jungs“, sagt er. „Was ich mitbringe, ist die Erfahrung, wie man sich auf die Bundesliga vorbereiten muss: mit harter Arbeit. Ich spreche viel mit den Kollegen, zu denen ich schon Vertrauen gefasst habe. Ich erkläre ihnen, wie wichtig es ist, das Tempo zu adaptieren. Ich habe selber zwar nicht viel gespielt, aber ich habe in Augsburg viel gelernt. Das möchte ich weitergeben“, lässt er durch Carlos Gomez aus dem Arminia-Staff übersetzen.

Cordova ist lernwillig

Doch Cordova ist vor seiner vierten Erstligasaison in Deutschland auch lernwillig. Wer dachte, er trete an, um mit Fabian Klos (32) einen Zweikampf um den Platz als Nummer 1 im Sturm zu suchen, irrt. „Ich respektiere Fabian Klos unfassbar. Er ist ein Stürmer mit großer Qualität, gerade auch in Ballbesitz und bei der Ballbehauptung. Er hat gezeigt, wie wichtig er für die Mannschaft ist. Ich als junger Stürmer versuche viel von ihm zu lernen, damit wir dann in Zukunft optimal zusammen funktionieren.“

Trainer Neuhaus weiß, dass es noch ein bisschen Arbeit bedarf, um Klos und Cordova perfekt aufeinander abzustimmen. „Wir haben das Angriffsspiel noch nicht so viel trainiert. Wenn Dinge gut funktionieren, dann ist das zum jetzigen Zeitpunkt mehr auf die Gabe und den Instinkt dieser Spieler zurückzuführen. Das Verständnis, wie wir es vom Zusammenspiel zwischen Klos und Andreas Voglsammer kennen, ist sicher noch nicht in dem Maße vorhanden. Aber das kann man auch noch nicht erwarten.“

Cordova aber fühlt sich schon jetzt bei Arminia gut aufgehoben. Das im Vergleich zu Augsburg auf deutlich mehr Ballbesitz ausgelegte Spielsystem komme ihm entgegen. „Viel in Ballbesitz zu sein, um dann in den richtigen Momenten anzulaufen und in den Angriff umzuschalten, gefällt mir. Das System tut mir gut, es gibt mir für die offensiven Aktionen die nötige Frische.“

Für einen Wechsel nach Bielefeld habe er sich auch deshalb entschieden, „weil ich das Gefühl habe, sehr willkommen, sehr gewollt zu sein. Ich bin sehr glücklich hier zu sein – erstmal für ein Jahr.“

Und dann? „Wird sich zeigen, wohin die Reise geht. Ob zurück nach Augsburg oder ob ich bleiben kann“, sagt Cordova. Eine vertraglich fixierte Option auf eine Fortsetzung der Zusammenarbeit über den Sommer 2021 hinaus besteht indes nicht. Dass der FC Augsburg ein Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt sein könnte, ficht Cordova nicht an. „Ich trage jetzt das Trikot von Arminia und werde alles tun, um so erfolgreich wie möglich zu sein – auch gegen Augsburg. Da werde ich keinen Unterschied machen.“

Ganz klar: „La pantera“ (Der Panther) zeigt sich angriffslustig. In Südamerika, speziell in seiner Heimat Venezuela (Cordova absolvierte bereits acht Länderspiele) sei es üblich, dass die Fußballer Spitznamen bekommen. „Schon als junger Spieler in Caracas nannte man mich ‚La pantera‘. Wohl wegen meiner Schnelligkeit, Geschmeidigkeit und Aggressivität.“ Gute Merkmale, um auch mit Arminia erfolgreich sein zu können.

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