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Arminia-Neuzugang über seinen dänischen Landsmann und ein Lehrjahr in Turin – mit Video

Jacob Laursen: „Kampers Tor muss ich mir angucken“

Scheffau (WB). Jacob Barrett Laursen (25) ist einer von fünf Neuzugängen, die mit dem Fußball-Bundesligisten Arminia Bielefeld ins Trainingslager gefahren sind. Der Linksverteidiger (Vertrag bis 2023, zuvor Odense BK), der 2016 mit Dänemark an den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro teilnahm, lernt bereits fleißig deutsch. Sein erstes großes Interview bei Arminia möchte er dann aber doch lieber auf englisch geben. Laursen spricht darin über...

Dirk Schuster

„Ich muss konzentriert sein“, sagt Jacob Laursen. Arminia ist für den Dänen die zweite Station im Ausland. Foto: Thomas F. Starke

...sein sonniges Gemüt: „Ich mag es, der Spaßvogel zu sein und es gefällt mir, wenn im Team eine gute Atmosphäre herrscht. Ich lebe dafür, auf dem Platz zu stehen, und ich liebe das, was ich tue. Und das darf ruhig gerne jeder sehen.“

...seine Integration ins Team: „Ich hatte anfangs ein bisschen Sorge, dass es schwierig werden könnte, mich schnell zu integrieren. Meine Mitspieler haben eine sehr aufregende Reise hinter sich, gekrönt durch den Aufstieg. So etwas schweißt ein Team zusammen. Aber die Jungs sind wirklich top, jeder hat mir vom ersten Tag an geholfen. Hinzu kommt, dass mir die Art zusagt, wie wir spielen. Ich mag Fußball, der auf dem Boden gespielt wird, nicht in der Luft.“

...einen selbst verpassten Maulkorb: „Ich habe in der vergangenen Saison viele Spiele von Arminia gesehen und die Daumen gedrückt. Aber ich habe nicht viel über den Wechsel gesprochen. Nur meine Freundin und ich wussten, dass im besten Fall etwas Großes passieren kann. Für alle anderen habe ich, was dieses Thema angeht, die Tür verschlossen gehalten.“

...seinen Landsmann Jonas Kamper, der von 2006 bis 2010 bei Arminia spielte: „Ich habe zwei oder drei Mal gegen ihn gespielt. Er hat seine Karriere inzwischen beendet (2018, Anm. der Red.). Sein Traumtor gegen Bayern München zum 2:1-Sieg habe ich noch nicht gesehen. Aber jeder spricht darüber! Jonas ist berühmt für diesen Treffer. Ich muss ihn mir schleunigst angucken.“

...über seine Deutsch-Lernfortschritte: „In Bielefeld habe ich ein bis zwei Mal in der Woche Deutschunterricht. Ich möchte mein Deutsch so schnell wie möglich verbessern, um mich noch intensiver mit meinen Mitspielern verständigen zu können. Hier im Trainingslager nutze ich fast jeden Tag eine Lern-App, um weiter voranzukommen.“

...seinen Wechsel als 17-Jähriger von Aalborgs U19 zu Juventus Turins U19: „Das war in jungen Jahren eine wichtige Lebenserfahrung für mich. Aber es war auch eine schwierige Zeit. Ich wollte es unbedingt zu den Profis schaffen. Aber von Juves Jugend in die A-Mannschaft – dieser Traum war ein bisschen zu groß. Darum ging ich nach einem Jahr zurück in die Heimat zu Odense BK.“

...seine Lieblingsrolle auf dem Platz: „Ich bevorzuge die Position des linken Verteidigers in einer Viererkette. Das ist auch die Abwehrformation, in der sich die Mannschaft am wohlsten fühlt. Allerdings: Wenn wir gegen Bayern München spielen, spielen wir vielleicht mit fünf Verteidigern...“

...Dinge, an denen er noch arbeiten muss: „Ich muss meine Defensivarbeit verbessern. Im Eins-gegen-eins sind die Spieler in Deutschland stärker. Doch was soll ich sagen: Ich komme von einem Mittelklasseteam aus Dänemark zu einem Erstligisten nach Deutschland – ich muss alles verbessern. Aber ich spüre im Training auch Fortschritte. Es wird schneller gespielt hier, ich muss sehr konzentriert sein.“

...das Wiedersehen mit Joan Simun Edmundsson: „Wir haben zwischen 2016 und 2018 zusammen bei Odense gespielt. Ihn zu kennen und hin und wieder dänisch mit ihm sprechen zu können, ist natürlich schön. Er und die anderen skandinavischen Spieler wie Joakim Nilsson und Oscar Linner helfen mir natürlich, mich schnell zu integrieren.“

...den Konkurrenzkampf mit Anderson Lucoqui: „Ich konzentriere mich nur auf mich selbst. Ich habe noch viel zu lernen. Der Fokus liegt darauf, mich und die gemeinsame Arbeit mit dem Team jeden Tag zu verbessern. Am Ende der Vorbereitung wird der Trainer entscheiden, wer das erste Spiel bestreitet. Aber ich verspreche: Ich werde zu 100 Prozent da sein.“

Spiel gegen Feyenoord Rotterdam

Mit dem Spiel gegen Feyenoord Rotterdam steigt Arminia Bielefeld am Dienstag in das Turnier um den so genannten „Helden Cup“ ein. Anstoß im Grenzlandstadion in Kufstein ist um 16 Uhr. ServusTV überträgt live. Am Samstag (15 Uhr) folgt dann das zweite Spiel gegen den VfB Stuttgart.

Der Sieger des Turniers erspielt im Namen von „Helden helfen“ 30.000 Euro. Die Summe wird für ein soziales Projekt gespendet, das der Turniersieger bestimmen darf.

Unterdessen haben am Montag Vertreter des FC Liverpool Arminias Teamhotel in Scheffau inspiziert. Gut möglich, dass künftig auch mal Trainer Jürgen Klopp mit dem englischen Meister eine Vorbereitung am Wilden Kaiser absolvieren wird.

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