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Gespräche mit Geldgebern – Engpass bei Sponsoring und Merchandising

Millionenhilfe für Arminia?

Bielefeld (WB). Bis zum 15. Januar, dem Ende der Nachlizenzierungsphase, muss Arminia Bielefeld Liquidität nachweisen. Die Herausgabe von Genussscheinen (das WESTFALEN-BLATT berichtete) ist eine Option zur Finanzbeschaffung. Eine viel größere stellt allerdings ein Vorhaben potenter DSC-Geldgeber dar.

Sebastian Bauer

Arminia-Geschäftsführer Markus Rejek sagte schon beim Amtsantritt: »Wir arbeiten immer mit dem Erbe der Vergangenheit.« Foto: Thomas F. Starke

Demnach sollen sich aktuell verschiedene Gönner und Sponsoren des Klubs im regen Austausch befinden. Das Ziel: Die Geldgeber wollen einen Millionenbetrag für den DSC zur Verfügung stellen, damit die wirtschaftliche Zukunft des Klubs nachhaltig gesichert und die Lizenzierungsbedingungen erfüllt werden können.

Bei Verstößen gegen die Lizenzierungsordnung würde den Arminen theoretisch ein empfindlicher Punktabzug drohen. Schon im März 2010 hatte die Deutsche Fußball Liga (DFL) den damaligen Zweitligisten wegen des Verstoßes gegen die Bestimmungen der Lizenzierungs-Ordnung mit dem Abzug von vier Punkten und einer Geldstrafe in Höhe von 50.000 Euro belegt. In der aktuellen Situation zeigt man sich bei Arminia aber zuversichtlich, alle Bedingungen zu erfüllen, um einen Punktabzug zu vermeiden.

Unterdeckung im laufenden Etat 2 bis 2,5 Millionen Euro

Nach Informationen dieser Zeitung beläuft sich die Unterdeckung im laufenden Etat auf gut 2 bis 2,5 Millionen Euro. 2010 handelte es sich dagegen um etwa 4,2 Millionen Euro, die fehlten. Auf das Vorhaben der Geldgeber angesprochen, wollte sich Präsident Hans-Jürgen Laufer am Freitag nicht weiter äußern: »An solchen Spekulationen beteilige ich mich nicht.«

Einige Gespräche wurden bereits geführt. Wie diese Zeitung erfuhr, sollen diese bislang äußerst positiv verlaufen. Sollte es tatsächlich zum Konsortium der DSC-Helfer kommen, könnte der Verein demnach mit einem beachtlichen Millionenbetrag und langfristiger Planungssicherheit rechnen.

Lizenzierungsbedingungen zum 15. Januar erfüllen

Zunächst geht es allerdings darum, bis zum 15. Januar die Lizenzierungsbedingungen zu erfüllen . »Am Ende des Jahres ist es immer eng. Wir sind sicher nicht zahlungsunfähig, aber es ist eng«, hatte Laufer gegenüber dem WESTFALEN-BLATT erklärt.

Der Engpass bei den Finanzen ist vor allem auf zwei nicht wie erwartet fließende Einnahmequellen zurückzuführen. So blieb der DSC bei den Sponsoringeinnahmen um 700.000 Euro hinter den geplanten Zahlen zurück. Ebenfalls schlechter als erwartet lief das Merchandising. Nach Informationen dieser Zeitung liegt der Klub damit in beiden Bereichen ligaweit sogar unter dem Schnitt.

Bessere Zukunftsaussichten?

An diesem Punkt ist vor allem Arminias Vermarkter Lagardère Sports Germany GmbH gefordert. Das Unternehmen mit Sitz in der Schüco-Arena ist also aufgefordert, das Thema Sponsoringeinnahmen in den kommenden Wochen enorm anzutreiben.

Sollte das gelingen, dazu die Millionenhilfe von Geldgebern realisiert werden können, dürften Arminias Zukunftsaussichten im Vergleich zu den vergangenen Jahren sogar deutlich besser aussehen. Eine Vorstellung in diese Richtung hatte Geschäftsführer Markus Rejek bereits bei seinem Amtsantritt Anfang Oktober formuliert: »Wir arbeiten immer mit dem Erbe der Vergangenheit. Wir haben immer schon ein bisschen Tafelsilber verkauft, was eigentlich der Zukunft gehört. Aus dieser Situation müssen wir herauskommen. Wir müssen schauen, dass wir nicht die Zukunft verkaufen, sondern dass die Zukunft uns auch Gewinne bringt.«

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