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Trainer von Bielefeld und Leipzig kennen sich noch von der TSG Hoffenheim

Nagelsmann muss Kumpel Kramer überlisten

Bielefeld/Leipzig...

In Bielefeld darf sich Leipzig keinen weiteren Ausrutscher im Kampf um die Meisterschaft erlauben. Die beiden Trainer kennen sich allerdings sehr gut, was sich auf das Spiel auswirken könnte.

wn

Frank Kramer (links ) und Julian Nagelsmann kennen sich aus ihrer gemeinsamen Zeit in Hoffenheim. Damals war Nagelsmann Kramers Assistent. Collage: Delker Foto: dpa

Ihren ersten Bundesliga-Abend erlebten Julian Nagelsmann und Frank Kramer gemeinsam. Der heutige Bielefelder Trainer war damals frisch zum Interimscoach von Hoffenheim aufgestiegen und beförderte den aufstrebenden Nagelsmann zu seinem Assistenten.

Beim Spiel beim Hamburger SV ging allerdings fast alles schief. „Vor dem Spiel habe ich feinsäuberlich alle Hütchen aufgebaut. Beim letzten Hütchen kam dann einer und sagte mir, ich sei auf der falschen Seite des Platzes. Dann bin ich auch noch beim Interview mit Lotto King Carl durch die Kamera gelaufen und alle HSV-Fans haben mich ausgepfiffen“ berichtete Nagelsmann am Mittwoch. Da war es nur konsequent, dass am Ende der HSV mit 2:0 gewann.

Treffen nach acht Jahren

Mehr als acht Jahre später treffen sich Nagelsmann und Kramer wieder. Wieder Freitagabend. Wieder Flutlicht. Allerdings sind die beiden Trainer an diesem Freitag (20.30 Uhr/DAZN) nicht nur sportliche Konkurrenten, sondern haben auch ganz andere Themen im Kopf. Bielefeld kämpft gegen den Abstieg, RB gegen Bayern München um die Meisterschaft.

„Wenn wir das Spiel nicht gewinnen, gibt es gegen Bayern keinen großen Showdown. Dann wäre der Abstand sehr, sehr groß“, sagte Nagelsmann. Durch das jüngste Remis gegen Frankfurt ist der Abstand des Zweiten Leipzig auf Tabellenführer Bayern München auf vier Punkte angewachsen. Am 3. April treffen beide Teams in Leipzig aufeinander.

Große Abwehrsorgen

Die Abwehrsorgen von Nagelsmann werden derweil größer. Angeliño fehlt ohnehin, Dayot Upamecano wackelt mit einem Muskelfaserriss sogar für das Bayern-Spiel. Willi Orban muss nach seiner Hand-OP mit einer Manschette auflaufen, Ibrahima Konaté hat nach seiner Sprunggelenkverletzung kaum Spielpraxis. Allein die Zusammenstellung der Abwehr dürfte also eine knifflige Aufgabe werden.

Hinzu kommt der Bielefelder Aufwind unter dem neuen Trainer Kramer. „Sie sind aggressiv in der Defensive und laufstark, haben zudem mit Leverkusen gegen ein Spitzenteam gewonnen. Das ist eine gute Warnung für uns“, betonte Nagelsmann. Zudem sprach er das knappe 2:1 aus dem Hinspiel an, wo Leipzig „Glück hatte, nicht in Rückstand“ geraten zu sein. Das sei keine klare Angelegenheit gewesen.

Keine Zuschauer, kein Pfeifkonzert

Offen ist, ob es dem Spiel zuträglich ist, dass sich die beiden Trainer so gut kennen. „Frank hat gute Ansätze mit dem Ball, will immer Lösungen kreieren. Er entwickelt Spieler ganzheitlich weiter, sucht immer den geraden Weg zum Tor“, sagte Nagelsmann. Über Schwachpunkte wollte der 33-Jährige nicht ins Detail gehen.

Auf der Bielefelder Alm droht Nagelsmann immerhin kein Pfeifkonzert. Zuschauer sind keine da und sein Co-Trainer werden die Hütchen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf der richtigen Seite aufbauen. Da fehlt zu einem runden Abend nur noch ein Sieg. Damit die Liga weiterhin spannend bleibt.

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