Vom Schnäppchen zum Tafelsilber: Abwehrspieler soll beim Bundesligisten vorzeitig verlängern

Neuer Arminia-Vertrag für Pieper

Bielefeld

Erst die starke Debüt-Saison in der Fußball-Bundesliga, dann noch die überzeugende U21-Europameisterschaft mitsamt der Titel-Krönung: Doch Sorgen, dass Amos Pieper Arminia Bielefeld schon in diesem Sommer den Rücken kehren und zu einem größeren Klub wechseln könnte, sind offenbar unbegründet.

Von Dirk Schuster

Amos Pieper hat den Ball fest im Blick. Der Armine spielte eine ganz starke Debütsaison in der Fußball-Bundesliga. Foto: Thomas F. Starke

Der 23 Jahre alte Abwehrspieler könnte seinen bis Juni 2022 datierten Vertrag in Kürze sogar vorzeitig verlängern.

„Wir haben bereits vor der EM-Endrunde diesbezüglich die Gespräche mit Amos aufgenommen“, bestätigt Sport-Geschäftsführer Samir Arabi. Nun sollen diese weitergeführt werden. Mit dem Ziel, dass sich Pieper längerfristig an Arminia bindet.

Dass sich die Unterschrift auch für Pieper lohnen würde, dürfte klar sein. Es darf von einer Quasi-Verdopplung seiner bisherigen Bezüge ausgegangen werden.

In der abgelaufenen Spielzeit war der gebürtige Lüdinghauser (Kreis Coesfeld) eine absolute Stütze im Arminia-Team. Der Innenverteidiger kam 30 Mal zum Einsatz. Beim 3:3 im Rückrundenspiel bei Bayern München gelang ihm per Kopf auch ein wertvoller Treffer im letztlich erfolgreichen Kampf um den Klassenerhalt. Dass nur sechs Erstligateams weniger Gegentore kassierten als Aufsteiger Bielefeld, lag nicht zuletzt an Pieper.

„Amos hat seine Qualitäten unter Beweis gestellt. Er ist ein Spieler mit großer Perspektive“, lobt Geschäftsführer Arabi und ergänzt: „Wir hoffen, dass wir mit Amos in eine gemeinsame und hoffentlich weiterhin erfolgreiche Zukunft gehen werden.“

Pieper selbst hat stets betont, wie wohl er sich bei Arminia fühlt. Trainer Frank Kramer setzt voll auf den Abwehrmann, den er auch für dessen Leistungen bei der U21 überschwänglich lobt. Am Sonntag feierten in Pieper und Arne Maier gleich zwei DSC-Profis mit dem Team von Nationaltrainer Stefan Kuntz in Ljubljana (Slowenien) den Titelgewinn. Im Finale gab es ein 1:0 gegen Portugal. „Dieser Titel war so nicht zu erwarten und ist deshalb ganz großes Kino von der Mannschaft. Amos und Arne haben ein sensationelles Turnier gespielt und waren sehr präsent in den Spielen – absolute Stützen des Europameisters“, wird Kramer auf Arminias Internetseite zitiert. Die beiden hätten über die Saison „sehr viel Spielzeit auf höchstem Niveau in der Bundesliga schnappen und sich dadurch top positionieren können“, so der DSC-Coach.

Mit der starken EM dürfte Pieper seinen Marktwert (Stand Februar 4,5 Millionen Euro; Quelle: transfermarkt.de) weiter deutlich in die Höhe geschraubt haben. Pieper zählt zu Arminias Tafelsilber. Wenn der neue, wohl bis 2025 gültige Vertrag unterschrieben ist, würde der DSC im Falle eines vorzeitigen Verkaufs in Zukunft ordentlich kassieren.

Dabei war Pieper im Januar 2019 noch zum absoluten Schnäppchenpreis nach Bielefeld gekommen. Arabi hatte den Abwehrmann aus der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund nach Ostwestfalen gelotst – angeblich für nur rund 50.000 Euro.

Nach nur wenigen Monaten Anlaufzeit avancierte Pieper unter dem damaligen Trainer Uwe Neuhaus anschließend zum unumstrittenen Stammspieler. An dieser Rolle hat sich bis heute nichts geändert. Mit einer Ausnahme: Pieper ist im Laufe der Zeit immer wertvoller geworden – und das in jeder Hinsicht.

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