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Drei Spitzen, zwei Spiele, sechs Tore, sechs Punkte: Der Systemwechsel zahlt sich bislang aus

Neuhaus bringt Arminia auf Zack

Bielefeld (WB). Bevor Trainer Uwe Neuhaus in der Winterpause das Spielsystem der Arminia umgestellt hat, war die Sache für gewöhnlich klar: Fabian Klos und Andreas Vogl­sammer bildeten im 4-4-2 die DSC-Doppelspitze.

Dirk Schuster

Andreas Voglsammer (von links), Fabian Klos und Joan Simun Edmundsson. Foto: Oliver Schwabe, dpa, imago

Sechs Tore hat Arminia in den beiden Zweitligapartien dieses Jahres bereits erzielt. An fünf davon war mindestens einer dieser drei direkt beteiligt. Klos mit einem Tor und drei Vorlagen, Edmundsson mit einem Tor und Voglsammer mit einem Tor und einer Vorlage. Nur bei Reinhold Yabos Treffer zum 2:0-Endstand am Samstag gegen Hamburg war das anders. Da war es Julian Börner, der für den Winter-Rückkehrer aus Salzburg auflegte.

»Mit Eddi und mir hatten wir über außen ordentlich Tempo drin«

Apropos Yabo: Der 26-Jährige verleiht Arminias Dreizack mit seinen Vorstößen aus der Tiefe zusätzliche Gefährlichkeit. »Ray hat mit seiner enormen Athletik und Ballsicherheit unfassbare Qualitäten«, lobt Voglsammer. »Aber es hat jeder seine Qualitäten. Mit Eddi und mir hatten wir über außen ordentlich Tempo drin.«

Weiterer Pluspunkt sei die große Variabilität. »Eddi, Ray und ich können uns schon mal abwechseln«, sagt Voglsammer. Was der Außenstürmer meint: Als Yabo beim 4:3-Erfolg am vergangenen Mittwoch in Dresden beim Stand von 2:3 eingewechselt wurde, nahm er im Dreizack die Position vorne rechts ein und sorgte auf Anhieb für Betrieb. Gegen Spitzenreiter Hamburg gab er sein Startelfdebüt dann etwas dahinter. Nach 64 Minuten war für Yabo aber Schluss. Bei einhundert Prozent Fitness sei er nach seiner Knöchelverletzung noch nicht wieder angelangt, weshalb es »genau richtig war rauszugehen, denn sonst wäre ich keine wirkliche Hilfe mehr für die Mannschaft gewesen«, erklärt Yabo. »Aber das kommt«, verspricht er eine weitere Steigerung.

Leidtragender war Keanu Staude, der für den prominenten Winterzugang aus der Startelf rutschte. Und da Staude auch gegen Hamburg nach seiner Hereinnahme unauffällig blieb, dürften beim nächsten Spiel am Freitag in Regensburg (18.30 Uhr, Continental Arena) wieder die selben Elf beginnen wie am Samstag. Also wieder mit Edmundsson und ­Voglsammer auf den Flügeln. »Eddi will viel den Ball haben, ich bin eher einer, der in die Tiefe marschiert«, beschreibt Voglsammer die Vorlieben der beiden Außenangreifer.

Und mittendrin tobt sich Fabian Klos aus. Mit seinem beherzten Einsatz gegen HSV-Profi Gideon Jung und dem langen Pass auf Voglsammer leitete Klos den frühen Platzverweis gegen Hamburgs Gotoku Sakai (12. Minute) und damit auch den Sieg ein.

»Wir wollen im 4-3-3 hinten mehr spielerische Lösungen finden«

Klos ist mit seiner Wucht und Kopfballstärke ein Fixpunkt. Voglsammer: »Wir wollen im 4-3-3 hinten mehr spielerische Lösungen finden, und das haben wir auch gut gemacht. Aber wenn es brennt, jagen wir das Ding hoch nach vorn, weil wir ja wissen, dass wir mit Fabian einen Ochsen in der Offensive drin haben.«

Auch Yabo findet Gefallen daran, dass die Arminen sich des alten Rezeptes »Hoch und weit bringt Sicherheit« nur in Ausnahmefällen bedienen. »Wir sind von hinten heraus in der Lage, das Spiel sauber zu eröffnen und schnell umzuschalten. Wenn du diese Qualitäten hast, musst du dich nicht verstecken – auch nicht vor dem HSV.«

Dass die Bielefelder im zweiten Abschnitt trotz Überzahl und 2:0-Führung den Hamburgern fast nur noch hinterherliefen, gefällt Neuhaus allerdings ganz und gar nicht. »In Ballbesitz war es für mich zu wenig«, moniert er. »Da hätten wir bessere Möglichkeiten herausspielen sollen. Der HSV musste mehr Risiko eingehen, dadurch haben sich für uns Räume ergeben, die wir aber leider nicht genutzt haben.«

Einwechselspieler Patrick Weihrauch habe »mit seinen Läufen für Entlastung gesorgt«, lobt Neuhaus, der für sich in Anspruch nehmen darf, den DSC im neuen Jahr wieder richtig auf Zack gebracht zu haben.

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