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Arminia geht in ungewohnter Rolle in das Kellerduell gegen Aue

Plötzlich Favorit

Bielefeld (WB). Dass Arminia Bielefeld als (leichter) Favorit in ein Zweitligaspiel geht, ist für Trainer Jürgen Kramny, sein Team und die Fans ein fast vergessenes Gefühl. Doch Flügelspieler Christoph Hemlein warnt und sagt, warum die Heimpartie gegen den Tabellenletzten Erzgebirge Aue (Sonntag, 13.30 Uhr, Schüco-Arena) besonders schwer wird.

Dirk Schuster

Nach guten Leistungen in Hannover (Foto) und Frankfurt geht es für Christoph Hemlein (links) und den DSC nun gegen Aue. Foto: Starke

» Nach unseren guten Leistungen in Hannover und in Frankfurt denken jetzt viele: Guck mal, die Arminen, die können es doch, die hauen Aue jetzt weg«, beschreibt Hemlein die Stimmung, die er rund um den DSC ausgemacht hat. Dabei erwartet der 26-Jährige nichts anderes, als »dass das ein ganz hartes Kampfspiel wird«.

Dass Erzgebirge Aue – als SC Wismut 1956, ‘57 und ‘59 Meister der DDR – nach dem Rücktritt von Trainer Pavel Dotchev eine kleine Wundertüte ist, ist nicht von der Hand zu weisen. Im Anschluss an das 1:4 zuletzt gegen Dresden warf der Coach die Brocken hin. Die angestrebte Verpflichtung eines Nachfolgers bis zur Partie in Bielefeld scheiterte. Co-Trainer Robin Lenk wird nun am Sonntag an der Seitenlinie stehen. Der 32-Jährige fordert, »dass wir die Wismut-Tugenden auf den Platz bringen: eine hohe Laufbereitschaft, und dass wir jeden Zweikampf annehmen und gewinnen wollen – egal wo auf dem Spielfeld«.

»Dreckig spielen«

DSC-Coach Jürgen Kramny rechnet beim Gegner nicht mit gravierenden taktischen oder personellen Veränderungen, ist aber sowieso der Überzeugung, »dass wir gut beraten sind, auf uns zu schauen und zu zeigen, dass wir mit maximalem Invest unbedingt den Sieg holen wollen«. Oder wie Kapitän Fabian Klos es formuliert: »Man muss sehen, dass wir mehr in der Liga bleiben wollen als der direkte Konkurrent. Das ist es, was ich verlange – auch von mir selbst.«

Um sauber aus der Partie rauszukommen, sei es nach Ansicht Hemleins auch mal nötig, »dreckig zu spielen«. Denn »kämpfen, beißen, kratzen – das gehört zum Fußball dazu. Dann sind wir wieder die eklige Mannschaft, die wir auch in der letzten Saison waren. Dann freut sich keiner darauf, gegen uns zu spielen.«

Schütz, Voglsammer und Brandy fehlen

Nicht den Anflug von Freude verspürte beim Hinspiel im September Martin Männel. Aues Torwart musste nach einem Zusammenprall mit Hemlein am Ellenbogen operiert werden und fiel monatelang aus. »Ich habe mich entschuldigt und denke, dass ich damit fairen Sportsgeist bewiesen habe. Wir hatten damals SMS-Kontakt, weil ich mich erkundigt habe, wie es ihm geht«, sagt Hemlein. Männel nahm die Entschuldigung an. Hemlein: »Klar tut mir das leid, wenn sich ein Gegenspieler so schwer verletzt. Aber es steckte keine böse Absicht dahinter.« Kurz vor Weihnachten kehrte Männel dann ins Tor der Veilchen zurück. »Ich freue mich für ihn, dass er wieder auf dem Platz steht«, erklärt Hemlein, betont aber, dass die Sache von damals vor dem Rückspiel keine besondere Rolle mehr spiele: »Das Thema ist für mich abgehakt.«

Während Hemlein seinen Platz in Arminias Anfangself sicher hat, fallen andere Akteure aus. Außer den gelbgesperrten Tom Schütz und Andreas Voglsammer kann auch Sören Brandy (muskuläre Probleme) nicht mitwirken. Für ihn dürfte Keanu Staude beginnen.

Noch nicht für das Spiel gegen Aue, wohl aber für das darauffolgende in Nürnberg könnte auch Steffen Lang wieder eine Alternative sein. Der Rechtsverteidiger dürfte nach langer Verletzungspause »in der kommenden Woche ins Mannschaftstraining zurückkehren«, sagt Kramny.

Info: Zuschauer müssen sich am Sonntag auf einer erschwerte Anreise und eine angespannte Parkplatzsituation an der Alm einstellen.

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