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Arminia-Bosse wollen sich in Trainerfrage nicht von Emotionen leiten lassen

Ruhe und Besonnenheit

Bielefeld (WB). Von den vergangenen acht Pflichtspielen sieben verloren, nur ein Punkt in der 2. Liga seit Ende September, am Freitag das 0:1 gegen den MSV Duisburg – die Lage bei Arminia Bielefeld wird immer schlimmer. Die große Frage lautet: Darf Jeff Saibene bleiben?

Jens Brinkmeier

Jeff Saibene (links) und sein Co-Trainer Carsten Rump versuchen viel, aber es klappt derzeit nichts. Foto: Thomas F. Starke

Eine klare Aussage zur Trainerzukunft gab es auch gestern nicht. »Wir haben uns bewusst dazu entschieden, nicht direkt nach dem Spiel zusammen zu sitzen. Wir wollen uns nicht von Emotionen leiten lassen, sondern mit Ruhe und Besonnenheit entscheiden«, sagte DSC-Präsident Hans-Jürgen Laufer gegenüber dieser Zeitung. »Anfang der Woche« wolle er mit der Geschäftsführung und verschiedenen Gremienmitgliedern telefonieren, führte der 70-Jährige aus.

Und auch mit dem Trainer solle gesprochen werden, aber nicht nur mit dem, sondern »auch mit dem Mannschaftsrat«. Da all diese Gespräche Zeit in Anspruch nehmen, deutet derzeit einiges darauf hin, dass Jeff Saibene am Freitag beim OWL-Duell in Paderborn (18.30 Uhr) auf der Arminia-Bank sitzen wird.

Konkurrenz spielt für Arminia

Sport-Geschäftsführer Samir Arabi hatte schon am Freitag, etwa 45 Minuten nach dem 0:1 gegen Duisburg , gesagt: »Wir müssen Sachen verändern, und das besprechen wir mit dem Trainer. Es ist mir zu platt, den Trainer in Frage zu stellen.« Klar sei aber auch, dass sich die Mannschaft in Paderborn anders präsentieren müsse.

Immerhin: Die Konkurrenz spielt derzeit noch für die Sieglos-Arminen. Arabi: »Es gibt eine große Anzahl von Mannschaften, die im Schlamassel stecken, und dazu zählen wir auch. Aber es ist so, dass wir uns noch selbst befreien können. Es geht jetzt darum, dass wir schleunigst in die Spur kommen müssen.«

Gegen Duisburg standen die Gastgeber im Vergleich zum Pokaldebakel gegen den selben Gegner drei Wochen zuvor (0:3) in der Defensive deutlich besser. Doch in der Schlussphase boten sie doch eine Lücke an, die Ahmet Engin zum einzigen Tor des Abends nutzte. »Wir bringen es nicht fertig, zu Null zu spielen. Das ist ein großes Problem«, sagte Saibene. Nur einmal in 14 Partien, beim 0:0 in Magdeburg am fünften Spieltag, kassierte der DSC kein Tor. »Dass eine gewisse Angst da ist, zu verlieren, merkt man. Es ist für alle eine schwere Situation«, meinte der Trainer mit Blick auf die allgemeine Verunsicherung. Er ist jetzt vor allem als Psychologe gefragt.

Spieler stehen hinter Saibene

Seine Spieler stellten sich erneut hinter ihn. »Wir sind immer gut eingestellt, wir wollen, und wir haben einen Plan. Der Trainer ist die ärmste Sau«, sagte Mittelfeldspieler Tom Schütz. Der 30-Jährige ergänzte: »Wir haben wieder verloren, wir brauchen nichts schönreden. Aber wir spielen ja nicht absichtlich so. Es gibt immer noch genug Spieltage. Wenn Leute sich hinstellen und sagen, dass wir tot sind, sage ich: Wartet mal noch ein paar Wochen ab. Wir geben nicht auf.«

Arminia: Ortega Moreno (3) - Behrendt (3,5), Börner (3,5), Brunner (3,5) - Clauss (5/76. Salger), Prietl (3,5), Schütz (4), Hartherz (4,5) - Weihrauch (4,5/85. Owusu) , Staude (3,5) - Klos (4/73. Voglsammer)

Duisburg: Mesenhöler - Wiegel, Bomheuer, Nauber, Wolze - Fröde, Schnellhardt (90.+1 Hajri) - Engin, Stoppelkamp (85. Regäsel) - Taschtschi - Iljutcenko (65. Verhoek)

Schiedsrichterin: Steinhaus (Hannover)

Zuschauer: 14.766

Tor: 0:1 Engin (82.)

Gelbe Karten: Brunner (5) / Regäsel, Hajri

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