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Richtig oder falsch? Warum Arminias Trainer Sporar stürmen ließ

Saibenes Spagat

Bielefeld (WB). Es las sich zunächst ein wenig wie »Angriff ist die beste Verteidigung«: Andreas Voglsammer, Fabian Klos, dazu noch überraschend Andraz Sporar. Doch was die Aufstellung auf dem Papier versprach, konnte Arminia auf dem Platz nicht halten .

Dirk Schuster

Nach 64 Minuten war für Andraz Sporar gegen Düsseldorf Feierabend. Trainer Jeff Saibene wechselte den Stürmer aus. Foto: Thomas F. Starke

Trotz der nominell drei Stürmer passierte im Zweitligaheimspiel des DSC gegen Fortuna Düsseldorf am Samstag vorne viel zu wenig. Ist Trainer Jeff Saibenes Experiment mit diesem Angriffs-Trio damit für alle Zeit gescheitert?

So weit wollte der 49-Jährige nach der Partie freilich nicht gehen. Im Hinblick auf die nächste Begegnung am Samstag in Kiel wolle er das Spiel gegen Düsseldorf zunächst in Ruhe analysieren und die richtigen Schlüsse ziehen. Doch schon jetzt lässt sich sagen: Dass der in dieser Saison mit vier Treffern bislang erfolgreichste Arminia-Stürmer Voglsammer auf dem von ihm schon länger nicht mehr bearbeiteten linken Flügel längst nicht so wirkungsvoll war wie gewohnt, war unübersehbar.

Weil Saibene dem slowenischen Stürmer Andraz Sporar unbedingt zu dessen Startelfdebüt verhelfen wollte , musste er nach dem vorherigen 2:1-Erfolg in Nürnberg einen anderen Offensivakteur opfern. Es erwischte Christoph Hemlein. Der Flügelspieler rutschte auf die Bank, Patrick Weihrauch für ihn von der linken auf die rechte Seite, damit im 4-4-2-System links Platz war für Voglsammer. Dass der DSC mit 0:2 verlor, lag gewiss nicht nur an den Personalrochaden – aber vermutlich auch.

Saibenes Spagat: Dass der Coach Sporars gute Trainingsleistungen und dessen starken, torgekrönten Joker-Auftritt zuletzt in Nürnberg belohnen wollte, ist einerseits nachvollziehbar. Mehr noch: Es ist sogar notwendig, um auch den anderen Reservisten zu zeigen: Seht her, die Tür ins Start-Team ist jederzeit für alle offen.

Saibene wusste um die Risiken

Andererseits wusste Saibene natürlich um die Risiken, die eine derartige Veränderung des zuletzt gefestigten Arminia-Gerüsts mit sich bringen würde.

Bei allem Bemühen der beiden Alteingesessenen: Sporars Sturmpartner Fabian Klos blieb wie Flügelspieler Voglsammer ohne nennenswerten Torabschluss. Neuzugang Sporar war von den Dreien noch der Gefährlichste – zumindest nach der Pause, als er zwei Abseitstore erzielte und in diesen Augenblicken andeutete, warum Saibene ihn im Sommer so gern vom FC Basel ausleihen wollte.

In einer ersten Analyse suchte der Coach die Hauptursache für die wenigen Torabschlüsse übrigens weniger im Sturm als vielmehr dahinter. »In den letzten 30 Metern vor dem gegnerischen Tor fehlte mir die Qualität, die entscheidenden Pässe in die Tiefe, so dass die Stürmer zum Abschluss kommen können. Die Präzision war ungenügend«, kritisierte der Trainer scharf. Worauf er unter anderem abzielte: Die zentralen Mittelfeldspieler Manuel Prietl und Tom Schütz erwischten einen schwachen Tag. Zudem verpufften die vielen Standards wirkungslos und die Flanken waren unpräzise.

So fiel es Klos und Sporar schwer, ihren bisher je zwei Saisontreffern weitere folgen zu lassen. Interessant: Während Klos für seine beiden Tore bisher 807 Einsatzminuten benötigte, reichten Sporar 215. Wer weiß, vielleicht wagt Saibene in Kiel ja nun ein ganz neues Experiment. Eine Startelf mit der Doppelspitze Voglsammer/Sporar gab es in dieser Saison noch gar nicht.

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