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Intern und extern: Arminia hält Ausschau nach möglichem Voglsammer-Vertreter – Córdova soll kommen

Soukou bringt sich in Position

Bielefeld (WB). Es mag Andreas Voglsammer vorgekommen sein wie ein kleines Déjà-vu. Denn wie schon Anfang Februar, als der Angreifer nach seinem Mittelfußbruch zum ersten Mal an Krücken in die Schüco-Arena gehumpelt kam, so sah er auch diesmal in Spiel eins nach seiner erneuten Verletzung am linken Fuß (Haarriss, erlitten beim Test in Espelkamp) auf der Alm mit an, wie sein Vertreter sogleich ein Tor erzielte. Damals im Zweitligaspiel hatte Cebio Soukou den DSC gegen Regensburg mit 1:0 in Führung gebracht (Endstand 6:0). Diesmal erzielte er am Samstag den Treffer zum 1:1-Endstand gegen Osnabrück . Der Unterschied: Damals ging es um die Wurst, diesmal war es bloß ein Testspiel.

Dirk Schuster

Den Ball von Mitspieler Sebastian Müller habe er „ein bisschen glücklich, aber gut mitgenommen und ihn dann links unten in die Ecke geschoben“, beschreibt Armine Cebio Soukou seinen Testspieltreffer zum 1:1-Endstand gegen Osnabrück. Foto: Thomas F. Starke

Und doch hat der Treffer gegen den lange Zeit überlegenen Zweitligisten dafür gesorgt, dass Soukou (27) sich als Anwärter auf die Rolle als potenzieller Voglsammer-Vertreter erst einmal in den Vordergrund geschossen hat.

Andreas Voglsammer beim Plausch mit Ex-Arminia-Profi Manuel Hornig. Foto: Starke

Denn wann Voglsammer wieder fit ist, sprich ob die Zeit bis zum Pflichtspielstart im DFB-Pokal (11. bis 14. September) für ihn reicht, ist höchst fraglich. Arminia beziffert die Ausfalldauer vage auf „einige Wochen“. Bundesligastart ist für die Bielefelder dann ein Wochenende später in Frankfurt.

Selbst wenn Voglsammer bis dahin wieder voll im Training sein sollte, hätte er dennoch einen Rückstand aufzuholen, der einen Starteinsatz zu Serienbeginn – egal in welchem Wettbewerb – höchst unwahrscheinlich macht.

In Soukous Brust schlagen nun zwei Herzen. Einerseits fühlt er mit Voglsammer („Wir kommen sehr gut miteinander klar, deshalb fühle ich extrem mit“). Andererseits könnte er wie damals auch nun von Voglsammers Pech profitieren. Soukou: „Selbstverständlich ist es mein Ziel, zum Saisonstart in der Startelf zu stehen.“

Die Möglichkeit, sich in der Bundesliga mit den Besten messen zu können, sei für den fünffachen Torschützen der Vorsaison „sehr, sehr motivierend“. Bereits am vierten Spieltag bekommt es der DSC daheim mit dem aktuell vielleicht besten Team der Welt zu tun. Soukou hat Bayerns Gala gegen Barcelona verfolgt. „Es hat Spaß gemacht, zuzugucken. Ich freue mich schon auf das Spiel gegen Bayern“, sagt er und betont: „Es ist nicht so, dass man Angst hat. Es gibt nichts Schöneres, als sich mit solchen Spielern und Vereinen messen zu dürfen.“ Deshalb herrsche beim Gedanken an das Duell gegen den möglichen Champions-League-Sieger bei ihm „extreme Vorfreude“.

Voglsammer ist ein wichtiger Baustein

Für Voglsammer (28) dagegen ist das Bayern-Spiel noch ganz weit weg. Erst einmal muss er den Schreck überwinden, der ihm nach der erneuten Verletzung am linken Fuß in die Glieder gefahren ist. Niemand kann seriös beurteilen, wie schnell und wie gut der ehrgeizige Voglsammer wieder auf die Beine kommt. Nur eines ist sicher: Der Fitnessfanatiker wird nichts unversucht lassen, so flott wie möglich wieder ganz der Alte zu werden. Doch Vieles wird jetzt auch Kopfsache sein.

In den Erstligaplanungen des DSC ist Voglsammer ein wichtiger Baustein. Zwölf Treffer hat der kräftige Angreifer zum Aufstieg beigetragen. Doch was, wenn Voglsammer für seine Rückkehr länger braucht als alle hoffen? „Wir halten immer Ausschau“, hat Trainer Uwe Neuhaus am Samstag auf die Frage nach einem möglichen Ersatz geantwortet. Andererseits verfüge sein Kader bereits jetzt über einige „polyvalente Spieler“, die auch auf Voglsammers Paradeposition vorne links agieren könnten. Man müsse „ruhig bleiben“, sagt der Coach. Soukous Treffer mag ihn nun darin bestärkt haben, dass zur Panik kein Anlass besteht. Vielleicht wusste Neuhaus da aber auch einfach längst, dass Sergio Córdova (23) dem DSC sein Ja-Wort gegeben hat. Nach Informationen dieser Zeitung ist sich der Venezolaner, der beim Ligakonkurrenten FC Augsburg einen Vertrag bis 2022 hat, mit Arminia über einen Wechsel auf Leihbasis einig. In der Vorsaison kam Stürmer Córdova auf 16 Einsätze (zwei Tore).

Sergio Córdova vom FC Augsburg soll sich mit Arminia einig sein. Foto: dpa

Gegen Osnabrück hat Neuhaus experimentiert. Nicht nur, dass er zwei nahezu komplett unterschiedliche Teams aufbot (neun Wechsel in der Halbzeit), auch in Sachen System probierte er etwas aus. „Das war unser erstes Spiel mit Dreier- beziehungsweise Fünferkette. Dass nicht alles funktioniert, war klar. Aber diese Spiele sind dazu da, um Fehler zu machen und daraus zu lernen“, sagt Neuhaus und betont gleich noch einmal: „Fehler sind erlaubt.“

Folgenschwer war der Patzer von Cedric Brunner und Stephan Salger. Die beiden Abwehrspieler konnten sich nicht recht einigen, wer den VfL-Angreifer Etienne Amenyido denn nun attackieren soll. Einer verließ sich auf den anderen, sodass Amenyido zur Führung traf (38.). Aber dann kam ja noch Cebio Soukou.

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