Der Druck vor dem Kellerduell in Berlin ist für Arminia riesig – Vorfreude bei Trainer Kramer

Verlieren verboten!

Bielefeld

Im Hinspiel war er der gefeierte Held, im Rückspiel bei Hertha BSC (Sonntag, 18 Uhr/Sky) muss Fußball-Bundesligist Arminia Bielefeld ohne Reinhold Yabo auskommen. Nach seiner zweiwöchigen häuslichen Quarantäne kämpft der offensive Mittelfeldspieler um Anschluss.

Dirk Schuster

Es steht viel auf dem Spiel. Das wissen auch (von rechts) DSC-Trainer Frank Kramer und seine Assistenten Sebastian Hille, Marco Kostmann und Stefan Kleineheismann. Foto: Thomas F. Starke

Yabo hatte sich als enge Kontaktperson des an Covid-19 erkrankten Mitspielers Sergio Cordova ebenso wie der Venezolaner in die Isolation begeben müssen. Zwar blieb Yabo selbst von Corona verschont. Doch nachdem der 29-Jährige zuvor bereits immer wieder mit muskulären Problemen zu kämpfen hatte, tue er sich laut Trainer Frank Kramer derzeit schwer. „Ray hat Anpassungsschwierigkeiten“, sagt Kramer und erklärt, dass ein Kaderplatz bei der Partie am Sonntag für Yabo nicht in Frage komme.

Mit 1:0 hatte Bielefeld Anfang Januar die damals noch von Bruno Labbadia trainierte Hertha daheim bezwungen. Es folgten ein 0:0 in Hoffenheim und zum Abschluss der Hinrunde ein 3:0 gegen Stuttgart.

Sollten die Bielefelder auch die Rückrunde derart fulminant ausklingen lassen, dürfte nach dem letzten Spiel am 22. Mai einer kleinen Klassenerhaltsfeier kaum etwas im Wege stehen. Nach dem jüngsten 0:5 in Mönchengladbach jedoch macht sich eine gewisse Skepsis unter den DSC-Fans breit, zumal die Konkurrenten im Tabellenkeller gerade überwiegend fleißig punkten. So wie die Hertha.

Vier Zähler holten die Berliner aus den ersten beiden Nachholpartien im Anschluss an die 14-tägige häusliche Quarantäne des gesamten Teams. „Die Ausbeute zeigt, dass sie gut aus der Zwangspause gekommen sind. Wir haben das registriert“, sagt Kramer und fordert: „Wir müssen es hinbekommen, dass wir mental bereit sind für die Situation insgesamt und für das Spiel am Sonntag.“ Hertha müsse man „bearbeiten, man muss unangenehm sein und mit Wucht, Dynamik sowie Intensität zu Werke gehen“.

Es sei nicht wegzudiskutieren, dass es im Kampf um den Klassenerhalt in der heißen Phase insbesondere auch um mentale Stärke gehe. „Der Kopf spielt eine Rolle, das ist unbestritten“, betont Kramer, der die Mannschaft „sehr lebendig“ erlebe. „Sie hat Freude, ist gut drauf und macht einen optimistischen Eindruck.“

Während der zweiwöchigen Pause nach dem Gladbach-Spiel habe man gemeinsam „am Feintuning gearbeitet. Wir haben die Zeit gut genutzt. Ich bin guten Mutes, dass wir einen Schritt weiter sind.“

Das Berlin-Spiel wird es zeigen. Verlieren ist für die Arminen, die wegen des 3:0-Sieges der Hertha im Nachholspiel am Donnerstag gegen Freiburg auf Relegationsrang 16 abrutschten, im Olympiastadion verboten.

Trotz der Drucksituation fordert auch Samir Arabi das Team auf, positiv zu denken. „Wir sollten die Aufgaben mit Vorfreude angehen, denn es ist möglich, in der nächsten Saison wieder in der Bundesliga zu spielen“, sagt der Sport-Geschäftsführer.

Auch der frühere Gymnasiallehrer Kramer versucht eine optimistische Grundhaltung vorzuleben. „Positive Anspannung vor wichtigen Prüfungen – das kennen wir alle noch aus der Schule.“ Jeder gehe mit der Situation jedoch ein bisschen anders um. Er selbst spüre eine „positive Energie, die sich aufstaut und eine Freude, sich beweisen zu dürfen. Je wichtiger die Spiele, desto größer die Vorfreude und desto positiver und kribbliger ist die Anspannung“, führt Kramer aus. Der 49-Jährige sagt: „Aus der Situation heraus, voll im Rennen zu sein, ein wichtiges Spiel angehen zu können und zeigen zu dürfen, was wir uns erarbeitet haben – da freue ich mich total drauf.“

So könnten sie spielen

Berlin: Schwolow - Pekarik, Stark, M. Dardai, Torunarigha - Tousart, Ascacibar - Darida, Matheus Cunha, Radonjic - Piatek

Bielefeld: Ortega Moreno - Brunner, Pieper, Nilsson, Lucoqui - Prietl, Maier - Okugawa - Doan, Voglsammer - Klos

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