Arminen lassen sich vom Tabellenführer-Gefühl nicht ablenken – mit Video

Voll normal

Bielefeld (WB). Dass die Tabellenführung des DSC Arminia so ganz normal nicht ist, zeigt allein das deutschlandweit gestiegene Medieninteresse am Klub aus Ostwestfalen. Vor dem Heimspiel gegen den SV Sandhausen am Samstag (13 Uhr, Schüco-Arena) herrscht beim Zweitliga-Spitzenreiter trotzdem vor allem eins: Normalität.

Sebastian Bauer

Arminias Trainer Uwe Neuhaus ist zufrieden, wie sich seine Mannschaft als Spitzenreiter im Training präsentiert. Foto: Starke

In den zwei Wochen nach dem 5:1-Sieg in Nürnberg und der Übernahme des ersten Tabellenrangs hat Trainer Uwe Neuhaus keine messbaren Impulse festgestellt, dass die Spitzenposition sich negativ auf den Arbeitsalltag mit seiner Mannschaft ausgewirkt hat: »Nein, ich hatte das Gefühl nicht im geringsten. Sie haben gut trainiert, mit dem Testspiel gegen Braunschweig war ich auch sehr zufrieden. Wir haben eigentlich ganz normal weitergemacht.«

Direkt nach dem Triumph in Nürnberg hatte der 59-Jährige noch angemerkt, dass man die neue Tabellensituation womöglich besprechen müsse. Ein Grund war, dass der Trainer beim 5:1 phasenweise die nötige Souveränität bei seinem Team vermisst hatte. Gut zwei Wochen und eine Länderspielpause später besteht aber kein Anlass mehr zur Sorge. »Die Mannschaft geht damit gut um. Ich musste nicht jeden Tag vor ihr stehen und mahnend den Zeigefinger heben«, stellte Neuhaus zufrieden fest.

Schließlich besteht die Gefahr, ein Problem grundsätzlich erst herbei zu reden. Auch deshalb verzichtete der Coach nach einigen Überlegungen bislang auf einen Vortrag zum Thema »Tabellenführung und die daraus resultierenden psychologischen Folgen für die Mannschaft«. Neuhaus: »Warum soll ich etwas inszenieren, was gar nicht vorhanden ist?«

Arminen nehmen Sandhausen sehr ernst

Umso mehr hofft Uwe Neuhaus auf eine erfolgreiche Heiminszenierung vor den erwarteten 20.000 Zuschauern gegen Sandhausen. Trainer und Spieler wissen, dass da nicht nur aufgrund des nasskalten Wetters eine richtig ungemütliche Aufgabe auf sie zukommt. » Auf gar keinen Fall nehmen wir Sandhausen auf die leichte Schulter . Die letzten Jahre haben gezeigt, dass es oft enge Spiele waren. Die werden sich in alles reindonnern«, betont Stürmer Andreas Voglsammer. Und sein Trainer ergänzt: »Das ist keine Zweitligamannschaft, die man im Vorbeigehen besiegt.«

Doch zurück zur Normalität. Denn auch was seine persönlichen Aussichten betrifft, bleibt Uwe Neuhaus ganz gelassen. Am kommenden Dienstag wird der Trainer 60, hat jedoch keine Sekunde über einen freien Tag für sich und das Team nachgedacht: »Dann würde ich mit schlechtem Beispiel voran gehen. Man muss nicht immer feiern, auch wenn es ein runder Geburtstag ist. Für mich ist das ein normaler Arbeitstag.«

Absehbar ist dafür, dass sich der Coach kommende Woche selbst mit einer Unterschrift unter seinen neuen Vertrag belohnen wird. Wie vom WESTFALEN-BLATT berichtet (Dienstagsausgabe), sind sich alle Parteien bereits einig. Neuhaus bestätigte am Donnerstag: »Wann wir unterschreiben, haben wir nicht genau festgelegt. Aber es wird nicht mehr lange dauern.«

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