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Kommentar zum neuen DSC-Trainer

Wie die Freiwillige Feuerwehr

Ein Neun-Mal-90-Minuten-Vertrag. Ohne Netz. Ohne doppelten Boden. Ohne alles. Das ist es, worauf Arminia Bielefeld und Jeff Saibene sich verständigt haben. Eine mögliche Relegation mal außen vor gelassen.

Dirk Schuster

Der neue Trainer Jeff Saibene. Foto: Thomas F. Starke

Üblich in der Branche ist: Wer den Klassenerhalt packt, wird per Klausel mit einer automatischen Verlängerung belohnt. So läuft das mit den Feuerwehrmännern.

Doch auch wenn es bei Arminia lichterloh lodert: Eigentlich ist Saibene gar kein Feuerwehrmann. Eigentlich ist er einer, der längerfristig etwas aufbaut.

Ist der Trainer in der jetzigen Situation dann überhaupt der Richtige? Sagen wir es mal so: Würde er sich nicht zutrauen, sehr schnell sehr viel bewegen zu können, dann wäre er kaum hier. Er spielt, wenn man so will, Freiwillige Feuerwehr.

Saibene wollte liebend gern in die 1. oder 2. Bundesliga. Insofern bedeutet Bielefeld für ihn in erster Linie eine Chance. Aber auch das Risiko, sehr schnell sehr heftig zu scheitern, ist für den Nobody auf dem deutschen Trainermarkt nicht eben gering. Saibene geht es sehenden Auges ein. Weil er an sich glaubt. Und weil er aus einem gewissen Erfahrungsschatz schöpfen kann im Umgang mit Teams, die im Schlamassel stecken. Den FC Thun zum Beispiel hat er zwei Mal als Tabellenletzter übernommen. Zwei Mal schaffte er den Klassenerhalt. Gelingt ihm das auch beim DSC, gibt es zumindest eine dicke Prämie. Und dazu die Aussicht auf einen neuen, noch besser dotierten Vertrag – wenn nicht in Bielefeld, dann vielleicht anderswo in der 1. oder 2. Bundesliga.

Saibene weiß, worauf es bei Arminia ankommt. Dass er der Mannschaft nichts überzustülpen versucht, was sie nicht kann (und will). Dass er seinem Co-Trainer Carsten Rump Spielraum lässt. Dass er Emotionen entfacht. Und dass er auch mal auf den Tisch haut, wenn es sein muss.

Arminia – allen voran Sportchef Samir Arabi – bleibt nur die Hoffnung, dass Saibene sich nach den Fehlschüssen Rehm und Kramny als der ersehnte Volltreffer erweist. Denn nur ein solcher kann den DSC vor dem Abstieg retten – und wohl Arabi den Job.

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