Trainer Kramer trifft mit Arminia auf Hoffenheim – Dort wurde er 2012 erstmals zum Chef

Wo alles begann

Bielefeld

Es war der 4. Dezember 2012, als Frank Kramer plötzlich und unvermittelt von der kleinen auf die ganz große (Fußball-) Bühne trat.

Jens Brinkmeier

Debüt: Am 7. Dezember steht Frank Kramer in Hamburg erstmals als Trainer in der Fußball-Bundesliga an der Seitenlinie. Foto: imago

Nach 53 Spielen als Trainer der U23 der TSG 1899 Hoffenheim wurde der damals 40-Jährige fast über Nacht zum Chefcoach der Bundesligamannschaft der Kraichgauer. An diesem Samstag (15.30 Uhr/Sky) trifft Kramer nun mit Arminia Bielefeld auf den Verein, bei dem seine Trainerkarriere eine neue Richtung einschlug.

Von den beschaulichen Fußballplätzen der Regionalliga Südwest in Eschborn und Alzenau ging es für Kramer gleich im ersten Spiel als Nachfolger des entlassenen Markus Babbel zum Hamburger SV. 48.000 Zuschauer statt 610 wie wenige Tage zuvor bei der 0:2-Niederlage mit der U23 beim FC Homburg. Richtig wohl in seiner Haut fühlte sich der neue Mann auf der Kommandobrücke der Profis nicht, wie er damals in einem Interview auf der TSG-Homepage zugab. Wie sich das anfühle, an Babbels Stelle zu stehen, dem er noch einige Tage zuvor zugearbeitet habe, wurde Kramer gefragt. Und der antwortete offen: „Ganz ehrlich: Es fühlt sich nicht gut an. Ich habe mit Markus Babbel und Rainer Widmayer (Babbels Co-Trainer) hervorragend zusammengearbeitet, wir haben ein sehr gutes Verhältnis. Ich habe beide angerufen vor der Entscheidung, ihren Platz bis auf weiteres einzunehmen. Beide haben mich bestärkt, es zu machen. Das war hilfreich für mich, und wenn ich jetzt auf dem Platz stehe und mit der Mannschaft arbeite, ist alles andere vergessen und ich konzentriere mich zu 100 Prozent auf Hamburg.“

Beim HSV absolvierte Kramer am 7. Dezember 2012 die erste von zwei Partien als Interimscoach. Zu seinem Co-Trainer machte er Julian Nagelsmann (damals 25). Erfolgreich war das Duo nicht. In Hamburg verlor Hoffenheim mit 0:2, die zweite Partie neun Tage später zuhause vor 30.150 Fans gegen Borussia Dortmund ging 1:3 verloren. Kurz darauf übernahm Marco Kurz die TSG-Profis, Kramer rückte wieder ins zweite Glied und machte bei der U23 weiter.

Allerdings nur bis März 2013, denn dann übernahm er das Traineramt beim damaligen Erstligisten SpVgg Greuther Fürth. Nach 71 Spielen war dort Schluss, es folgte noch eine Profistation bei Fortuna Düsseldorf (17 Spiele). Danach arbeitete Kramer fünf Jahre beim DFB und bei RB Salzburg in der Jugend, ehe der gebürtige Memminger Anfang März diesen Jahres auf die große Bühne zurückkehrte. Mit Arminia will der 49-Jährige nun den Klassenerhalt schaffen. Ein Sieg gegen den Verein, bei dem alles begann, wäre ein großer Schritt zum großen Ziel.

Seit Anfang März ist Frank Kramer Trainer bei Arminia Bielefeld. Foto: Thomas F. Starke
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