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Testfahrt

Der Toyota Aygo X kommt mit mehr Platz und SUV-Design

Berlin (dpa-infocom)

Ob mobile Krankenpflege oder Pizzaflitzer - günstige Kleinwagen haben nicht ausgedient. Doch immer mehr Hersteller verlassen das Segment. Nur Toyota meldet sich jetzt mit einem neuen Aygo zurück.

Von dpa

Die rustikalen Stoßfänger, die Plastikplanken an den Radläufen und die Kontrast-Lackierung lassen den Toyota Aygo X wie ein SUV aussehen. Foto: Toyota Motor Corporation/dpa-mag

Der Ford Ka ist Geschichte, Peugeot hat seinen 107 ebenso eingestellt wie Citroen seinen C1, und den VW Up gibt es nur noch als Elektroauto. Die große Zeit der kleinen Autos ist offenbar vorbei. Weil die Kosten für Assistenzsysteme und Abgasreinigung in die Höhe schießen, ziehen sich immer mehr Hersteller aus dieser Liga zurück.

Vor allem bezahlbare Cityflitzer werden zur Mangelware, und Pflegedienste oder Pizzakuriere müssen umsteigen. Toyota allerdings beweist noch einmal Mut zur Lücke und legt einen neuen Kleinwagen auf. Zu Preisen ab 15.390 Euro feiert der Aygo jetzt ein Comeback.

Knackiger Crossover mit mehr Platz

Mit dem schlichten Sparmodell von einst hat die dritte Generation des Aygo allerdings nichts mehr zu tun. Mit rustikalen Stoßfängern, Plastikplanken an den Radläufen und einer Kontrast-Lackierung macht er vielmehr ein bisschen auf SUV. Auch die Sitzposition haben die Japaner um knapp sechs Zentimeter angehoben und so die Übersicht verbessert. Passend zum neuen Style erhält der Name nun ein X als Zusatz.

Außerdem geht der Aygo auch noch etwas in die Länge. Statt bislang 3,46 Meter misst er jetzt 3,70 Meter. Im Fond bietet er deshalb einen Hauch mehr Platz, so dass die Rückbank zumindest für Kinder keine Zumutung mehr ist. Zudem wächst der Kofferraum. Er fasst mit 269 Litern nun 60 Liter mehr als bisher.

Auf der Basis des großen Bruders

Die technische Basis dafür bietet der große Bruder Yaris, von dem Toyota die Plattform übernimmt. Allerdings haben die Japaner sie spürbar gekürzt. So liegen beim Radstand und bei der Länge jeweils rund 20 Zentimeter zwischen den beiden Kleinwagen. Trotzdem merkt man ihnen die Verwandtschaft an, vor allem bei der Ausstattung.

Mit dem großen Bruder im Rücken bietet der Aygo X ein paar Extras, die man in dieser Klasse eher selten findet. Dazu gehört etwa das farbige LED-Display hinter dem Lenkrad, die Sitzheizung, die LED-Scheinwerfer oder die Schale fürs kabellose Laden des Handys. Zudem gibt es eine App, mit der man auch aus der Ferne aufs Fahrzeug zugreifen kann. Einzig das viele Hartplastik im Cockpit und auf den Konsolen zeugt noch vom Preisdruck, der in diesem Segment herrscht.

Kein Fortschritt beim Antrieb

Nur beim Antrieb greifen die Japaner auf den Vorgänger zurück und nutzen noch einmal den Einliter-Dreizylinder. Der war schon früher kein Leistungsträger und tut sich bei 53 kW/72 PS und 92 Nm mit dem größeren Auto noch schwerer.

Zwar ist das Fahrwerk deutlich besser geworden. Auch die Karosserie wirkt viel stabiler, und 158 km/h Spitzentempo dürfte für ein solches Auto völlig ausreichen. Doch im Getümmel der Großstadt, wo die Kleinen sonst groß herauskommen, wirkt der Aygo X blasser als erwartet. Aus dem Stand auf Tempo 100 in 15,6 Sekunden - das qualifiziert ihn wohl kaum zum Citychampion. Dabei hat er mit seinem mit 9,40 Metern extrem kleinen Wendekreis durchaus gewisse Vorzüge im Stadtverkehr.

Weitere Motoren sind nicht zu erwarten

Anders als beim großen Bruder wird man beim Aygo X wohl kaum auf andere Motoren hoffen dürfen. Sportlichere Aggregate scheiden angesichts der mangelnden Nachfrage von vornherein aus. Ein drehmomentstarker Diesel wäre zu teuer, und selbst vom Hybrid ist ausgerechnet bei Toyota in dieser Klasse keine Rede. Zumindest was den Verbrauch angeht, ist das allerdings zu verschmerzen. Denn mit 4,8 Litern und einem CO2-Ausstoß von 108 g/km zählt der Aygo auch so zu den sparsamsten Verbrennern.

Und eine Alternative gibt es immerhin beim Triebstrang: Wer möchte, bekommt für 1.200 Euro anstelle der fünfstufigen Handschaltung auch ein CVT-Getriebe, das in Deutschland aber traditionell wenig Freunde hat.

Fazit: Mensch, bis du groß geworden

Auch mit 14 Zentimetern mehr gehört der Aygo X noch zu den Kleinwagen und ist dort als Neuauflage eine echte Seltenheit. Doch mit der Nähe zum SUV und dem Wechsel auf die Plattform des großen Bruders wächst er ein bisschen aus dem Segment heraus. Dabei beweist der Autozwerg aus Japan gleich in verschiedener Hinsicht mehr Größe: Bei den Abmessungen genauso wie beim Ambiente und der Ausstattung. Nur der Antrieb lässt etwas Leistungszuwachs vermissen.

Datenblatt: Toyota Aygo X

Motor und AntriebDreizylinder-Benziner
Hubraum:998 ccm
Max. Leistung:53 kW/72 PS
Max. Drehmoment:93 Nm
Antrieb:Frontantrieb
Getriebe:Fünfgang-Handschaltung

Maße und Gewichte
Länge:3700 mm
Breite:1740 mm
Höhe:1510 mm
Radstand:2430 mm
Leergewicht:1015 kg
Zuladung:345 kg
Kofferraumvolumen:269-829 Liter

Fahrdaten:
Höchstgeschwindigkeit:158 km/h
Beschleunigung 0-100 km/h:15,6 s
Durchschnittsverbrauch:4,8 Liter/100 km
Reichweite:730 km
CO2-Emission:108 g/km
Kraftstoff:Super
Schadstoffklasse:Eu6
Energieeffizienzklasse:k.A.

Kosten:
Basispreis des Toyota Aygo X:15.390 Euro
Typklassen:k.A.
Kfz-Steuer:46 Euro/Jahr

Wichtige Serienausstattung:
Sicherheit:Sechs Airbags, Tempomat, Müdigkeitswarner
Komfort:Klimaanlage, Infotainment-Display, elektrische Fensterheber vorn

Alle Daten laut Hersteller, GDV, Schwacke

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