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Berufsperspektiven für Mediziner

Medizin ist einer der gefragtesten Studiengänge der Republik. Jedes Jahr bewerben sich mehr als 40.000 Abiturienten auf die ca. 9.000 Plätze. Aufgrund des Numerus Clausus (NC) haben in der Regel nur Abgänger mit einem Schnitt von 1,0 eine reelle Chance, sofort mit dem Studium zu beginnen.

von Aschendorff Medien

Medizinern bieten sich hervorragende berufliche Perspektiven! Foto: Pixabay.com

Was erwartet die Glücklichen und welche Berufsaussichten sind damit verbunden?

Studienmöglichkeiten

In Deutschland ist ein Medizinstudium in der Regel nur an medizinischen Fakultäten von Universitäten möglich. Die Liste der möglichen Studienort wächst. Seit dem Wintersemester 2021/22 kann man auch an der Uni Bielefeld Medizin studieren. Dabei unterliegt ein Medizinstudium nicht den Bestimmungen der Bologna-Reform. Daher existieren weder Master- noch Bachelorstudiengänge. Medizinstudenten schließen ihre Ausbildung mit dem 2. Staatsexamen ab. Wer sein Wissen verfeinern möchte, promoviert, um den Doktortitel in Medizin zu erlangen.

Neben den Universitäten bieten auch einige Privatschulen einen Medizinstudiengang an. Der Zugang wird nicht per Numerus Clausus geregelt, sondern durch einen Aufnahmetest. In diesem Falle ist mit Studiengebühren zu rechnen, die sich zwischen 55.000 und 125.000 Euro bewegen.

Voraussetzungen für ein Medizinstudium

Der Arztberuf gehört zwar hierzulande zu den beliebtesten. Er gilt allerdings auch als sehr arbeitsintensiv und anspruchsvoll. Aus diesem Grund sind die Hürden für eine formale Zulassung sehr hoch. Daher sollte sich jeder Interessierte sowohl über seine fachlichen als auch die persönlichen Voraussetzungen im Klaren sein.

Fachliche Anforderungen

Die Vergabe der Studienplätze ist hierzulande über die Stiftung der Hochschulzulassung geregelt. Diese vergibt 40 % der Plätze direkt, wobei jeweils hälftig der Numerus Clausus und die Warteliste herangezogen wird. 60 % der Studienplätze vergeben die Hochschulen in Eigenregie. Dabei kann es zu einem Auswahlgespräch kommen oder ein Studierfähigkeitstest verlangt werden.

Um den NC zu umgehen, studieren viele angehende Mediziner im Ausland. Insbesondere Österreich vergibt Studienplätze für Medizin, ohne dass die Abiturnote so stark gewichtet wird wie an deutschen Unis.

Persönliche Eigenschaften

Für eine Karriere als Arzt sind neben den fachlichen Kenntnissen einige persönliche Charakterzüge von Vorteil. Der tägliche Umgang mit kranken Menschen erfordert eine starke Ausprägung kommunikativer Fähigkeiten. Vor allem Einfühlungsvermögen steht dabei im Fokus. Berührungsängste dagegen sind der Arztkarriere abträglich.

Der Beruf zeichnet sich durch eine hohe Arbeitsbelastung aus. Lange Arbeitszeiten, Wochenend- und Schichtdienste sind keine Seltenheit. Zudem steht der Arzt in einer großen Verantwortung seinen Patienten gegenüber. Das Berufsbild erfordert somit Belastbarkeit, Entscheidungsstärke und Stressresistenz.

Berufsfelder für Mediziner

Um als niedergelassener Arzt in einer Praxis oder als Fach-, Ober- bzw. Chefarzt in einem Krankenhaus zu praktizieren, bedarf es einer weiteren Ausbildung als Assistenzarzt, die mit der Facharztprüfung abgeschlossen wird. Ab diesem Moment können die Betreffenden als Assistenzarzt Stellenangebote auf Praktischarzt.de wahrnehmen oder sich direkt in einer Klinik oder Praxis bewerben.

Wer ein Medizinstudium absolviert hat, ist nicht darauf festgelegt, die Facharztprüfung abzulegen und in der Praxis oder Klinik zu arbeiten. Es bieten sich eine ganze Reihe von Berufen an, die mit der Medizin verbunden sind:

Freie Wirtschaft

Etwa 10 % des deutschen Bruttosozialprodukts beruhen auf dem Wirtschaftszweig Gesundheitswesen. Ärzte besitzen eine Ausbildung, die auf naturwissenschaftlichen sowie psychologischen Grundsätzen beruht und die Fähigkeit voraussetzt, sich in Menschen hineinzuversetzen und deren Probleme verstehen zu wollen.

Unternehmen im Gesundheitsbereich sind auf der Suche nach Mitarbeitern mit diesen Qualifikationen und zahlen unter Umständen ein höheres Gehalt als ein Krankenhaus.

Hilfsorganisationen

Nichtregierungsorganisationen wie Ärzte ohne Grenzen unterhalten medizinische Projekte auf der ganzen Welt, um Menschen in lebensbedrohlichen Krisen zu helfen oder Epidemien einzudämmen.

Politik und Ämter

Gesundheit gerät immer weiter in den gesellschaftlichen Fokus. Mediziner kümmern sich in Gesundheitsämtern um die kommunale Versorgung der Bevölkerung. Gesundheitliche Fragen müssen zudem auf Länder- und Bundesebene organisiert werden.

Forschung und Wissenschaft

Die wissenschaftliche Forschung entwickelt sich immer weiter. Forschungsinstitute und Pharmaunternehmen suchen nach Impfstoffen und Medikamenten und benötigen dafür gut ausgebildete Mediziner.

Fachjournalist

Ein Journalist schreibt für eine Fachzeitung, um sein Wissen zu teilen. Oder er bereitet medizinisches Fachwissen in Fernsehsendungen, Tageszeitungen und Dokumentationen derart auf, dass es von fachfremden Zuschauern und Lesern verstanden wird.

Professor an der Universität

Eine weitere Möglichkeit, um das Wissen eines Medizinstudiums sinnvoll zu nutzen, ist die Lehre. Medizinprofessoren bereiten den wissenschaftlichen Nachwuchs auf eine Karriere als Arzt oder Ärztin vor.

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