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Sonderveröffentlichung

Digitaler 3D-Druck-Marktplatz aus Ostwestfalen

Druck macht seit einigen Jahren Furore; die Branche wächst weiterhin rasant. Nicht nur 3D-Drucker für den privaten Gebrauch werden immer beliebter und günstiger. Architekten, Designer und Branchen wie die Medizintechnik setzen schon lange auf innovative Verfahren zur Herstellung dreidimensionaler Muster und Objekte.

Aschendorff Medien

Foto: Colourbox.de

Auch die Nachfrage von Industrie und Handwerk steigt. Modelle, Prototypen und Produkte wie Bauteile oder Werkzeuge werden inzwischen standardmäßig mittels computergestützter additiver Fertigung hergestellt. Sie entstehen durch schichtweise Materialzugabe vollautomatisch im Drucker. Dank kontinuierlicher Weiterentwicklung und Erforschung von Produktionsverfahren sowie Werkstoffen erschließen sich fortwährend neue Anwendungsgebiete.

Eine Vorreiterin in Sachen 3D-Druck ist im ostwestfälischen Blomberg ansässig. Als Tochterunternehmen der Phoenix-Contact-Gruppe hat die Firma PROTIQ einen digitalen Marktplatz für 3D-Druck etabliert. Die Online-Plattform eröffnet Kunden aller Branchen die Möglichkeit, unkompliziert Serviceleistungen auszuwählen und Produkte herstellen zu lassen.

Druckreif: Individuelle Objekte einfach online kreieren

Das Herzstück des Marktplatzes ist ein Online-Konfigurator. Kunden können CAD-Daten für ihr 3D-Druck-Projekt hochladen, Modelle virtuell modifizieren und die Produktion beauftragen. Sie werden dabei Schritt für Schritt angeleitet und bekommen Hinweise zur Materialauswahl. Auf Grundlage der übermittelten Daten stellt der über die Plattform ausgewählte Anbieter nach Abschluss des Bestellprozesses das konfigurierte Objekt in der gewünschten Stückzahl her. Neben Kunststoffen und Metallen stehen auch Glas und Keramik als Werkstoffe zur Verfügung. Ersatzeile für die Industrie lassen sich ebenso anfertigen wie Designobjekte, Schmuck und Produkte aus dem medizinischen Bereich, wie etwa Abstrichstäbchen für Corona-Schnelltests und Leisten für orthopädische Schuhe. Aus pulverförmigen sowie flüssigen Stoffen wird das fertige Modell oder Endprodukt im Drucker geformt. Anschließend kann es bei Bedarf nachbearbeitet und veredelt werden, beispielsweise durch Feinschliff oder eine Lackierung.

Regionales Erfolgsmodell: Von der Idee zur Umsetzung

Schon seit 2010 produziert die PROTIQ GmbH in Ostwestfalen 3D-Objekte mittels additiver Fertigungstechnologien. Die Idee, einen digitalen 3D-Druck-Marktplatz zu gründen, folgte der Einrichtung eines Webshops für die Bestellung von 3D-Modellen. Um noch mehr Kunden versorgen und mit passenden Anbietern zusammenbringen zu können, entschied sich PROTIQ dazu, in puncto Digitalisierung noch einen Schritt weiterzugehen. Mit der Umsetzung des ambitionierten Projektes beauftragte das Unternehmen die Paderborner Digitalagentur DIXENO GmbH, die bereits den PROTIQ-Webshop realisiert hat. Die Marktplatzexperten trugen mit ihrem Know-how dazu bei, einen funktionalen internationalen Marketplace zu schaffen, der inzwischen mit zwei Awards prämiert wurde. Der Versand der über die PROTIQ-Plattform bestellten Produkte erfolgt weltweit. 3D-Objekte aus Ostwestfalen sind aufgrund ihrer Qualität und des kundenfreundlichen Bestellvorgangs rund um den Globus gefragt.

PROTIQ wurde durch die Realisierung seiner Vision zum Industrievorreiter in der Region. Das Unternehmen hat sich für ein zukunftsfähiges Geschäftsmodell entschieden, das durch den Zusammenschluss lokaler Anbieter und Händler auch die gesamte Region wirtschaftlich stärkt. Die technische Einbindung des Marktplatz-Moduls von DIXENO ermöglichte den Betrieb des digitalen Marktplatzes und sorgt für die Zusammenführung aller notwendigen Daten. Dank optimierter Prozesse gestaltet sich das Kauferlebnis für Kunden sehr komfortabel. Der Kundenkreis und die Bekanntheit konnten durch die virtuelle Marktplatzgründung enorm erweitert werden – mittlerweile ist PROTIQ kaum mehr nur ein Hidden Champion. Die Firma agiert international, erhält und schafft aber gleichzeitig Arbeitsplätze, Gewerbesteuereinnahmen und Strukturen in der Region. Mit ihrem attraktiven E-Commerce-Angebot bietet sie eine stark nachgefragte B2B-Leistung in einem Nischenmarkt.

Richtungsweisend: Beispiel PROTIQ zeigt Marktplatz-Potenzial auf

Der Erfolg von PROTIQ zeigt exemplarisch, was ein eigener, spezialisierter Marktplatz leisten kann. Viele Nischenprodukte und -Dienstleistungen haben das Potenzial dafür. Auf einer Plattform bringt der Betreiber regionale Anbieter von Dienstleistungen oder Produkten sowie Kunden zusammen. Statt um Kunden zu konkurrieren, ermöglicht ein solches Modell es, den Bedarf der Kundschaft in einer hochspezialisierten Branche noch besser abzudecken. Von der Kooperation und gebündelten Angebotsvielfalt profitieren letztendlich alle: Der Plattformbetreiber erzeugt Einnahmen durch das Zurverfügungstellen des Marktplatzes und seiner Services. Die Anbieter können ihre Produkte und Dienstleistungen besser gezielt vermarkten. Und die Kunden bekommen genau auf ihren Bedarf zugeschnittene Produkte und Dienstleistungen.

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