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Sonderveröffentlichung

Digitalisierung: Regionale Marktplätze als Chance für lokale Händler

Digitale Marktplätze beherrschen den Online-Handel. Etwa die Hälfte aller Internetkäufe wird dort abgewickelt. Sie bieten für Händler ohne eigenen Online-Shop die Möglichkeit, unkompliziert in den E-Commerce einzusteigen. Wer bereits einen Webshop betreibt, kann diesen an entsprechende Portale anbinden und dadurch seine Umsätze steigern, ohne selbst viel investieren zu müssen.

Aschendorff Medien

Foto: Colourbox.de

Für einige regionale Anbieter kommt als Alternative zur Nutzung großer internationaler Plattformen und deren Infrastruktur auch das Gründen eines eigenen Marktplatzes infrage. Nicht zuletzt aufgrund der coronabedingten Lockdowns seit 2020 erkennen immer mehr Unternehmer die Chancen der Digitalisierung und nutzen sie.

Not macht erfinderisch – und kurbelt den Online-Handel an

Die Ladenschließungen im Zuge der Maßnahmen zur Eindämmung des Corona-Virus haben zahlreiche lokale Händler schwer getroffen. Wer bis dato noch keinen Online-Shop hatte und sich nicht am Handel auf Internetplattformen beteiligt hat, musste sich etwas einfallen lassen, um seine Produkte weiterhin verkaufen zu können. Die Krise zwang viele Geschäftsinhaber dazu, sich mit alternativen Vertriebswegen für Ihre Produkte auseinanderzusetzen.

Marktplatzbetreiber wurden ebenfalls kreativ und haben ihre Angebote erweitert. Aus der Not heraus ist so vielfach eine Win-win-Situation für die Betreiber, Händler und Kunden entstanden. Letzteren war es durch die Verlagerung des Handels auf Online-Plattformen weiterhin möglich, ihre lokalen Händler und damit die Region wirtschaftlich zu unterstützen. So kann das gewachsene Angebot im Internet sogar den regionalen Zusammenhalt fördern und darüber hinaus digitale Kaufanreize für ganz neue Zielgruppen schaffen.

Der ohnehin boomende E-Commerce hat während der Pandemie einen weiteren Aufschwung erlebt. Anbieter, die ihre Waren online verkaufen, erwirtschaften circa 30 Prozent ihrer Umsätze auf Marktplätzen - neben denen der bekannten Branchenriesen auch auf gemeinschaftlich oder selbst betriebenen Plattformen.

Viele Möglichkeiten für E-Commerce in der Region

Regionale Marktplätze existieren einerseits auf den Plattformen der Global Player wie Amazon und ebay (Kleinanzeigen). Andererseits gibt es auch von Städten, Gemeinden und regionalen Handelsverbänden gegründete Portale. Alle ermöglichen es lokalen Händlern, ihr Angebot im Internet zu präsentieren und/oder ihre Waren zum Kauf anzubieten. Weil sich die Kosten für den Betrieb der Plattform auf mehrere Akteure verteilen, ist das finanzielle Risiko für den einzelnen Händler gering. Durch Angebote wie "Click & Collect" findet beispielsweise eine Verknüpfung von Internethandel und Fachgeschäft vor Ort statt. Kunden können ihre favorisierten Produkte bequem online bestellen und in einer Filiale abholen. Während der Corona-Lockdowns wurde dieses Art des Einkaufens populär.

Anbindung an bestehende Marktplätze oder eigenen Marktplatz gründen?

Für Händler gibt es verschiedene Möglichkeiten, am digitalen Marktplatzhandel zu partizipieren. Existiert bereits ein Online-Shop, kann mittels geeigneter Software eine Anbindung an diverse Marktplätze erfolgen – beispielsweise durch Schnittstellen oder eine sogenannte Middleware, die als Verbindung zwischen Warenwirtschaftssystem, Online-Shop und Marktplatz fungiert. Die Paderborner Digitalagentur DIXENO hat zu diesem Zweck ein Marktplatz-Modul entwickelt, das sich individuell an das genutzte Shopsystem anpassen lässt. Durch die Marktplatzanbindung können Händler ihre Waren einer breiten Kundschaft zur Verfügung stellen und dadurch ihre Umsätze steigern. Sind die technischen Voraussetzungen geschaffen, laufen die Einstellung und Pflege der Artikel nahezu automatisch. Die eingesetzte Software berücksichtigt die unterschiedlichen Anforderungen verschiedener Marktplätze, sodass alle Daten korrekt übermittelt werden.

Alternativ bietet sich der Aufbau eines eigenen Marktplatzes an. Insbesondere für Anbieter von Nischenprodukten im B2B-Bereich kann diese Option attraktiv sein. Auf dem Marktplatz werden Hersteller und Dienstleister aus der Region online zusammengebracht, um ein für Kunden besonders attraktives Portfolio aus Produkten und ergänzenden Services zu Verfügung zu stellen. Regional produzierte Waren und lokal angebotene (Spezial-)Dienstleistungen können so gebündelt über nur eine Plattform bezogen werden. Die Kooperation bietet Vorteile für alle Akteure. Sowohl Marktplatzbetreiber als auch Händler, Dienstleister und die Kundschaft profitieren von dem Portal.

Betreiber generieren zusätzliche Umsätze mit dem Zurverfügungstellen der Plattform, beispielsweise durch das Erheben von Servicegebühren und Werbeeinnahmen. Anbieter erweitern ihren Kundenkreis. Die Kunden wiederum investieren ihr Geld in der Region und stärken dadurch deren Wirtschaftskraft.

Fazit

Digitale Marktplätze müssen keine Konkurrenz zum lokalen Handel sein. Im Gegenteil: Sie eröffnen zahlreiche Chancen und bieten Vorteile für alle, die dort leben und arbeiten. Umsätze und Gewerbesteuereinnahmen sowie regionale Handelsstrukturen und Arbeitsplätze bleiben erhalten. Die Region wird zukunftsfähig und dadurch langfristig attraktiv.

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