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Privatkonto als Geschäftskonto nutzen - Wichtiges im Überblick

Gab es früher noch zum Monatsende eine Lohntüte mit Bargeld, hat die Barzahlung heutzutage nahezu in sämtlichen Lebensbereichen ausgedient. Transaktionen wie Gehaltszahlungen oder Mietkosten laufen seit einigen Jahrzehnten bargeldlos über das Konto ab. Dementsprechend zählt ein Konto nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Unternehmen zur Grundausstattung.

von Aschendorff Medien

Foto: Colourbox.de

Je nach Nutzungsart ist dabei ein anderes Konto erforderlich, man unterscheidet zwischen Privatkonto und Geschäftskonto. Doch wie liegen die Unterschiede und ist die Nutzung eines Geschäftskontos für Unternehmer verpflichtend?

Unterschiede zwischen Privatkonto und Geschäftskonto

Während das Privatkonto lediglich zur Durchführung privater Transaktionen dient, laufen über das Geschäftskonto geschäftliche Ausgaben und Einnahmen. Sinn und Zweck eines Geschäftskontos ist die strikte Trennung des Geschäftlichen vom Privaten. Im Grunde ähneln sich beide Kontotypen in ihrer Funktionalität. Beide Kontotypen erlauben die Abhebung von Bargeld sowie die Durchführung und den Empfang von Überweisungen. Unterschiede ergeben sich ausschließlich bezüglich der Ausweisung vor Banken. Ein Unterschied ergibt sich aus der Aufbewahrungspflicht, welche sich beim Geschäftskonto auf zehn statt sechs Jahre beläuft.

Ein Geschäftskonto besitzt zudem zahlreiche nützliche Funktionen, die Nutzern eines Privatkontos vorenthalten sind. Zu diesen gehören etwa Lastschrifteinzüge von Beiträgen persönlicher Kunden, Kartenzahlungen der Kunden im Onlineshop sowie Lohn- und Gehaltszahlungen an Mitarbeiter. Diese Funktionen sorgen rückführend zu erhöhten Kontoführungsgebühren. Je nach Anbieter ist mit Kosten im niedrigen zweistelligen Bereich zu rechnen. Einige Anbieter bieten das Geschäftskonto bereits ab 10 Euro im Monat an. Die Preisunterschiede ergeben sich aus dem deutlich höheren Buchungsaufkommen. Für Banken bedeutet die erhöhte Anzahl an Transaktionen einen Mehraufwand.

Pflicht zum Geschäftskonto in Deutschland

In der Regel verursacht ein Geschäftskonto erhöhte Kontogebühren. Vor allem Freiberufler verzichten aus diesem Grund gerne auf die Eröffnung eines separaten Kontos. Der Gesetzgeber lässt Selbstständigen die Freiheit, über die Wahl der Kontoführung frei zu bestimmen. Für Kleinunternehmer, Freiberufler und Selbstständige besteht aus diesem Grund keine gesetzliche Verpflichtung zur Führung eines Geschäftskontos. Je nach Wunsch dürfen geschäftliche Zahlungseingänge und Ausgaben über das Privatkonto laufen.

Anders verhält es sich für eingetragene Kapitalgesellschaften wie Aktiengesellschaften, Unternehmergesellschaften und GmbH. Für jene Geschäftsformen ist ein Geschäftskonto Pflicht, da es sich hierbei um juristische Personen mit entsprechenden Pflichten und Rechten handelt. Eine Trennung von Privatvermögen und Unternehmensbesitz ist hier zwingend notwendig. Als Kapitalgesellschaft ist ein Geschäftskonto im Kontext der Gründung zur Einzahlung des Mindeststammkapitals erforderlich. Zur Handelsregistereintragung dient ein Kontoauszug dem Notar als Nachweis. Im Falle eines fehlenden Nachweises kommt die Eintragung und Gründung nicht zum Abschluss.

Kündigung bei geschäftlicher Nutzung des Privatkontos

Je nach Bank ist auch mit einer Kündigung bei der geschäftlichen Nutzung eines privaten Kontos zu rechnen. Durch das ungewöhnlich hohe Aufkommen an eingehenden und ausgehenden Zahlungen fällt das Konto über Kurz oder Lang auf. Banken haben nun die Möglichkeit, das private Konto vollautomatisch auf ein Geschäftskonto aufzustufen. Diese Aufstufung kann horrende Nachzahlungen zur Folge haben. In der Regel geht einer Umstellung eine Benachrichtigung per Mail oder Brief voraus. Wer zu Beginn auf eine saubere Trennung und ein separates Konto für geschäftliche Zwecke achtet, kann diverse Kosten und Probleme mit seiner Bank umgehen.

Vorteile eines Geschäftskontos

Obwohl keine Verpflichtung zur Nutzung eines Geschäftskontos besteht, überwiegen die Vorteile, die sich aus der Nutzung ergeben. Wer das Privatkonto für geschäftliche Zwecke nutzt, spart sich den ein oder anderen Euro, lastet sich auf lange Sicht jedoch unnötige Arbeit auf. Zur jährlichen Steuererklärung erweist sich die fehlende Abtrennung von Privatzahlungen und Geschäftsabwicklungen als buchhalterische Sisyphusarbeit. Die händische Entwirrung der verschiedenen Zahlungen kostet Zeit und Energie: Ressourcen, an denen es einem Selbstständigen in der Regel mangelt.

Als Inhaber eines separaten Geschäftskontos ist die Trennung verschiedener Zahlungsquellen durch die Einteilung in verschiedene Kategorien und die Nutzung von Unterkonten deutlich vereinfacht. Dies vereinfacht die Buchhaltung deutlich und sorgt für eine schnelle und günstige Bearbeitung der Steuererklärung. Letztlich lassen sich die Kontoführungsgebühren steuerlich absetzen. Je nach Unternehmenskonto bieten die Modelle darüber hinaus diverse Zusatzfunktionen, die sich im Arbeitsalltag als nützlich erweisen könnten.

Zu den steuerlich absetzbaren Kosten im Kontext eines Geschäftskontos gehören unter anderem die Kontoführungsgebühren, die Verzinsung des Kontoguthabens, Gebühren für Transaktionen sowie Auszahlungsgebühren und Kreditkartenkosten.

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