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Urteil

Steuerermäßigung bei Vergütung angehäufter Überstunden

München (dpa/tmn)

Wenn lange gesammelte Überstunden auf einen Schlag nachvergütet werden, gilt unter bestimmten Bedingungen ein steuerlicher Sondertarif. Das hat der Bundesfinanzhof in einem Urteil bestätigt.

Von dpa

Ihre Arbeitszeit ist rum, Ihre Arbeit aber noch nicht erledigt? Wer Überstunden erst Jahre später am Stück ausgezahlt bekommt, braucht keine Angst vor hohen Steuerabgaben haben. Foto: Andrea Warnecke/dpa-tmn

Wer Überstunden nachträglich und zusammengefasst vergütet bekommt, genießt steuerliche Ermäßigungen - allerdings nur unter bestimmten Voraussetzungen.

So muss sich die Nachzahlung auf eine Tätigkeit beziehen, die sich über mindestens zwei steuerliche Veranlagungszeiträume erstreckt und einen Zeitraum von mehr als zwölf Monaten umfasst. Das hat der Bundesfinanzhof (BFH) in München entschieden (Az.: VI R 23/19).

In dem konkreten Fall hatte ein Kläger über drei Jahre in erheblichem Umfang Überstunden geleistet, die ihm im vierten Jahr in einer Summe bezahlt wurden. Das Finanzamt unterwarf die Überstundenvergütung dem normalen Einkommensteuertarif, wogegen sich der Mann rechtlich wehrte.

Der BFH stellte klar, dass für die Nachzahlung der ermäßigte Steuertarif gilt. Diesen sieht der Gesetzgeber vor, um den Progressionseffekt der Einkommenssteuer mit steigendem Einkommen bei einem «zusammengeballten Zufluss von Lohnnachzahlungen» abzumildern. Die Tarifermäßigung sei nicht nur bei nachgezahlten Festlohnbestandteilen, sondern auch bei variablen Lohnbestandteilen anzuwenden, so der BFH.

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