1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Freizeit
  4. >
  5. Finanzen
  6. >
  7. Welche Wohnungsgebäudeversicherung ist für Immobilienbesitzer unabdingbar?

  8. >

Welche Wohnungsgebäudeversicherung ist für Immobilienbesitzer unabdingbar?

Stürme, Hagel, Überschwemmungen und Blitzschläge - gefühlt treten diese Naturereignisse in den letzten Jahren gehäuft auf. Kein Wunder also, dass immer mehr Menschen sich dazu entschließen, ihr Wohngebäude gegen die genannten Phänomene finanziell abzusichern. Welche Wohnungsgebäudeversicherung ist sinnvoll und worauf ist beim Abschluss unbedingt zu achten? Diese Fragen erläutert der nachfolgende Artikel.

von Aschendorff Medien

Balconies at the facade of a modern building

Wohngebäudeversicherung - der Klassiker unter den Policen

Der Abschluss einer Wohngebäudeversicherung ist für jeden Immobilienbesitzer ein Muss, obwohl gesetzlich nicht vorgeschrieben. Sie bietet finanzielle Sicherheit und einen umfassenden Schutz im Schadenfall. Wird beispielsweise aufgrund eines Wirbelsturms ein Teil des Daches abgedeckt, kommt die Wohngebäudeversicherung für den entstandenen Schaden auf und zahlt die Instandsetzung. Wer über keinen Versicherungsvertrag verfügt, muss die Reparatur aus eigener Tasche bezahlen. Dies führt unter Umständen zu finanziellen Engpässen oder im Extremfall zum Verkauf der Immobilie.

Wann leistet die Wohngebäudeversicherung und was genau ist vom Versicherungsschutz umfasst?

Die Wohngebäudeversicherung leistet für Schäden, die infolge von Feuer, Leitungswasser, Hagel und Sturm direkt am Wohngebäude entstehen. Die Kosten für die Reparatur und Beseitigung der Zerstörungen trägt die Versicherungsgesellschaft. Ebenfalls vom Versicherungsschutz umfasst, sind sämtliche Sachen, die fest an das Gebäude angebracht wurden. Dies können zum Beispiel Garagen, Vordächer und Nebengebäude sein. Weiterhin ist es möglich, zusätzliche Bestandteile des Grundstücks zu versichern. Dies inkludiert unter anderem Freisitze und Gartenhäuser. Je nach individuellen Kontrakt können weitere Schadenursachen wie Vandalismus oder das Beschmieren des Wohngebäudes mit Graffiti eingeschlossen werden.

Allerdings springt die Wohngebäudeversicherung nicht bei sämtlichen Schäden ein. An dieser Stelle beispielhaft zu erwähnen sind Sturmschäden. Diese werden von der vorgenannten Police nur übernommen, wenn hierfür ein Sturm der Windstärke acht oder höher ursächlich war. Flutet Dauerregen den Keller, leistet die Versicherung ebenfalls nicht. Hierfür ist der Abschluss einer Elementarschadenversicherung notwendig.

Elementarschadenversicherung - davor schützt sie


Der Sommer 2021 hat gezeigt, dass die Natur unberechenbar ist. Die Flutwelle, die über das Ahrtal schwappte, führte schätzungsweise zu Schäden in Höhe von 8 Milliarden EUR. Viele Betroffene werden auf den entstandenen Schäden sitzen bleiben, da ihnen der nötige Versicherungsschutz fehlt. Mit dem Abschluss einer Elementarschadenversicherung hätte dies vermieden werden können. Diese schützt sowohl Mieter als auch Hausbesitzer vor Zerstörungen, die auf Lawinen, Starkregen, Hochwasser, Schneedruck, Erdsenkung und Erdbeben zurückzuführen sind.

Wer braucht die Elementarschadenversicherung?


Je nach Standort des Wohngebäudes kann es sinnvoll sein, eine Elementarschadenversicherung abzuschließen. Wer beispielsweise in einem Überschwemmungsgebiet wohnt, sollte den Versicherungsvertrag auf jeden Fall unterzeichnen. Diesbezüglich hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft eine Orientierungshilfe auf seiner Website veröffentlicht. Mithilfe des „Kompass Naturgefahren“ lässt sich das individuelle Risiko ermitteln.

Erdrutsche und Erdsenkungen kommen verhältnismäßig häufig im Ruhrgebiet vor. Zurückzuführen ist dies auf den im dortigen Bereich in der Vergangenheit exzessiv betriebenen Untertagebau. Um die Sinnhaftigkeit des Abschlusses einer Elementarschadenversicherung abzuschätzen, bedarf es demnach einer Einzelfallprüfung.

Ausschließlich im Doppelpack

Derzeit ist es unmöglich, bloß die Elementarschadenversicherung abzuschließen. Diese ist nur in Kombination mit einer Wohngebäudeversicherung erhältlich. Der bestehende Kontrakt lässt sich meist problemlos beim bisherigen Versicherer erweitern. Lehnt dieser die Zusatzversicherung ab, ist die vorzeitige Vertragsbeendigung möglich.

Grobe Fahrlässigkeit und Selbstbeteiligung


Weiterhin ist darauf zu achten, dass Schäden infolge grober Fahrlässigkeit vom Versicherungsschutz abgedeckt sind. Andernfalls zahlt der Vertragspartner im Regelfall nicht. Darüber hinaus lässt sich die monatliche finanzielle Belastung durch die Anpassung der Selbstbeteiligung regulieren. Generell gilt: Je höher die Selbstbeteiligung, desto geringer der Monatsbeitrag.

Startseite
ANZEIGE