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Ursachen und Therapie

Fußprobleme: Was hilft bei einer schmerzenden Ferse?

Gundelfingen (dpa/tmn)

Wenn die Ferse Beschwerden verursacht, denken die meisten wohl erstmal an Fersensporn. Doch hinter den Schmerzen können sich auch völlig andere Erkrankungen verbergen.

Von Sabine Meuter, dpa

Unsere Ferse brauchen wir bei jedem Schritt, den wir machen. Foto: Christin Klose/dpa-tmn

Sie treten oft morgens nach dem Aufstehen oder tagsüber nach längerem Sitzen auf: Schmerzattacken an der Ferse. Dahinter können verschiedene Auslöser stecken.

Eine mögliche Ursache ist der Fersensporn. «Das sind dornförmige Auswüchse im Bereich der Ferse», sagt Heilpraktiker René Gräber aus Preetz. Sie können schmerzhafte Entzündungen im umliegenden Gewebe auslösen - bedingt etwa durch falsches Schuhwerk oder Übergewicht.

Daneben gibt es weitere Erkrankungen, die mit Fersenschmerzen einhergehen, aber fälschlicherweise unter dem Namen Fersensporn laufen, wie der Orthopäde und Fußchirurg Thomas Schneider von der Gelenk-Klinik Gundelfingen sagt. Eine Achillessehnenentzündung zum Beispiel. In dem Fall befindet sich ein Sporn am Sehnenansatz mit ausstrahlenden Schmerzen in die Fersen.

«Auch ein Knick-Senkfuß geht nicht selten mit Fersenschmerzen einher», so Schneider. Ein weiterer Auslöser der Pein kann ein Tarsaltunnelsyndrom sein. «Hierbei ist der durch den Fuß laufende Schienbeinnerv eingeengt», sagt Schneider. Ursachen hierfür können Schwellungen sein, die etwa auf Krampfadern, Knochenbrüche oder oft auf zu enge oder hohe Schuhe zurückzuführen sind.

Therapie von Kühlen bis Stoßwellen

Soweit die Ursachen. Damit die Tortur im Fußbereich baldmöglichst ein Ende hat, kommt es auf die richtige Diagnose und die dafür passende Therapie an. Zunächst untersucht der Arzt oder die Ärztin die Füße umfassend - etwa durch Abtasten, Röntgen, Ultraschall und MRT.

Kennt man den Auslöser, kann man handeln. Bei Fersensporn helfen Schneider zufolge oft schon Cool-Packs und entzündungshemmende Gels. Lindern sich dadurch und durch Dehnübungen nicht binnen ein bis zwei Wochen spürbar die durch den Fersensporn verursachten Beschwerden, ist eine Stoßwellentherapie eine Option, so Schneider.

Bei einer Achillessehnenentzündung helfen Schneider zufolge neben Kälteanwendungen Medikamente sowie Fersenpolster in Schuhen. «Eine OP ist zumeist nicht nötig», sagt der Orthopäde. Auch in dem Fall könne eine Stoßwellentherapie spürbare Linderung bringen. Ebenso wie Dehnübungen für die Wadenmuskulatur.

Mit Übungen die Fußmuskeln kräftigen

Ist Schmerzursache ein Knick-Senkfuß, sind Schuheinlagen nötig, um das Fußlängsgewölbe zu unterstützen. Hilfreich sind Übungen, um die Fußmuskulatur zu kräftigen. Gräber zählt einige auf: Stifte mit den Füßen greifen, jeden Zeh einzeln heben oder einen Tennisball unter die Füße legen und darüber die komplette Fußsohle rollen.

Eine Operation kommt laut Orthopäde Schneider in Frage, wenn die Sehne entlang der Fußsohle, die sogenannte Plantarfaszie, geschädigt ist und gestrafft werden muss.

Ein Tarsaltunnelsyndrom geht mit starken nächtlichen Schmerzen einher, die sich im Fußbereich und auch im Unterschenkel bemerkbar machen. «Hier bekommt der Patient oder die Patientin lokal Betäubungsmittel gespritzt», erläutert Schneider. Mitunter kommt auch Cortison zum Einsatz. «Wenn dies nichts hilft, dann lässt sich mit einer Operation der eingeengte Nerv lösen.»

Literatur:

Dr. Thomas Schneider: «Wenn die Ferse schmerzt. Einfache und effektive Übungen, um den Fersensporn selbst zu behandeln», riva Verlag, 363 Seiten, 14,99 Euro, ISBN-13: 978-3742317292.

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