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Röschenflechte: Juckreiz und Hautrötungen effektiv behandeln

Juckreiz und gerötete Flecken insbesondere am Oberkörper sind Kennzeichen der sogenannten Röschenflechte. Die Hautkrankheit, die an einen juckenden Ausschlag erinnert, kann prinzipiell jeden treffen. Tritt die Röschenflechte auf, ist es wichtig, sie von anderen, ähnlichen Hauterkrankungen unterscheiden zu können, um eine entsprechende Behandlung einzuleiten.

von Aschendorff Medien

Foto: Colourbox.de

Röschenflechte: Was ist das eigentlich?

Die Röschenflechte wird in der Medizin auch Pityriasis rosea genannt und ist eine entzündliche Hauterkrankung. Sie äußert sich vorwiegend durch schuppige Hautrötungen, die sich vornehmlich am Oberkörper der Betroffenen bilden. Vom Oberkörper ausgehend kann die Erkrankung anschließend auch Oberschenkel oder Oberarme betreffen.

Tritt die Röschenflechte auf, äußert sie sich zuerst durch einen großen, roten Flecken, der sich auf der Haut bildet. Von diesem größeren Fleck ausgehend entstehen anschließend weitere, kleinere Flecken. Der anfänglich vorhandene große Fleck wird auch Primärmedaillon genannt und zeigt – genau wie die im Folgenden auftretenden kleineren Flecken – eine schuppige Kruste an seinen Rändern. Kennzeichnend ist außerdem, dass die Ausbreitung der Röschenflechte den Hautspaltlinien folgt – hierdurch entsteht ein Flecken-Muster, das an einen Christbaum erinnert.

Neben Juckreiz geht die Röschenflechte oft auch mit Kopfschmerzen, leichter Übelkeit, Appetitlosigkeit oder Gelenkschmerzen einher. Allerdings ist die Hauterkrankung nicht ansteckend und hinterlässt üblicherweise keine bleibenden Hautschäden.

Von der Röschenflechte betroffen sind überwiegend jüngere Menschen zwischen 10 und 35 Jahren. Die meisten Betroffenen sind dabei weiblich – insgesamt tritt die nicht ansteckende, aber unangenehme und lästige Hauterkrankung bei Frauen etwa doppelt so häufig auf wie bei Männern.

Was sind die Ursachen der Röschenflechte?

Warum genau die Röschenflechte entsteht, ist bisher noch nicht geklärt. Dass zu häufiges Duschen oder ein anderes Verhalten Betroffener ursächlich für die Erkrankung ist, wird von Medizinern weitestgehend ausgeschlossen. Vielmehr wird angenommen, dass die Röschenflechte durch ein Virus ausgelöst wird. Hierfür spricht zum einen, dass die Röschenflechte bei manchen Betroffenen im Zusammenhang mit einer Infektion mit dem humanen Herpesvirus auftritt. Zum anderen legen aber auch die Symptome, die neben den roten Hautflecken auftreten, nahe, dass der Körper bei Auftreten der Röschenflechte gegen eine Viruserkrankung kämpft.

So lässt sich die Röschenflechte behandeln

Da sich die Hauterkrankung regelmäßig und innerhalb von etwa drei bis sechs Wochen von allein wieder zurückbildet, gibt es meist keinen Grund, die Röschenflechte (Pityriasis rosea) zu behandeln. Auch Ärzte sind mit Therapien mehrheitlich zurückhaltend.

Allerdings gibt es einige Maßnahmen, die helfen, die Hauterkrankung gut zu überstehen und die Zeit mit der Röschenflechte erträglicher zu gestalten:

·         Weitere Hautirritationen vermeiden und milde, unparfümierte Reinigungs- und Pflegemittel verwenden

·         Die Haut mit feuchtigkeitsspendender Lotion behandeln

·         Langes und heißes Baden und Duschen vermeiden

·         Keinen schweißtreibenden Sport treiben

·         Lockere Kleidung tragen

·         Bei schweren Verläufen können Medikamente, welche die Virusvermehrung hemmen, verschrieben werden

Röschenflechte nicht mit anderen Hauterkrankungen verwechseln

Es gibt einige andere Hauterkrankungen und Gesundheitsprobleme, die der Röschenflechte sehr ähnlich sind. Zu den Hauterkrankungen, die der Röschenflechte ähneln, zählen etwa:

·         Schuppenflechte (Psoriasis)

·         Knötchenflechte (Lichen ruber planus)

·         Stachelflechte (Pityriasis rubra pilaris) oder

·         Parapsoriasis

Um im Krankheitsfall richtig reagieren zu können und die Röschenflechte von anderen Erkrankungen zu unterscheiden, ist es daher wichtig, die typischen Symptome der Röschenflechte genau zu kennen. Üblicherweise zeichnet sich Pityriasis rosea durch folgende Symptome und Begleiterscheinungen aus:

Die Röschenflechte ist vergleichsweise symptomarm und äußert sich oft allein durch den typischen geröteten und schuppigen Hautausschlag, der vornehmlich am Oberkörper auftritt. Auch Hände, Füße und das Gesicht können allerdings von der Röschenflechte betroffen sein.

Kennzeichnend ist außerdem, dass sich die Röschenflechte – anders als andere Hauterkrankungen – von einem Primärherd ausgehend ausbreitet. Das bedeutet: Von einem größeren, schuppigen Hautfleck ausgehend bilden sich weitere kleinere Flecken. Auch die kleineren Hautflecken sind gerötet, schuppig und weisen meist eine ovale Form auf. Zudem ist es möglich, dass die Röschenflechte auch andere Körperteile (z. B. Arme und Beine) befällt. Allerdings tritt sie dort üblicherweise nicht erstmalig auf – Hautrötungen und Juckreiz entstehen hier erst mit fortschreitendem Krankheitsverlauf.

Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Röschenflechte und anderen Hauterkrankungen insbesondere aus folgendem Grund: Die Röschenflechte ist nicht ansteckend, meist ungefährlich und klingt in den allermeisten Fällen nach maximal acht Wochen von allein wieder ab. Bei anderen Hautkrankheiten kann das jedoch anders aussehen. Sofern Zweifel daran bestehen, dass es sich bei auftretendem Hautausschlag tatsächlich um Röschenflechte handelt, kann es daher ratsam sein, einen Arzt zu konsultieren.

Wegen Röschenflechte zum Arzt?

Prinzipiell ist es bei einem normalen Verlauf einer Röschenflechte-Erkrankung nicht notwendig, einen Arzt zu konsultieren. Zu bedenken ist allerdings: Treten plötzlich Rötungen und Flecken auf der Haut auf, ist es für den Laien nicht leicht, zu beurteilen, ob es sich um Röschenflechte oder eine andere, eventuell gefährliche oder ansteckende Hauterkrankung handelt. Beim Auftreten von juckenden Flecken ist ein Besuch beim Hautarzt daher stets ratsam.

Besonders wichtig ist die ärztliche Betreuung im Falle einer Röschenflechte-Erkrankung in der Schwangerschaft. Gerade zu Beginn einer Schwangerschaft kann die Hauterkrankung nämlich Schwangerschaft-Komplikationen begünstigen.

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