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Was sind eigentlich Elektrolyte?

Elektrolyte benötigt der Körper für verschiedene Funktionen. Vor allem, wenn es zu einem Mangel oder Überschuss kommt, wird die Wirkung vielen bewusst. Doch was sind Elektrolyte überhaupt und wie nimmt man sie zu sich? Diese und weitere Fragen beantwortet folgender Artikel.

Aschendorff Medien

Foto: Colourbox.de

Elektrolyte einfach erklärt

Elektrolyte sind Stoffe, welche in der Lage sind, elektrischen Strom in wässriger Lösung zu leiten. Es handelt sich bei Elektrolyten um Salze, Säuren oder Basen. Diese zerfallen in positiv sowie negativ geladene Teilchen, die man auch unter dem Namen Ionen kennt. Wie sich Elektrolyte zusammensetzen, ist sehr wichtig für den Körper. Kommen die Inhaltsstoffe aus dem Gleichgewicht, können Körperzellen ihren Aufgaben nicht mehr im gewünschten Maß nachkommen und sterben unter Umständen sogar ab.

Welche Elektrolyte gibt es?

Zu den gängigsten Elektrolyten gehören Kalium, Natrium, Magnesium und Kalzium. Jedes davon hat eine andere Aufgabe und ist für den menschlichen Organismus somit sehr wichtig. Der Elektrolyhaushalt des Menschen muss somit immer im Gleichgewicht sein.

Kalium

Kalium ist ein Elektrolyt, welches vor allem intrazellulär – also im Inneren der Zelle – vorkommt. Es ist dafür zuständig, das Ruhepotenzial der Zellmembran aufrechtzuerhalten. Beispielsweise ist dies für die Kontraktionsfähigkeit von Muskelzellen wichtig. Ohne Kalium könnten wir unsere Muskeln nicht anspannen und wieder entspannen. Auch Enzymreaktionen im menschlichen Körper werden von diesem Elektrolyten positiv beeinflusst.

Natrium

Im Gegensatz zu Kalium kommt Natrium meist extrazellulär vor, befindet sich also außerhalb der Zellen. Es spielt eine wichtige Rolle für die elektrische Spannung, welche zwischen der Innen- und Außenseite der Zellmembran besteht. Auch Transportprozesse durch die Zellmembran hindurch werden durch Natrium positiv beeinflusst.

Kalzium

Ein weiterer wichtiger Elektrolyt ist Kalzium. Diese Ionen sind positiv geladen und sind auch unter dem Namen Kationen bekannt. Kalzium ist bis zu 99 % in den Knochen gespeichert. Befindet es sich im Zellinneren, fungiert es als Botenstoff, der Signale überträgt. So steuert Kalzium unter anderem die Freisetzung gespeicherter Stoffe oder die Muskelkontraktion.

Eisen

Zu den Elektrolyten zählt auch Eisen. Dieses ist ein wichtiger Bestandteil des roten Blutfarbstoffes Hämoglobin. Er transportiert Sauerstoff und ist somit für viele Körperfunktionen unverzichtbar. Auch in Myoglobin, wobei es sich um Muskeleiweiß handelt, ist Eisen in großen Mengen vorhanden.

Chlorid

Chlorid ist negativ geladen und wirkt außerhalb der Zelle. Da es mit Natrium zusammenhängt, verändern sich die beiden Elektrolyte meist gleichermaßen. Wenn somit Natrium steigt, steigt auch Chlorid.

Magnesium

Im Inneren der Zellen befindet sich Magnesium. Es erledigt viele Aufgaben rund um enzymatische Reaktionen, den Stoffwechsel von RNA und DNA, die Muskelaktivität und die Eiweißproduktion. Der Elektrolyt Magnesium ist sowohl in Knochen als auch der Muskulatur in großen Mengen enthalten.

Phosphat

Phosphat ist ein Elektrolyt, der für die Regulation des Wasser- und Säure-Basen-Haushalts zuständig. Auch der Aufbau von Knochen und Zähnen wird von Phosphat begünstigt.

Elektrolyte bestimmen – wann notwendig?

Nur wenn der Arzt einen Verdacht auf Elektrolytstörung hat, werden die Elektrolyte bestimmt. Dabei erhebt er in der Regel die Messwerte für Kalium, Kalzium und Natrium. Es ist wichtig, dass mehrere Werte erhoben werden, da die Elektrolyte sich gegenseitig beeinflussen und in einem komplexen Gleichgewicht zueinanderstehen. Daher sollten sich Betroffene nicht wundern, wenn die Symptome auf eine Störung eines bestimmten Elektrolyts hinweisen, aber auch andere Elektrolyte gemessen werden.

Veränderte Elektrolytwerte – was tun?

Sowohl ein Mangel als auch der Verlust an Elektrolyten wirken sich negativ auf den Körper aus. Bei einem Mangel handelt es sich jedoch meist um einen relativen Zustand. Diese Elektrolytstörung kann durch Durchfall oder Erbrechen entstehen, also immer dann, wenn der Körper viel Wasser verliert. Somit gilt es, das Gleichgewicht im Wasser- und Elektrolythaushalt wiederherzustellen. Hierfür gibt es spezielle Mittel in der Apotheke, aber auch Fruchtsäfte, Mineralwasser und Salzwasser können einen Mangel an Elektrolyten ausgleichen. Der Arzt kann außerdem ein sogenanntes Substitutionspräparat verschreiben. Dieses enthält die Elektrolyte, die dem Körper fehlen. Wird das Präparat über einen bestimmten Zeitraum regelmäßig eingenommen, kann der Mangel ausgeglichen werden.

Bei einem Wassermangel kann es zu einem Elektrolyt-Überschuss kommen. Hierfür gibt es spezielle Komplexbildner, aber auch ein Aderlass kann helfen, zum Beispiel dann, wenn ein Überschuss an Eisen besteht.

Elektrolyte durch Lebensmittel zu sich nehmen

Damit die Elektrolyte im Körper stets im Gleichgewicht bleiben, kann man durch die richtige Ernährung einiges dafür tun. Bestimmte Lebensmittel enthalten wichtige Elektrolyte, weshalb sie möglichst abwechslungsreich und häufig in die Ernährung integriert werden sollten.

Um ausreichend Natrium und Chlorid zu sich zu nehmen, sollte man Kochsalz zu sich nehmen. Für Kalium eignen sich Nüsse, Trockenobst, Kartoffeln, Avocado und Vollkornprodukte. Phosphat befindet sich in Fleisch, Fisch, Eiern und Milchprodukten. Kalzium befindet sich ebenfalls in Milchprodukten, aber auch in Nüssen und Grünkohl. Magnesium nimmt man ebenfalls durch Milchprodukte, Nüsse, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte zu sich.

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