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Krankenversicherung für Selbstständige: Was ist zu beachten?

Wer sich selbstständig machen möchte, muss viele verschiedene Aspekte beachten. Dazu gehört auch die Wahl der eigenen Krankenversicherung. Da Selbstständige nicht versicherungspflichtig sind, können sie sich zwischen der gesetzlichen Krankenkasse und der privaten Krankenversicherung entscheiden. Doch im Hinblick auf die eigene Krankenversicherung ist dabei sehr viel zu beachten. Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Fakten genauer auf.

von Aschendorff Medien

Selbstständige sollten die Wahl ihrer Krankenversicherung sorgsam angehen. Foto: Pixabay.com

Unter welchen Voraussetzungen ist ein Wechsel zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung möglich?

Wenn jemand versicherungspflichtig ist, muss er in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versichert werden und sich eine der entsprechenden Krankenkassen aussuchen. Die private Krankenversicherung steht also nur Personen offen, die nicht versicherungspflichtig sind.

Dazu zählen unter anderem:

  • Beamte
  • Studenten
  • Selbstständige

Wer als Arbeitnehmer in Deutschland in die private Krankenversicherung wechseln möchte, kann dies nur, wenn sein Einkommen oberhalb der Versicherungspflichtgrenze liegt. Diese beträgt im Jahr 2022 64.350 Euro.

Die richtige Krankenversicherung für Selbstständige – PKV oder GKV?

Selbstständige fragen sich zu Beginn fast immer, welche Art der Krankenversicherung für sie geeignet ist. Sollen sie in der gesetzlichen Krankenasse bleiben oder in die private Krankenversicherung wechseln. Auf den ersten Blick stiehlt die PKV den Krankenkassen ganz klar die Show, denn die Argumente sprechen klar für eine private Versicherung:

Argumente für die beiden Formen der Krankenversicherung Foto:

Quelle: krankenversicherung.net

Gerade junge Gründer dürften bei der privaten Krankenversicherung nur Vorteile sehen. Die Kosten liegen sehr niedrig, weil die Versicherung die Prämien auf Basis der voraussichtlich entstehenden krankheitskosten kalkuliert. In jungen Jahren muss (ohne Vorerkrankungen) selten ein Arzt aufgesucht werden, so dass die Kosten niedrig ausfallen. Darüber hinaus können Versicherte hier auch noch auf besonders attraktive Leistungen bauen, die den Leistungskatalog der Krankenkassen deutlich übertreffen.

Doch es gibt auch Punkte, die für einen Verbleib in der GKV sprechen:

-     Beitragsstabilität: Zwar verändern sich aufgrund politsicher Entscheidung und steigender Kosten die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung, jedoch bleibt das Ganze weiterhin kalkulierbar. Es geht dabei immer um einen festen Prozentsatz vom Einkommen. In der privaten Krankenversicherung können die Beiträge bei steigenden Krankheitskosten hingegen deutlich höher stiegen und später für finanzielle Schwierigkeiten sorgen.

-     Vorerkrankungen: Wer bereits Vorerkrankungen aufweist, muss diese vor Vertragsabschluss in der privaten Krankenversicherung angeben. Dies kann dazu führen, dass die Krankheiten bei den Leistungen ausgeklammert werden oder die oder der Versicherte hohe Risikoaufschläge auf die Beiträge hinnehmen muss. Dies führt also gleich zu Beginn zu deutlich höheren Kosten.

-     Geringes Einkommen: Liegt das eigene Einkommen bei Selbstständigkeit eher niedrig, kann sich die GKV aus Sicht der Kosten ebenfalls lohnen. Da die Beiträge von den Krankenkassen einkommensabhängig erhoben werden, liegen die Kosten bei niedrigem Einkommen entsprechend niedrig.

Wie sind Kinder grundsätzlich in der Krankenversicherung (GKV/PKV) zu versichern?

Hier liegt die gesetzliche Krankenversicherung ganz klar vorn: Krankenkassen billigen auch Selbstständigen das Recht zu, ihre Kinder bis zum vollendeten 25. Lebensjahr kostenfrei im Rahmen der Familienversicherung mitzuversichern. In der privaten Krankenversicherung sieht hingegen anders aus: Um in den Genuss der Leistungen zu kommen, müssen Kinder zusätzlich kostenpflichtig mitversichert werden.

Wechsel PKV in GKV: Wann ist eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung möglich?

Während in jungen Jahren die PKV eine sehr gute Lösung in Bezug auf die Krankenversicherung darstellt, kann die Angelegenheit im Alter teuer werden. Zwar lassen sich auch dann noch die gewünschten Leistungen vollumfänglich nutzen, aber die Versicherung hebt regelmäßig die Prämien an. Ein Wechsel zu den gesetzlichen Krankenkassen scheint dann sehr attraktiv zu sein, da sich die Kosten besser kalkulieren lassen. Zwar bieten die Krankenkassen in Bezug auf die Leistungen nur die Grundversorgung, aber diese ist oft ausreichend. Zudem können Versicherte mit einer entsprechenden Zusatzversicherung Extrawünsche in Bezug auf die Leistungen abdecken.

Doch der Rückweg zu den Krankenkassen ist heute schwieriger denn je. Wer über 55 Jahre und älter ist, darf praktisch nicht mehr zurückkehren. Einzige Ausnahme: Als Minijobber oder sozialversichert beschäftigt (Verdienst nicht höher als 553,33 Euro im Monat) über die Familienversicherung des Ehepartners.

Jüngere Selbstständige können auf folgenden Wegen in die gesetzlichen Krankenkassen zurückkehren:

  • Geschäftsaufgabe
  • Arbeitslos melden
  • Festanstellung im eigenen Unternehmen (bei Kapitalgesellschaften möglich) und Verdienst unterhalb der Versicherungspflichtgrenze

Wie hoch ist die Beitragsbemessungsgrenze (BBG) in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV?

Wer in der GKV versichert ist, muss nur bis zur sogenannten Beitragsbemessungsgrenze Beiträge abführen. Darüber hinaus gehendes Einkommen wird hingegen nicht mehr berücksichtigt. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt 2022 bei 58.050 Euro, was einem Höchstbetrag von 677,25 Euro (ohne Krankengeld) bzw. 706,28 Euro (mit Anspruch auf Krankengeld entspricht.

Selbstständige sollten ihre Krankenversicherung sorgfältig wählen

Gerade weil Selbstständige zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und der privaten Krankenversicherung wählen können, sollten sie diese Wahl sorgfältig treffen. Junge Gründer mit gutem Gesundheitszustand und hohem Einkommen setzen oft eher auf die PKV. Hier werden attraktivere Leistungen zu verhältnismäßig niedrigen Kosten geboten. Mit Vorerkrankungen und bei niedrigem Einkommen können sich jedoch auch die gesetzlichen Krankenkassen lohnen.

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