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Das Seniorenalter – Tipps für einen erfüllten Alltag

Mit dem Ende des Berufslebens und dem gleichzeitigen Einstieg in die Rente ändert sich für die meisten Menschen vieles. Die Zeit des Seniorenalters stellt einen im Alltag vor einige Herausforderungen, bietet jedoch gleichzeitig neue Freiheiten. Die wegfallende Arbeit etwa erzeugt oftmals eine Leere. Wer es weiß, diese Leere entsprechend zu füllen und die Zeit und neue Freiheit sinnvoll zu nutzen, kann jedoch auch im hohen Alter ein erfülltes Leben führen.

von Aschendorff Medien

Im Alter in sozialem Kontakt und Neuem gegenüber offen zu bleiben sowie sich fit und gesund zu halten – das und vieles mehr sorgt für einen erfüllten Alltag Foto: stock.adobe.com

Was ist im Seniorenalter anders als in vorherigen Lebensabschnitten?

Der Austritt aus dem Berufsleben

Vom Seniorenalter spricht man in der Regel frühestens mit dem regulären Austritt aus dem Berufsleben und dem Einstieg in die Rente. Das Eintrittsalter für die abschlagsfreie Rente wird in Deutschland derzeit stufenweise auf das 67. Lebensjahr angehoben. Ab dem Geburtsjahrgang 1964 liegt die Regelaltersgrenze bei 67 Jahren. 2020 lag das durchschnittliche Renteneintrittsalter sowohl bei Frauen als auch bei Männern bei knapp 64 Jahren.

In diesem Alter verabschieden sich die meisten Menschen aus ihrem Beruf, dem sie mitunter mehrere Jahrzehnte lang nachgegangen sind. Mit Mitte 60 ist natürlich vieles anders als in jungen Jahren. Die größte Veränderung stellt der erwähnte Ausstieg aus dem Beruf dar. Ein Beruf ist für die meisten Menschen mehr als Arbeiten und Geldverdienen. Nicht ohne Grund kommt das Wort ehemals von „Berufung“, womit die innere Bestimmung, die Ausrichtung des Lebens auf eine bestimmte Tätigkeit gemeint ist.

Einen beachtlichen Teil unserer Lebenszeit verbringen die meisten von uns in einem solchen Beruf. Mit ihm verbinden viele Menschen auch Dinge wie Identität, Zugehörigkeit oder Anerkennung. Eine geregelte Arbeit sichert nicht nur das Überleben, sie trägt mitunter zudem zur Qualität des Lebens bei. So kann sie das Bedürfnis nach Orientierung und zeitlicher Struktur stillen. Hinzu kommen soziale Kontakte und der Austausch mit anderen.

Fällt die Arbeit weg, verschwinden plötzlich all die ihr zugehörigen Dinge. Das realisieren viele Menschen erst im Ruhestand. Dieser wiederum stellt mit steigender Lebenserwartung heute einen längeren Zeitraum dar als noch vor einigen Jahrzehnten. Deutlich über zehn Jahre erleben die meisten Deutschen noch im Ruhestand. Diese zehn Jahre gilt es zu gestalten, um keine Leere und Verlorenheit zu verspüren.

Wenn der Körper schwächer wird

Zusätzlich zum Wegfall des Berufslebens verändert sich im Alter der Körper merklich. Folgende Entwicklungen zeigen sich meist spätestens im Seniorenalter:

·         Die Muskel- und Knochenmasse sowie der Anteil an Wasser im Körper werden geringer. Die körperliche Leistung nimmt dadurch deutlich ab.

·         Der Anteil an Körperfett nimmt hingegen zu.

·         Die Haut erneuert sich immer langsamer, weil sich immer weniger Hautzellen teilen können.

·         Durch die körperlichen Veränderungen sinkt der Bedarf an Energie beziehungsweise an Kalorien. Dementsprechend benötigt der Körper weniger Kohlenhydrate und Fett. Die Menge an Protein, Vitaminen und Mineralstoffen für den Erhalt des Stoffwechsels verändert sich im Alter dagegen nicht.

·         Die Gefahr, in eine diabetische Stoffwechsellage zu geraten, ist etwa aufgrund mangelnder Bewegung deutlich höher. Die Folgen sind unter anderem: Müdigkeit, Schlappheit, Schwäche, weniger Antrieb, Gewichtsabnahme.

·         Geruchs- und Geschmackssinn nehmen mit dem Alter ebenfalls ab. Die Wahrnehmung für die Geschmacksrichtungen süß, sauer, salzig und bitter kann sich je individuellem Fall unterschiedlich verringern. Vor allem auch Medikamente, Veränderungen der Mundschleimhaut sowie Zahnprothesen können dies verstärken.

·         Die Funktion der Nieren nehmen zu, das Durstempfinden lässt nach und der Wasseranteil des Körpers nimmt generell ab. Das führt zu schnellerem Austrocknen des Körpers und möglichen gesundheitlichen Schäden.

·         Weil der Körper weniger Wasser speichern kann, kommt es etwa auch zu einer Schrumpfung der Bandscheiben. Sie verlieren dadurch unter anderem ihre Elastizität. Viele ältere Menschen werden dadurch im Alter wieder deutlich kleiner.

Vereinfacht gesagt, wird der Körper im Alter in erster Linie schwächer. Es wird nicht mehr so viel Energie gebraucht, wie in jungen Jahren, weil nicht mehr so viel geleistet werden muss – weder körperlich noch geistig. Die Gesellschaft verlangt alten Menschen daher auch weniger ab. Im Gegenteil: Bestenfalls unterstützt sie sie dabei, ihren Alltag und ihr Leben im letzten Lebensabschnitt würdevoll zu verbringen.

Wird der Körper schwächer und wird man auf der Arbeit nicht mehr gebraucht, rutscht man schnell in eine Art Alterskrise. Dieser kann jedoch bewusst entgegengewirkt werden. Foto: stock.adobe.com

Gesundheit

Bleiben wir doch zunächst beim Körper. Im Seniorenalter ist es, unter anderem aus genannten Gründen, besonders wichtig, auf die eigene Gesundheit zu achten. Vorausgesetzt natürlich, man möchte die letzte Lebensphase so aktiv und erfüllt wie möglich genießen und das meiste aus den bleibenden Jahren herausholen.

Neben einer gesunden Ernährung und gezielten Bewegung sollten Senioren auch regelmäßige Arztbesuche nicht vernachlässigen. Sie dienen der Vorsorge und der Klärung auftretender Probleme.

Folgende Maßnahmen und Aktivitäten fördern die Gesundheit im Alter besonders stark:

·         Entsprechend den individuellen Fähigkeiten gilt es, körperlich aktiv zu bleiben. Dadurch kann die Muskel- und Knochenmasse möglichst lange erhalten bleiben.

·         Eine calciumreiche Kost unterstützt den Erhalt der Muskel- und Knochenmasse.

·         Joggen, Walken, Wandern, Bergsteigen, Radfahren und Schwimmen sind die besten Sportarten für Senioren, da sie die Ausdauer trainieren. Ausdauersport wirkt sich nachweislich am besten auf den Stoffwechsel aus.

Außerdem wird die Sauerstoffzufuhr durch körperliche Aktivität erhöht. Die Körperzellen werden besser mit Nährstoffen versorgt und die Gehirnaktivität steigt ebenfalls.

Gerade Bewegung im Freien regt zudem den Appetit an. Dadurch vermeidet man anhaltende Appetitlosigkeit und deren negative Folgen.

Durch Sport werden nicht zuletzt bestimmte Hormone und Botenstoffe ausgeschüttet, die Glücksgefühle auslösen und positive Gedanken fördern.

·         In Sachen Ernährung ist auf Lebensmitteln mit geringem Energie- und hohem Nährstoffgehalt zu achten. Gemüse, Obst und Vollkornprodukte sind optimal. Vermieden werden sollte Weißmehl und Zucker so gut es geht. Auch Fertigprodukte sollten die Ausnahme darstellen.

·         Eine Vielfalt an Kräutern und Gewürzen sorgt beim Zubereiten der Mahlzeiten nicht nur dafür, dass diese besser schmecken. Sie regen zudem den Appetit an und liefern Vitamine und Mineralstoffe. Zu viel Salz hingegen ist nicht gut, weil es den Körper weiter austrocknet.

·         Wer das Essen appetitlich anrichtet und auf farbliche Kontraste achtet, steigert zudem seinen Appetit. Das Auge isst bekanntlich mit – sogar ein nett gedeckter Tisch und gute Beleuchtung können den Spaß am Essen und Trinken steigern.

·         Eine Trinkmenge von mindestens 1,5 Liter täglich im Alter ist wichtig. Denn eine zu geringe Flüssigkeitsaufnahme kann zu Müdigkeit, Kopfschmerzen, Vergesslichkeit oder Verwirrtheit führen. Selbst, wenn man keinen Durst hat, sollte man trinken.

Trink- und Mineralwasser sowie ungesüßte Kräuter- und Früchtetees oder Saftschorlen aus 1/4 Saft und 3/4 Wasser eignen sich am besten.

Außerdem sollten sich Senioren folgenden Vorsorgeuntersuchen unterziehen:

·         Check-up beim Hausarzt (für gesetzlich Versicherte alle zwei Jahre möglich): dient der Früherkennung etwa von Nieren- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes

·         Hautkrebs-Screening (ebenfalls alle zwei Jahre möglich)

·         Darmspiegelungen (zwei Mal im Abstand von mindestens zehn Jahren): dient der Darmkrebsvorsorge

·         Zahnvorsorgeuntersuchung (zweimal jährlich möglich)

·         Krebsfrüherkennung speziell für Frauen in einer gynäkologischen Praxis; Mammografie-Screening zur Brustkrebsfrüherkennung (zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr alle zwei Jahre möglich)

·         Krebsfrüherkennung speziell für Männer in einer urologischen Praxis (einmal pro Jahr möglich); Ultraschalluntersuchung zur Früherkennung eines Bauchaortenaneurysmas (Erweiterung der Bauchschlagader (ab 65 Jahren einmalig möglich seit 2018)

Sicherheit

Das Thema Sicherheit spielt im Seniorenalter eine deutlich größere Rolle als in jungen Jahren. Kein Wunder, denn die Gefahr nimmt zu, Unfälle im Alltag zu erleben oder etwa auch Opfer von Betrügereien, Einbrüchen und Diebstählen zu werden. Natürlich sollten gerade letztere Punkte bestenfalls nicht relevant werden, sich auf schwierige oder kritische Situationen vorzubereiten, kann aber nicht schaden und garantiert weniger Sorgen im Alltag.

Im Seniorenalter ist besonders gut auf die eigene sowie die Sicherheit der Mitmenschen zu achten. Foto: stock.adobe.com

Unfälle im Voraus vermeiden

Gerade der Haushalt hält, anders als man oft vermuten würde, eine Menge Gefahren bereit. Das Bild von den sicheren, eigenen vier Wänden sollte man schnell loswerden. Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie, DGU, rät zu verschiedenen Maßnahmen:

·         Dicke Teppiche und ähnliche Stolperfallen sind zu vermeiden.

·         Auf dem Fußboden sind keine Gegenstände liegen zu lassen.

·         Teppiche sind mit doppelseitigem Klebeband gegen Verrutschen zu sichern.

·         Glatte Flächen und Treppen sind mithilfe von Teppichfließen rutschsicher zu machen.

·         Eine gute Beleuchtung im Haus ist empfohlen.

·         In Dusche und Badewanne helfen selbsthaftende Antirutschbeläge gegen Stürze.

·         Haltegriffe im Bad sind ebenfalls sinnvoll.

·         Im Falle von Schwindelanfällen oder Gleichgewichtsstörungen helfen Sitzgelegenheiten in Dusche und Badewanne.

·         Sowohl nach dem Kochen als auch nach dem Zunehmen jeder Mahlzeit ist der Herd zu kontrollieren.

·         Nach dem Kochen sollte nichts auf den Herdplatten stehenbleiben.

·         Qualitätsmängel an jeglichen Geräten oder Möbeln im Haushalt sind schnellstmöglich zu beheben oder beheben zu lassen.

Im Freien wiederum ist besonders bei vielbefahrenen Straßen Vorsicht geboten. Nicht immer sind anfahrende Verkehrsteilnehmer in ihrer Geschwindigkeit richtig einzuschätzen. Daher sollten stets grüne Ampeln und Fußgängerüberwege genutzt werden. Jüngere Fußgänger helfen außerdem auf kurze Nachfrage hin meist gerne.

Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, sollte in erster Linie darauf achten, sich nicht unter Stress setzen zu lassen. Viele Unfälle passieren, weil die eigenen Fähigkeiten überschätzt werden oder man sich unter Druck setzen lässt, schneller zu fahren. Auch auf Taschen und Gepäck am Lenker ist zu verzichten – sie sorgen häufig für Stürze vom Fahrrad.

Sinnvoll ist es – sowohl für zuhause als auch für Ausflüge im Freien – stets ein stabiles Netz sozialer Kontakte zu haben, auf das sich zurückgreifen lässt. Hausnotrufsysteme sowie seniorenfreundliche Mobiltelefone sorgen dafür, stets sofort Kontakt herstellen und im Notfall Hilfe rufen zu können.

Richtig reagieren bei einem Unfall

Wie bereits erwähnt, sind Senioren auf heikle und gefährliche Situationen am besten vorbereitet, wenn sie bestimmte Vorbeugungsmaßnahmen ergreifen. Dennoch kommt es immer wieder zu Unfällen.

Der eigene Schutz ist am besten gewährleistet, wenn ein bereits erwähntes Notrufsystem „installiert“ wird. Die meisten Senioren sind nach einem Unfall auf die Hilfe anderer angewiesen. Moderne Smartphones und Notrufsender, die etwa am Handgelenk oder um den Hals getragen werden können, sorgen dafür, dass diese Hilfe schnellstmöglich am Unfallort eintrifft.

Doch immer wieder kommt es auch zu einem Unfall anderer, während man im Alter anwesend ist. Schnell ist die Überforderung groß. Eins der größten Probleme ist, dass der letzte absolvierte Erste-Hilfe-Kurs meist bis in die Zeit der Fahrschulprüfung zurückreicht. Erste Hilfe nach einem Unfall ist aber oft lebensrettend – gerade im hohen Alter. Es lohnt sich daher, sich zum Thema noch einmal umfassend zu informieren und sich Erste-Hilfe-Maßnahmen neu anzueignen.

Gerade für den Schutz nahestehender Personen gibt ein entsprechender Kurs einfach ein besseres Gefühl. Spezielle Kurse für Senioren vermitteln die Informationen altersgerecht. Dabei geht es auch darum, den eigenen gesundheitlichen Zustand besser einschätzen zu können, sowie das richtige Handeln, wenn die Senioren selbst in eine Notsituation geraten.

Sicherheitshelferlein sind vor allem für Notfälle wichtig und können lebensrettend sein Foto: stock.adobe.com

Schutz vor Einbrechern und Betrügern

Vor Kriminalität im eigenen Zuhause sind Senioren am aller besten mit Hilfe einbruchsicherer Türen und Fenster geschützt. Diese sollten gerade nachts stets vollständig geschlossen bleiben.

Die Tür ist zudem mit einem Weitwinkel-Spion oder gegebenenfalls einer Türsprechanlage (mit Videoanzeige) auszustatten. So kann genau kontrolliert werden, wer vor der Tür steht.

Die altbekannten Enkeltricks von Trickbetrügern gibt es übrigens heute noch. Man geht ihnen am besten aus dem Weg, indem man am Telefon keine Details zur familiären und finanziellen Situation preisgibt. Nach einem Anruf mit Geldforderungen ist zudem stets Rücksprache mit der Familie zu halten.

Nutzung moderner Technik

Natürlich macht das Seniorenalter viel mehr aus als besondere Vorsicht und der achtsame Umgang mit sich und der eigenen Gesundheit und Sicherheit. Diese Dinge bilden lediglich die Grundlage dafür, das Alter mit so viel Freude wie möglich erleben zu können.

Senioren sollten keine Angst davor haben, noch einmal neue Dinge auszuprobieren und ihre neugewonnene Freiheit spannend zu gestalten. Moderne Technik etwa erlaubt eine Menge Möglichkeiten, wenn sie richtig genutzt wird.

Gerade erwähnte Smartphones dienen nicht nur der Wahrung der eigenen Sicherheit. Es gibt zum Beispiel bestimmte Apps (Anwendungen), die speziell für Senioren entwickelt werden. Sie dienen etwa dazu, soziale Kontakte aufzubauen oder aufrechtzuhalten, sich mit Spielen die Zeit zu vertreiben und die geistigen Fähigkeiten zu trainieren oder auch Texte vorlesen zu lassen, für die die eigene Sehkraft nicht mehr ausreicht.

Zudem sind Film- und Musik-Streamingdienste heute für recht günstige monatliche Beiträge – meist zwischen 5 und 15 Euro je Anbieter – nutzbar. Mit deren Hilfe können gezielte Unterhaltungsangebote wahrgenommen werden, statt auf das heute vielseits als eher minderwertig wahrgenommene Fernsehprogramm zurückgreifen zu müssen.

Alte und neue Hobbys

Viele Senioren fragen sich, wie sie ihren letzten Lebensabschnitt „sinnvoll“ nutzen können. Dieser Sinn allerdings kann pauschal nicht definiert werden. Für die einen ist es sinnvoll, sich voll und ganz dem eigenen Garten zu widmen, der vielleicht schon seit Langem ein Projekt darstellt, für das nie ausreichend Zeit war.

Für andere wiederum kann es sinnvoll sein, endlich eine Fremdsprache zu lernen oder sich mit einem Musikinstrument auseinanderzusetzen. Wieder andere hingegen verspüren am meisten Sinn, indem sie sich ehrenamtlich engagieren und anderen Menschen mit ihrer freien Zeit und im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen.

Wichtig ist auf jeden Fall, bestehende Hobbys zu pflegen und auszuweiten oder sich neue Hobbys zuzulegen. Die Ansicht, dass Senioren für neue Hobbys zu alt seien, trifft nicht zu. Selbst im Alter studieren beispielsweise auch noch etliche Menschen. Warum also nicht endlich den Bedürfnissen und Wünschen nachgehen, die einen schon lange umtreiben?

Endlich Kochen und Backen lernen wie ein Profi? Mit den Enkelkindern macht es besonders viel Spaß! Foto: stock.adobe.com

Kurztrips und Reisen

Beim Thema Wünsche, die man schon vor Jahren hatte, kommt schnell auch der Gedanke auf, endlich einmal ein bestimmtes Land zu bereisen oder vielleicht sogar noch eine Weltreise zu machen, bevor man dazu nicht mehr in der Lage ist.

Die größere zeitliche Flexibilität erlaubt es im Seniorenalter, diesen Reisewünschen nachzugehen. Wer nicht über die finanziellen Mittel verfügt, sich lange Flüge oder Schiffsreisen zu gönnen, die einen ans andere Ende der Welt bringen, kann sich auch an Kurztrips erfreuen.

Allein Deutschland hat unglaublich viele spannende und schöne Ecken zu bieten, die in über 60 Jahren Lebenszeit sicher noch nicht entdeckt wurden. Busreisen – vielleicht sogar mit anderen Senioren – bringen einen entspannt an diese Ziele.

Das Verreisen bringt einen auf neue und andere Gedanken, weckt die Neugier und ermöglicht es, schnell neue soziale Kontakte aufzubauen.

Soziale Kontakte

Apropos soziale Kontakte – es sollte nun an einigen Stellen deutlich geworden sein, welche entscheidende Rolle ebendiese gerade auch für Senioren spielen. Denn sozial isolierte Menschen verspüren nicht nur schneller Einsamkeit und lange Weile. Sie riskieren zudem, im Falle von Notfällen, nicht schnell genug Hilfe zu bekommen und damit das eigene Leben unnötigerweise zu gefährden. Zudem haben sie nachgewiesenermaßen ein höheres Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionskrankheiten zu erleiden.

Mit der Wandergruppe lässt sich gemeinsam aktiv bleiben und soziale Kontakte können aufrechterhalten werden. Foto: stock.adobe.com

Nicht wenige Senioren haben allerdings Schwierigkeiten, ein soziales Netz aufrechtzuerhalten. Wir haben daher einige Tipps zusammengestellt, wie dies gelingen kann:

·         Wander- und Reisegruppen können, wie bereits erwähnt, eine gute Möglichkeit sein, soziale Kontakte nicht nur in ähnlichen Altersgruppen zu finden.

·         Vereine sind ebenfalls eine gute Anlaufstelle, um schnell Gleichgesinnte zu finden.

·         Ehrenamtliches Engagement bringt einen zum einen wieder mit Menschen zusammen und andererseits das Gefühl mit sich, wieder „gebraucht“ zu werden.

·         Senioren-Kontaktbörsen im Internet eignen sich nicht allein zum Finden von Partnerschaften, sondern etwa auch für „Spaziergeh-Freundschaften“ und Ähnliches.

·         Seniorenzentren und soziale Einrichtungen wie etwa die Diakonie oder die Caritas haben oft Senioren-Cafés, Lesezirkel oder gemeinsames Singen im Angebot.

·         In Senioren-Tagesstätten kann man an Aktivitäten teilnehmen und essen. Dabei wird man von professionellen Pflegekräften unterstützt.

·         Vorlesungen an Universitäten halten den Geist in Trab und bringen Kontakt vor allem mit jüngeren Leiten.

·         Diverse Hobbies, wie Yoga, wöchentliches Singen oder Kreativkurse bringen einen ebenfalls fast automatisch mit anderen Menschen in Verbindung, da es für sie eine große Bandbreite an Kursen und Workshops gibt.

Das Thema Liebe und Beziehung

Früher war die Liebe im Alter ein Tabu. Viele Senioren haben es, etwa nach einer späten Trennung von Partnerin oder Partner oder gar nach dem Tod dieser Person, als unangebracht empfunden, sich noch einmal auf eine neue Liebesbeziehung einzulassen. Ein solcher Umgang mit der Liebe im Alter ist heute nicht mehr üblich. Wer der Liebe im Alter aus welchen Gründen auch immer entsagt, nimmt sich damit selbst die Chance, noch einmal sein Lebensglück zu teilen und wertvolle Jahre mit einer Person eng an der Seite zu verbringen.

Die Liebe im Alter ist heute kein Tabu mehr! Foto: stock.adobe.com

Die große Frage, die viele Senioren umtreibt, lautet: Wie soll ich im Alter noch jemanden kennenlernen? Noch schwieriger als herkömmliche Sozialkontakte scheint es, eine potenzielle Partnerschaft aufzubauen. Folgende drei Tipps können dabei helfen.

·         Während organisierter Ausflüge kommt es meist zu anfangs freundschaftlichen Kontakten. Nach dem Ausflug scheuen sich viele ältere Menschen davor, Kontaktdaten mit Mitreisenden auszutauschen. Dazu besteht kein Grund. Anfangs kann es bei lockeren Kontakten bleiben – alles andere ergibt sich ohnehin von selbst.

·         Speed Dating – davor schrecken selbst junge Menschen zurück. Meist aber nur, weil sie es noch nicht ausprobiert haben. Spezielle Speed-Dating-Events für Senioren garantieren vor allem eine Menge Spaß und spannenden Austausch. Bestenfalls lernt man dabei sogar jemanden kennen, in den man sich auch im Alter noch verliebt.

·         Wer einen Computer oder ein Smartphone besitzt und auf der Suche nach potenziellen Partnerschaften ist, sollte sich nicht die Chance entgehen lassen, im Internet spezielle Kontaktbörsen für Ältere zu besuchen. Das ist unverbindlich, oft kostenfrei oder kostengünstig und steigert die Vorfreude auf echten Kontakt.

Ein Profil bei einer solchen Börse ist zudem ein aktiver Schritt aus der Einsamkeit und gibt mehr Selbstvertrauen, vielleicht auch im Alltag einfach einmal auf attraktiv aussehende Menschen zuzugehen und sie anzusprechen.

Übrigens ist es in immer mehr Pflege- und Seniorenheimen üblich, den Bewohnerinnen und Bewohnern die Möglichkeit zu eröffnen, Zweisamkeit und Intimität miteinander zu erleben und auszuleben. Der Wert der Liebe im Alter kommt offensichtlich auch immer mehr in der Mitte der Gesellschaft an.

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