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Sonderveröffentlichung

Als Sprachlehrer weltweit leben & arbeiten!

Die 40-Stunden-Woche ist dir ein Graus? Allein beim Gedanken an ein Großraumbüro stellen sich bei dir die Nackenhaare auf? Keine Sorge. Ein erfülltes Arbeitsleben bedeutet nicht, dem kulturellen Drehbuch zu folgen. Immer mehr junge Menschen und Quereinsteiger stellen fest, dass ein Leben ohne Boss möglich ist. Wenn du gerne reist, dann stelle ich dir heute eine Möglichkeit vor, deine Leidenschaft zum Beruf zu machen.

Aschendorff Medien

Foto: Colourbox

Unfreies Leben, unfreie Menschen

Für viele von uns ist es ein grausames Gefühl, wenn am Morgen der Wecker klingt. Gerade wer schon viele Jahre in einem unbefriedigenden Job gearbeitet hat, stellt sich die Frage nach dem „Warum?“. Dies ist durchaus berechtigt.

  • Warum sollte ich andere Menschen über meine Zeit verfügen lassen?
  • Warum sollte ich für einen Chef arbeiten, anstatt meine eigene Karriere aufzubauen?

Der erste Schritt zu einem unabhängigen Leben ist daher der Weg in die Selbstständigkeit. Dazu brauchst du nicht einmal unternehmerische Fähigkeit. Als Freelancer kann man sich seine Zeit nämlich auch prima einteilen und nur so viel Arbeiten, wie man möchte!

Doch welche Möglichkeiten gibt es? Wer an Sprachen interessiert ist, der kann über das Internet Sprachen unterrichten. Diese Art des Geldverdienens ist deshalb spannend, da sie nicht an einen Ort gebunden ist. Anstatt jeden Morgen in die voll-gequetschte Bahn zu steigen, kann man auch von zu Hause aus arbeiten. Oder aus einem fremden Land aus?

Digitale Nomaden

Seit Tim Ferris mit seinem Bestseller „Die 4-Stunden Woche“ die Idee des „digitalen Nomadentums“ popularisiert hat, zieht es immer mehr Menschen in die Ferne. In seinem Buch schlägt Ferris vor, unsere Arbeitsprozesse so zu optimieren, dass wir mit einem geringen Arbeitsaufwand ein gutes Auskommen erzielen können. Als Online-Sprachlehrer ist dies dann möglich, wenn wir „Geo Arbitrage“ betreiben. Das Konzept ist von den Spargelstechern aus Osteuropa gut bekannt. Da die Lebenshaltungskosten in diesen Ländern wesentlich geringer sind, lohnt sich die Feldarbeit für Arbeitsmigranten. Als digitaler Nomade kann man ebenso für gut zahlende, deutsche Agenturen arbeiten und gleichzeitig vom niedrigen Preisniveau in Drittländern profitieren. Wer sich geschickt anstellt, der wird zudem wesentlich weniger arbeiten müssen als ein Angestellter in Deutschland. Insbesondere junge Menschen profitieren von den wesentlich geringeren Kosten einer Reisekrankenversicherung, niedrigen Mietpreisen und einem aufregenden Lifestyle.

Welche Länder bieten sich an?

Es lässt sich natürlich nicht pauschal sagen, welches Land sich für freiberufliche Sprachlehrerin am besten anbietet. Je nach persönlichen Vorlieben und Interessen kommen viele verschiedene Orte infrage. Wer nicht auf eigene Faust unterrichtet, sondern seine Dienstleistungen Agenturen anbietet, der muss nicht zwangsläufig an einen Ort ziehen, wo Networking einfach ist. Hotspots für digitale Nomaden verfügen aber auch oft über eine gute Internetanbindung und Möglichkeiten zum Co-Working. Gerade wer Sprachen lehrt, sollte sich klarmachen, dass dies nur schwer von einem Hostel aus möglich ist. Umso wichtiger ist die Wahl eines Landes, wo Airbnbs, Appartements oder Hotelzimmer günstig zu haben sind.

Thailand

Seit jeher ist Südostasien ein klassisches Backpacker-Ziel und auch bei digitalen Nomaden sehr beliebt. Dies liegt nicht nur an dem tollen Wetter, den Stränden und der thailändischen Lebensfreude. Auch die niedrigen Lebenshaltungskosten machen das Leben in Bangkok oder Chiang Mai interessant. Gerade in letzterer Stadt sind die Mieten immer noch sehr niedrig und die Versorgung mit köstlichem Street Food ist zu jederzeit gegeben. Leider hat sich die Visa-Situation laufend verschlechtert, weshalb für einen Langzeitaufenthalt am besten eine Visa-Agentur beauftragt werden sollte.

Vietnam

Als Nachbar von Thailand lockt das Land mit noch niedrigeren Lebenshaltungskosten und einer tollen, frischen Küche. Die Menschen sind vielleicht etwas schroffer als in Thailand, aber dafür begeistert die Kaffeekultur in Saigon und Hanoi.

Indonesien

Im größten muslimische Land der Erde sind viele unterschiedliche Kulturen zu Hause. Digitale Nomaden findet man insbesondere auf der hinduistischen Enklave Bali und den angrenzenden Inseln. Kein Wunder, denn die umwerfende Landschaft und die exotische Kultur bilden einen aufregenden Backdrop für die eigene Tätigkeit.

Andere Länder und Möglichkeiten

Natürlich ist es auch möglich, innerhalb der EU oder dem europäischen Kontinent zu bleiben. Dies hat den Vorteil, dass die Kosten für Flüge sich in Grenzen halten und man schnell seine Familie besuchen kann. Gerade osteuropäische Länder wie die Ukraine bieten ein tolles Preis-/Leistungsverhältnis. Man sollte sich jedoch bewusst machen, dass man im Winter nicht von tropischen Temperaturen profitieren kann.

Gerade als Sprachlehrer kann man die Wahl des Landes aber auch von persönlichen Interessen abhängig machen. Wer Thailand liebt, der zieht in das asiatische Land, lernt dort die Sprache und versucht vor Ort Thais als Kunden zu gewinnen. Wer ein solches Modell verfolgt, sollte sich aber gut über die arbeitsrechtlichen Bestimmungen informieren. Das Aufnehmen einer geschäftlichen Tätigkeit vor Ort ist mit einem Touristenvisum illegal und wird mit Abschiebung quittiert.

Wie finde ich Kunden?

Im Grunde stehen einem vier verschiedene Möglichkeiten offen. Zum einen kann man versuchen, selber Kunden zu gewinnen. Gerade wer sich mit Onlinemarketing auskennt, hat gute Karten. Über SEO werden Besucher auf die eigene Website gelockt. Bezahlte Werbung wird geschaltet und über Social Media baut man sich eine attraktive Marke auf.

Wer kein Talent als Werber besitzt oder sich auf seine Kernkompetenz konzentrieren möchte, arbeitet für eine Agentur. Diese vermittelt Schüler und nimmt dafür eine Gebühr. Der Vorteil liegt darin, dass man sich auf nichts kümmern muss. Gleichzeitig kann man sich seine Zeit immer noch selber einteilen!

Der Mittelweg geht über Freelancer Plattformen, die sich auf Online-Sprachlehrer spezialisiert haben. Hat man sich für die Teilnahme qualifiziert, kann man sein persönliches Profil erstellen und sich selber präsentieren. Dabei ist ein wenig Werbegeschick hilfreich, aber nicht zwingend nötig. Je nach Portal schwankt die Vergütung, weshalb ein Vergleich der wichtigsten Anbieter Sinn macht.

Wer über entsprechende Qualifikationen verfügt, kann auch nach klassischen Online-Tutor-Stellenangeboten Ausschau halten. Gerade durch die Pandemie ist vielen Sprachschulen bewusst geworden, dass E-Learning nicht mehr aufzuhalten ist. Schließlich kann es auch für Schüler interessant sein, von daheim aus eine neue Sprache zu erlernen.

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