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Weiterhin steigende Nachfrage an Mitarbeitern im Gesundheitswesen

Die Überalterung der Gesellschaft und langsam steigende Löhne in der Pflege sind für den Fachkräftemangel in der Gesundheitsbranche verantwortlich.

von Aschendorff Medien

Ausgebildete Fachkräfte im Pflegebereich werden dringend gesucht! Foto: Pexels.com

Weiterhin steigende Nachfrage an Mitarbeitern im Gesundheitswesen

Die Gesundheits- und Pflegebranche ächzt seit Jahren schon unter einer Unterversorgung an examinierten Pflegekräften. Als Ursachen dafür werden in erster Linie die steigende Überalterung der Gesellschaft und die damit einhergehenden Krankheiten gesehen. Gleichzeitig schlägt sich dieser fortschreitende Fachkräftemangel nicht im Gehaltsgefüge nieder, von spürbaren Lohn- und Gehaltssteigerungen ist nichts zu bemerken.

Diese Prozesse lassen die Nachfrage an gut ausgebildetem Personal im Pflegebereich explodieren. Neben Fachärzten sind es vor allem Kranken- und Altenpfleger/innen, nach denen in Krankenhäusern, Pflegeheimen und sonstigen Gesundheitseinrichtungen händeringend Ausschau gehalten wird.

Gesundheits- und Krankenpfleger/innen am meisten gesucht

Pflege und Gesundheit gehören in Deutschland zu den Berufssparten, für die Unternehmen und Gesundheitseinrichtungen in schöner Regelmäßigkeit die meisten Stellen ausschreiben. Dabei sind es vor allem die Gesundheits- und Kranken- sowie die Altenpfleger/innen, die dabei jedes Jahr Spitzenplätze belegen.

Die Bundesregierung versucht verzweifelt, gegen den Pflegenotstand anzukämpfen. Deshalb hat sie die Pflege mit dem Pflegeberufegesetz, welches im Januar 2020 in Kraft getreten ist, vollständig reformiert. Alle Pflegeberufe werden nun unter einem Dach zusammengefasst. Damit sollen die Verkrustungen zwischen den einzelnen Bereichen Krankenpflege, Kinderkrankenpflege und Altenpflege aufgebrochen und für mehr Flexibilität in der Pflegebranche gesorgt werden.

Erste Absolventen/-innen der dreijährigen Ausbildung werden Ende 2022 erwartet. Sie erlernen den neuen Beruf der Pflegefachfrau / des Pflegefachmannes. Als solche können sie sich direkt bei Gesundheitsinstitutionen und spezialisierten Plattformen wie auf Medi-Karriere.de für einen Job bewerben.

Nach Aussage des Bundesministeriums für Gesundheit machen die neuen Ausbildungsinhalte die Arbeit in der Pflege attraktiver, dem Fachkräftemangel werde so am besten begegnet.

Mangel an Altenpfleger/innen

Auch der Mangel an Pflegefachleuten im Bereich Altenpflege ist Fakt. Nach den Gesundheits- und Krankenpflegern/-innen ist Altenpfleger/in die Berufsgruppe mit der größten Anzahl von Stellenangeboten im Gesundheitsbereich.

Hier könnte das 2019 in Kraft getretene Pflegepersonal-Stärkungsgesetz eine wichtige Rolle spielen. Dieses ermöglicht die Finanzierung zusätzlicher Pflegekräfte in Altenpflegeheimen und Krankenhäusern, damit sich die Arbeitssituation der Mitarbeiter/innen verbessert.

Nachfrage an Pflegehilfskräften sinkt

Die Situation der Hilfskräfte im Pflegebereich hat sich dagegen geändert. Zwar ist immer noch jedes zehnte Stellenangebot im Gesundheitsbereich an Arzthelfer gerichtet. Die Nachfrage sinkt aber stetig und der Beruf steht im Ranking für Fachkräfte so weit hinten wie schon seit anderthalb Jahrzehnten nicht mehr.

Ähnliche Tendenzen sind für den Beruf der Pflegehilfskraft zu verzeichnen. Experten sehen darin die Auswirkungen des Pflegepersonal-Stärkungsgesetzes – dieses richtet sich nur an examinierte Pflegekräfte.

Pflegefachkräfte sind wählerisch bei der Auswahl eines Jobs

Dieser stetige Anstieg der Nachfrage erlaubt es Pflegefachkräften, nicht mehr jede Arbeitsstelle annehmen zu müssen. Sie sind heute viel eher in der Lage, sich ihren Arbeitsplatz aussuchen zu können. Mehr als die Hälfte der Fachkräfte hat sich im Laufe des Berufslebens schon einmal gegen eine angebotene Stelle mit offiziellem Arbeitsvertrag entschieden.

Arbeitgeber dieser Branche sind schon bei der Stellenausschreibung angehalten, klar zu kommunizieren, welche Vorteile den künftigen Mitarbeiter/innen zugutekommen. Inzwischen schauen Pflegefachkräfte sehr genau hin, wie sich der Arbeitgeber selbst präsentiert.

Trotz gestiegenem Marktwert stagnieren die Gehälter

In der Regel steigert eine solche extreme Nachfrage den Marktwert. Bei Pflegeberufen scheint diese Grundregel der Ökonomie außer Kraft gesetzt zu sein. Die Gehälter, welche Gesundheitseinrichtungen ihren Mitarbeiter zu zahlen bereit sind, zeigen sich von der hohen Nachfrage wenig beeinflusst.

In den meisten Berufsgruppen sorgt ein ausgeprägter Mangel an Fachkräften für steigende Löhne und Gehälter. Im Pflegebereich profitieren die Mitarbeiter/innen jedoch nicht davon. So verdient eine Pflegekraft in Deutschland im Jahresdurchschnitt etwa 40.000 Euro brutto. Das ist ein knappes Drittel weniger als der Durchschnitt der Fachkräfte in der Gesamtheit der Berufe. Am besten kommen dabei noch die Pflegefachfrauen und -männer in der Krankenpflege weg. Am wenigsten verdienen Pflegehelfer/innen in der Altenpflege. Dabei ist die Höhe der Lohnzahlung von Bundesland zu Bundesland verschieden.

Immer noch setzen Arbeitgeber im Gesundheitsbereich anscheinend zu wenig auf Lohnerhöhungen. Sie zählen vielmehr auf Vorteile im nicht-monetären Bereich und versuchen, Mitarbeiter/innen etwa mit flexiblen und familienfreundlichen Arbeitszeiten zu locken.

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