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Sonderveröffentlichung

Wo und wie findet man in Westfalen seriöse Security-Firmen?

Die Security-Branche kämpft im wahrsten Sinn des Wortes an verschiedenen Fronten. Einerseits hat die Corona-Pandemie einige Umwälzungen gebracht, andererseits hat sie immer noch ein Image-Problem mit diversen schwarzen Schafen in ihren Reihen zu bewältigen.

von Aschendorff Medien

Das Leistungsspektrum der Security-Branche ist äußerst vielfältig Foto: Pixabay.com

Und natürlich zeigt das Berufsbild der Mitarbeitenden in der Sicherheitsbranche auch Aspekte eines Kampfeinsatzes, da sie unter anderem auch mit Waffen im Auftrag ihrer Kunden unterwegs sind. Was zeichnet die Branche aus, wie ist sie durch die Pandemie gekommen, wie erkennt man ein seriöses Security-Unternehmen und wo sind die seriösen Security-Firmen in Wuppertal, Arnsberg, Bielefeld, Münster, Dortmund oder anderswo in Westfalen zu finden?

Das Leistungsspektrum der Security-Branche

Das Angebot einzelner Sicherheitsfirmen kann riesig sein. Das Spektrum beginnt bei einfachen Tätigkeiten des Objektschutzes, des Empfangs und der Einlasskontrolle, reicht über Telefondienste, Notrufzentralen und Kassendienste bis zu Revierkontrollen, Messe- und Veranstaltungsschutz sowie Personenschutz. Diese Tätigkeiten mit Personaleinsatz werden flankiert von Maßnahmen zur elektronischen Überwachung, der Installation und Wartung von Schließsystemen und Alarmanlagen. Ein spezielles Feld der Security ist die IT- und Cybersicherheit.

Die Mitarbeiter der Branche

Angesichts der Verantwortung für Werte und Menschenleben, die die Mitarbeitenden der Sicherheitsbranche übernehmen, mutet der 40-stündige Unterricht als Mindestvoraussetzung, um beispielsweise im Objektschutz tätig zu sein, etwas mickrig an. Allerdings gibt es auch zwei Ausbildungsberufe zur „Fachkraft“ (3 Jahre) beziehungsweise „Servicekraft für Schutz und Sicherheit“ (2 Jahre). Daneben gibt es für potenzielle Führungskräfte Bachelor- und Masterstudiengänge zum Thema Sicherheitsmanagement. Insgesamt beschäftigt die Branche in Deutschland etwa 260.000 Mitarbeitende. Auch die Security-Branche klagt aktuell über einen Fachkräftemangel, so sind etwa 12.000 Stellen unbesetzt. Die größten Einsatzfelder der Security-Angestellten sind Objektschutz mit einem Marktanteil von etwa 50 %, gefolgt von der Flughafensicherheit mit etwa 11 % und Notrufzentralen mit 10 %.

Umwälzungen durch Corona

Wirtschaftlich gesehen gibt es Gewinner und Verlierer der Corona-Pandemie. Prinzipiell haben die meisten Security-Unternehmen von CoViD19 profitiert, da im Einzelhandel und auch anderswo in der Arbeitswelt viele Kontrolltätigkeiten bezüglich 2G, 3G und Co. hinzugekommen sind. Die Arbeitnehmer konnten diese Aufgaben nicht ihrem Stammpersonal aufbürden, weil dieses für Kerntätigkeiten gebraucht wurde. Allerdings haben nicht alle Branchenvertreter durchgängig von der Pandemie profitiert. Firmen, die sich beispielsweise auf Veranstaltungs- und Messeschutz spezialisiert hatten, haben dramatische Einbrüche verzeichnet und mussten sich umorientieren. Vielseitig ausgebildetes Personal ist an dieser Stelle hilfreich und wird auch den Schwenk zurück ermöglichen, wenn die Pandemie irgendwann einmal ausgestanden sein sollte.

Schwarze Schafe der Branche

Eine Sicherheitsdienstleistung wird nicht einfach bei Amazon bestellt. Bevor Geldwerte, Betriebsgeheimnisse oder gar Menschenleben einem anderen Unternehmen anvertraut werden, sollte eine eingehende Vorab-Prüfung erfolgen. Es gibt immer wieder Geschichten von Security-Mitarbeitenden, die aus der Rolle fallen. Im günstigsten Fall sind sie bei einer Einlasskontrolle einfach nur unfreundlich. Im ungünstigeren Fall gebärden sie sich wie Schlägertrupps und im schlimmsten Fall handelt es sich gar um ein Unternehmen, in dem sich rechtsextreme Tendenzen breitgemacht haben. Dabei ist eine extremistische Einstellung nicht das einzige mögliche Merkmal eines unseriösen Unternehmens. Mit Blick auf den schnellen Euro kann es sich auch einfach „nur“ um ein unzuverlässiges Unternehmen mit schlecht ausgebildeten und schlecht bezahlten Mitarbeitenden handeln.

Merkmale eines seriösen Security-Unternehmens

Freundlich, bestimmt, deeskalierend. Sicherheitskräfte müssen sich in vielen Situationen bewähren. Foto: Pixabay.com

Grundsätzlich lässt sich ein seriöses Unternehmen der Security-Branche erst dann erkennen, wenn es um die Ausarbeitung der kundenspezifischen Sicherheitskonzepte geht. Denn das ist das herausragendste Merkmal. Nur eine Security-Firma, die angepasste Konzepte vorlegen und diese transparent erläutern kann, ist letztendlich vertrauenswürdig. Zu einem guten Konzept gehört beispielsweise, dass genügend fair bezahltes Personal vorhanden ist, um alle Aufgaben abzudecken, und das gegebenenfalls in einem 24h-Service. Jederzeitige Erreichbarkeit ist ein unabdingbarer Teil eines solchen Konzepts. Die Personaldecke muss so gut ausgestattet sein, dass auch unvorhergesehene Ereignisse abgedeckt sind. Nachweise über die Ausbildung der Mitarbeitenden sind ebenfalls gute Möglichkeiten, die Eignung des Unternehmens zu überprüfen. Neben der Sachkundeprüfung nach § 34a der Gewerbeordnung sind speziell regelmäßige Weiterbildungen von Wichtigkeit. So ist es beispielsweise bei einem guten Unternehmen Usus, dass im Objektschutz die Mitarbeitenden speziell auf das Objekt hin geschult werden. Besonderes Augenmerk sollte auch auf die psychologische Schulung gelegt werden. Freundliches und bestimmtes Auftreten, aber auch deeskalierendes Verhalten sind gerade beim Veranstaltungs- und Personenschutz unerlässliche Voraussetzungen.

Natürlich gibt es einige Informationen, die im Vorfeld der Kontaktaufnahme über ein Unternehmen der Security-Branche eingeholt werden können. Eine Verbandsmitgliedschaft, beispielsweise im Bundesverband der Sicherheitswirtschaft (BDSW) oder im Verband für Sicherheit in der Wirtschaft (VSW), ist ein gutes Zeichen, genauso wie eine anerkannte Zertifizierung und die Kooperation mit entsprechenden Weiterbildungsinstitutionen. Auch Kundenreferenzen können gute Hinweise auf die Seriosität eines Sicherheitsunternehmens bieten. Wenn beispielsweise Banken zu den Kunden gehören, dann deutet das auf Zuverlässigkeit und Vertrauenswürdigkeit hin. Kundenbewertungen und Mitarbeiterbewertungen im Netz sind dagegen mit etwas Vorsicht zu genießen. In Zeiten, in denen viel gefakt wird, muss der Blick an dieser Stelle schon etwas tiefer gehen. Umfangreiche Statistiken mit hohen Durchschnittswerten sind zwar nicht unbedingt ein schlechtes Zeichen, aber eine 4-Sterne-Wertung mit konstruktivem Feedback sagt manchmal mehr aus als eine himmelhochjauchzende 5-Sterne-Bewertung.

Wie findet man die weißen Schafe in der Region?

Abbildung 3: Zwischen Security-Unternehmen und Ihren Kunden muss ein Vertrauensverhältnis bestehen. Foto: Pixabay.com

Der systematische Weg zur Identifikation einer seriösen Security-Firma in Westfalen geht am besten über die einschlägigen Verbandsseiten. Dort lassen sich Informationen über Zertifikate und Mitgliedschaften der regionalen Unternehmen abrufen oder Kontakte vermitteln. Wer auf der Suche nach bestimmten Security-Dienstleistungen ist, kann sich auch im eigenen Firmennetzwerk erkundigen, ob und wenn ja, welche Erfahrungen mit Sicherheitsfirmen bestehen. Die Webseite des betroffenen Unternehmens kann auch einen validen Eindruck vermitteln. Nach einer Kontaktaufnahme sollte aber in jedem Fall das angebotene Konzept auf Herz und Nieren geprüft werden.

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