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Nach Kantersieg in Emsdetten wieder Tabellenführer

37:27 – der TuS N-Lübbecke ist bereit fürs Spitzenspiel gegen Gummersbach

Emsdetten

Mit dem höchsten Auswärtssieg der Saison haben sich die Handballer des TuS N-Lübbecke am Samstagabend vorerst den ersten Tabellenplatz in der 2. Bundesliga zurückgeholt. Mit 37:27 (18:13) setzte sich der TuS beim Tabellenvorletzten TV Emsdetten durch und zeigte sich bereit für den Aufstiegskracher am Freitag gegen den VfL Gummersbach (28. Mai).

Alexander Grohmann

Tom Skroblien stellte mit fünf Treffern seine Stärke unter Beweis. Der Linksaußen profitierte auch vom guten Lübbecker Gegenstoß-Verhalten. Der Favorit feierte in der Ems-Halle den höchsten Auswärtssieg der Saison. Foto: Noah Wedel

Der Jubel bei den Gästen fiel daher verhältnismäßig kurz aus aus. Schnell waren die Spieler nach dem obligatorischen Sieger-Hüpfen in der Kabine verschwunden. Auch Emir Kurtagic war längst wieder einen Schritt weiter, als er in der Pressekonferenz über den souveränen Auftritt seiner Mannschaft in der Ems-Halle dozierte: „Wir haben heute über 60 Minuten gut gespielt, aber den Sieg haken wir schnell ab“, richtete der Trainer sein Augenmerk bereits auf das bevorstehende Spitzenspiel, in dem die Lübbecker ihre Ausgangslage im Aufstiegsrennen mit einem weiteren Sieg fundamental verbessern könnten. „Wir haben mit einem Punkt Vorsprung auf Gummersbach jetzt wieder vieles selbst in der Hand. Hoffentlich zeigen wir uns auch am Freitag von unserer besten Seite“, sagte Kurtagic nach einem entspannten Samstagabend in der Ems-Halle.

Nach der ersten Führung gibt es für den TuS kein Halten mehr

Die Lübbecker nahmen dem in Abstiegsnöten steckenden Gastgeber relativ schnell den Wind aus den Segeln. Emsdetten startete zwar entschlossen und legte bis zum 4:3 (7.) zunächst immer ein Tor vor. Doch spätestens da war die Aufwärmphase für den TuS beendet: Mit zwei Treffern in 14 Sekunden warfen der starke Valentin Spohn und Dominik Ebner beim 4:5 die erste Gästeführung heraus und gaben damit zugleich die Richtung für die restliche Spielzeit vor. Die Lübbecker kamen nun immer besser ins Laufen, trafen verlässlich aus dem Rückraum oder per Gegenstoß und waren beim 8:13 (21.) erstmals auf fünf Tore enteilt.

Auch eine Auszeit durch TVE-Coach Peter Portengen änderte nicht viel an den nun zementierten Kräfteverhältnissen. Der TuS N-Lübbecke behielt das Heft in der Hand. Roman Becvar stellte mit einer starken Einzelaktion auf 9:14 (22.), musste für sein zweites Tor des Abends aber mit Schmerzen bezahlen: Physiotherapeut Dennis Finke behandelte minutenlang das rechte Handgelenk des Handballers, der erst nach der Pause wieder aufs Feld zurückkehren konnte. Beim 11:18 war der Aufstiegsanwärter aus dem Mühlenkreis schon auf sieben Treffer enteilt.

Emir Kurtagic gibt mit der grünen Karte in der Hand Anweisungen, Abwehrchef Marko Bagaric hat den Blick ebenfalls aufs Spielfeld gerichtet. Der TuS N-Lübbecke feierte am Samstagabend einen ungefährdeten Auswärtssieg in der Ems-Halle. Foto: Noah Wedel

Wichtig: Auch nach dem Seitenwechsel erwischten die Lübbecker einen guten Start. Als Torjäger Tom Skroblien den Ball von Linksaußen nüchtern rechts oben unterbrachte, betrug der Vorsprung beim 14:21 schon wieder sieben Treffer. Emsdetten verzweifelte dagegen zunehmend am starken Aljosa Rezar zwischen den Lübbecker Pfosten: Mit zehn Paraden, darunter einige spektakuläre Aktionen und ein gehaltener Siebenmeter, steuerte der TuS-Mann seinen Beitrag zum Pflichtsieg bei. Ein paar Lübbecker Unaufmerksamkeiten ließen den Gastgeber beim 20:24 (42.) noch einmal kurz von einer Wende träumen, doch spätestens beim 21:28 waren auch die letzten Zweifel am Lübbecker Sieg beseitigt (46.).

Peter Portengen gratulierte Kurtagic fair zum auch in der Höhe verdienten Sieg. „Wir haben gegen eine starke Mannschaft verloren. Bei Lübbecke haben zwölf unterschiedliche Spieler ins Tor getroffen. Sie haben im Angriff mit Vernunft gespielt. Wir haben uns ein paar einfache Würfe zu viel genommen“, so Portengen, der zudem seinen Hut vor Routinier Rezar zog: „Er hat nicht nur die einfachen Sachen gehalten“, sagte Emsdettens Coach über den TuS-Keeper, der seinen Arbeitstag nach 51 Minuten verdientermaßen beendet hatte.

Für starken Rezar im Tor: Matic Gercar erlebt seinen Glücksmoment

So kam auch Matic Gercar noch zu seinem Glücksmoment. Mit einer Quote von 57 Prozent und vier abgewehrten Bällen konnte sich der Rezar-Stellvertreter in den letzten Minuten angesichts der nun offenen Abwehrreihen auf beiden Seiten ebenfalls noch auszeichnen und wurde von den Mitspielern dafür gebührend gefeiert. „Solche Spiele brauche ich, um mein Selbstvertrauen zu bekommen“, sagte Gercar mit einem Lächeln. Auch im Feld wechselte Kurtagic nun munter durch. Am Ende stand dennoch der höchste Auswärtssieg der Saison, mit dem der TuS N-Lübbecke zum richtigen Zeitpunkt ein Signal der Stärke an den VfL Gummersbach gesendet hat.

Feierabend: Aljosa Rezar (Mitte) bejubelt in der Schlussphase mit Nikola Blazicko (links) und Physio Dennis Finke (rechts) die Glanztaten seines Stellvertreters Matic Gercar im Kasten. Foto: Alexander Grohmann

TV Emsdetten: Paske, Madert – Kress (1), Terhaer (3), Nowatzki (2), Kornecki, Kolk (2), Schliedermann (1), Wasielewski (2), Urban (3), Damm, Holzner (3/2), Jansen (1), Wesseling (6/3), Stüber (2), Mojzis.

TuS N-Lübbecke: Rezar, Gercar – Becvar (2), Heiny (1), Baumgärtner (6), Ebner (3), Petreikis (3), Bagaric (1), Strosack (5), Mundus, Dräger (1), Spohn (6), Nissen (1), Speckmann, Petrovsky (3), Skroblien (5).

Siebenmeter: 5/7 : 0/0 (17. Holzner wirft an die Latte; 21. Rezar pariert gegen Urban)

Zeitstrafen: 3:6 (Damm, Stüber, Wesseling – Heiny, Bagaric/2, Dräger, Nissen, Petrovsky).

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