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Luisenturmlauf: Der deutsche 50-km-Meister Benedikt Hoffmann distanziert in einer Top-Zeit Vorjahressieger Elias Sansar

Bergkönig vom Bodensee weit voraus

Borgholzhausen (WB). 7 Grad, Dauerregen und kräftige Windböen – aber der Mann mit der filigranen Läuferfigur reiht sich – nur mit Shorts und Trägerhemd bekleidet – ganz vorne an der Startlinie ein. »Der hat was vor«, wissen die Hobbyläufer auf den ersten Blick. Und Benedikt Hoffmann setzt sein Vorhaben dann auch eindrucksvoll in die Tat um: Der Deutsche Meister im 50-km-Lauf, als Überraschungsgast beim Luisenturmlauf am Start, gewinnt den Halbmarathon überlegen in der Klassezeit von 1:14:36 Std.

Gunnar Feicht

Trotz Pfützen, Matsch und Dauerregen: Exakt 999 Läuferinnen und Läufer haben die anspruchsvolle Prüfung gemeistert. Foto: Nico Seifert

Da muss selbst der sieggewohnte Vorjahreserste Elias Sansar mit drei Minuten Rückstand respektvoll Abstand halten, dicht gefolgt vom immer stärker werdenden Bielefelder Patrick Boehme (TSVE). Als schnellste Frau wiederholt Franzi Bossow aus Werther (TSVE) ihren Vorjahressieg und unterstreicht mit 1:24:46 Std. auf der schweren, mit 490 Höhenmetern gespickten Strecke ihre gute Form der Herbst- und Wintermonate. Nur acht Männer sind schneller. Bossow siegt klar vor den beiden Bielefelderinnen Jessica Volkmann und Vanessa Ohm.

Hoffmann stürmt bergan

Benedikt Hoffmann verknüpft den Besuch bei seinen Eltern in Recklinghausen mit einem Tempolauf im Teuto und hüllt sich hinterher im Ziel zufrieden in die wärmende Jacke: »Eine abwechslungsreiche Strecke. Ich habe schnell gemerkt, dass ich einen guten Rhythmus habe und die Bergaufpassagen liegen mir ja ohnehin«, sagt der 33-Jährige, der mit seiner jungen Familie eigentlich in Stockach am Bodensee zuhause ist. 490 Höhenmeter auf 21 km – für den schnellen Chemie-, Bio- und Erdkunde-Lehrer ein Klacks, denn er gehört seit 2013 der Berglauf-Nationalmannschaft an, war mehrfach bester Deutscher bei Weltmeisterschaften in dieser Disziplin und steht auf der flachen Marathonstrecke mit einer Bestzeit von exakt 2:20 Std. zu Buche.

999 Teilnehmer im Ziel

»Das war ein seht guter Test für die Deutschen 50-km-Meisterschaften Ende März in Bayern«, verabschiedet sich Hoffmann zur provisorischen Siegerehrung. Im Oktober 2018, beim Marathon rund um den Essener Baldeney-See, hat Sieger Hoffmann in 2:24:21 Std. im Ziel 45 Sekunden Vorsprung auf den zweitplatzierten Elias Sansar gehabt, diesmal sind es gut drei Minuten. »Mir fehlt im Moment noch etwas Grundschnelligkeit, ich werde noch einige 10-km-Rennen bestreiten«, sagt der elffache Hermannslauf-Sieger zum Stand der Vorbereitungen auf seinen Saisonhöhepunkt und gratuliert dem Erstplatzierten fair zum deutlichen Sieg.

Ausrichter LC Solbad Ravensberg freut sich bei der 45. Auflage seiner Traditionsveranstaltung über 999 Aktive (1000 ist das Teilnehmerlimit) im Ziel, wobei der Hauptlauf mit 831 trotz des Hundewetters eine tolle Resonanz verzeichnete. »Es gab keine gravierenden Verletzungen, die Strecke war wegen des trockenen Wetters in den Wochen zuvor in gutem Zustand. Das Gastspiel von Benedikt Hoffmann hat das sportliche Niveau zusätzlich aufgewertet«, freut sich LC-Vorsitzender Hubert Kaiser auch für das Helferteam: Der große Organisationsaufwand hat sich wieder einmal gelohnt.

Bossow bester Stimmung

Trotz klammer Finger und der nassen Kälte – hochzufrieden ist auch Halbmarathon-Siegerin Franzi Bossow mit ihrem Lauf: »1:24 sind eine Superzeit, nachdem ich gestern wegen Magen-/Darmproblemen noch Bedenken hatte. Auch die Unterstützung der anderen Läufer auf dem Teil der Strecke mit Begegnungsverkehr war super.« Die 31-Jährige aus Werther, die derzeit bis zu 130 Laufkilometer pro Woche trainiert, sieht sich für ihre Saisonziele Hermannslauf (Ende April) und Langdistanz-Triathlon in Roth (7. Juli) voll im Plan.

Gut unterwegs ist auch der schnellste Lokalmatador aus dem Start- und Ziel-Ort Borgholzhausen: Daniel Knoepke läuft für den LC Solbad in 1:23:07 Std. auf Rang sieben und den zweiten Platz der Altersklasse M35 (hinter Sansar). Der WM-Teilnehmer im Mitteldistanz-Triathlon von 2018 scheint sein Saisonziel, »mal einen richtig guten Marathon zu laufen«, erreichen zu können.

Zwei-Stunden-Kandidaten

Hermannslauf-Ambitionen hat Ingmar Lundström, der gestern seiner Siegesserie über die 12,5 km-Kurzdistanz in Pium einen weiteren Erfolg anfügt. »Noch einmal den ›Hermann‹ unter zwei Stunden laufen – dafür muss ich einiges tun. Ich setze im Training viel auf längere Distanzen mit Endbeschleunigung«, verrät der Routinier aus Isselhorst (Jahrgang 1971). In 45:30 hat er im Ziel 1:20 Min. Vorsprung auf Murat Bozduman (M35-Sieger) und 1:50 auf den drittplatzierten Tobias Eßbach (Erster der M20).

Der Steinhagener Eßbach, der aus beruflichen Gründen als Bankangestellter inzwischen in Düsseldorf wohnt, vermisst am Rhein ein wenig die Teuto-Berge. »Dafür lief es heute richtig gut. Ich hoffe, dass ich beim Hermannslauf Ende April die Zwei-Stunden-Grenze knacken kann«, erklärt Eßbach, im Vorjahr 20. beim »Hermann« in 2:03:23. Gestern kann er sich im Ziel mit seiner Freundin Nina Haase freuen, die hinter ihrer Brackweder Klubkameradin Marlena Götza und Triathletin Jasmin Brammert (Endspurt Herford) bei den Frauen über 12,5 km ebenfalls Dritte wird. Mit 145 Finishern verzeichnet auch die kürzere Piumer Renndistanz ein Teilnehmer-Plus.

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