1. www.westfalen-blatt.de
  2. >
  3. Lokalsport
  4. >
  5. Borgholzhausen
  6. >
  7. Premiere für Piums Boxer

  8. >

Kreismeisterschaften: Leon Greber ist sogar in der Hauptklasse der Männer dabei

Premiere für Piums Boxer

Von Johannes GerhardsBorgholzhausen (WB). »Ich würde nie jemanden in den Ring schicken, der nicht entsprechend vorbereitet ist«, betont Mario Weichert, Trainer des Boxsportvereins Borgholzhausen. Offenbar ist jetzt für einen Teil seiner Schützlinge der richtige Zeitpunkt gekommen, um sich mit anderen Boxsportlern aus der Region zu messen.

Volle Konzentration vor dem ersten Kampf: Zum ersten Mal nehmen Boxsportler aus Borgholzhausen an einer Kreismeisterschaft teil. Von links Trainer Mario Weichert, Thorben Marschner (U15), Mohammed Belal Salimi (U19), Alexander Mock (U17), Vorsitzende Yvonne Weichert, Leon Greber (M), Elisabeth Cherkasov (U15) und Maximilian Unrau (U17). Foto: Johannes Gerhards

Ursprünglich habe man mit dem Fitness-Boxen begonnen. Aber weil es immer mehr Nachfragen für Olympisches Boxen gab, wurde vor drei Jahren der Verein in Borgholzhausen gegründet. »Boxen ist ein Sport für alle, der olympische Gedanke ist uns wichtig« heißt es auf der Webseite des Vereins. Ein weiterer Wahlspruch lautet: »Wer sich für das Boxen entscheidet, arbeitet an der kämpferischen Seite seiner Persönlichkeit«.

Der Klub hat inzwischen 51 Mitglieder, die aus dem gesamten Altkreis, aber auch aus Herford und den benachbarten niedersächsischen Kommunen kommen. Bereits im Kindesalter kann man mit vorbereitenden Koordinationsübungen beginnen und sich den richtigen Stand, die korrekte Haltung und eine sichere Deckung aneignen, berichtet die Vorsitzende Yvonne Weichert. »Viele Jugendliche haben zwischendurch mal das Fitnessstudio ausprobiert, kommen aber jetzt doch wieder zu unserem Training, weil sie die Atmosphäre zu schätzen wissen«, hat sie festgestellt. Auch wenn Kampfsport allgemein zur Selbstsicherheit beitragen könne, sei Boxen für sie kein geeignetes Mittel, um sich im Alltag wichtig zu machen.

Für die jetzt anstehenden Kreismeisterschaften in Ibbenbüren (26. Januar) und Lengerich (9./10. Februar) liegen 198 Meldungen vor. In diesem Fall umfasst der Begriff Kreis allerdings die Boxbezirke Münster und Detmold mit insgesamt 33 Vereinen. 22 davon schicken Sportler unterschiedlicher Altersklassen in den Ring. Sieger und von Sportwarten ausgewählte Boxer qualifizieren sich für die Westfalenmeisterschaften am 24. März in der Borgholzhausener Sporthalle. Allerdings sind dabei nur erwachsene männliche und weibliche Boxsportler startberechtigt.

Das nominierte Aufgebot für die Kreismeisterschaften umfasst sechs »Piumer« Debütanten. Leon Greber tritt bereits in der Hauptklasse der Männer an und wäre – einen Erfolg vorausgesetzt – sogar beim Heimspiel in eigener Halle kampfberechtigt.

»Sicherheit steht im Vordergrund, beim Boxen sitzt grundsätzlich ein Arzt am Ring, und in den Nachwuchsklassen sind Mundschutz, Kopfschutz und Tiefschutz Pflicht«, sagt Mario Weichert, ehemaliger Juniorenmeister der DDR und heute B-Trainer in Borgholzhausen. Zusammen mit Sascha Mock, der die C-Lizenz besitzt, leitet er die wöchentlichen Trainingseinheiten und betreut die Sportler auch beim Wettkampf. Dabei ist auch der Psychologe in ihm gefragt, denn Boxen sei neben körperlicher Fitness auch Kopfsache – unmittelbar vor und besonders während des Kampfes.

»Wir werden die Teilnahme an den Kreismeisterschaften nutzen, um Erfahrungen zu sammeln, damit wir im nächsten Jahr noch erfolgreicher sein können«, legt Mario Weichert die Latte zunächst etwas tief. Schließlich starten seine Jungs und ein Mädchen mit ihren null Kämpfen zunächst in der Leistungsklasse C. Nach sieben Siegen würde man in die Kategorie B aufsteigen, mit mehr als 14 Siegen erreicht man Klasse A. Erst ab 24 Siegen darf sich ein Boxer zur Eliteklasse rechnen. In Borgholzhausen dominiert aber vorerst der bekannte olympische Gedanke »Dabei sein ist alles«.

Startseite