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Für den FSV Gütersloh startet das Abenteuer eingleisige 2. Bundesliga

Alles eine Frage der Perspektive

Gütersloh (WB). Keine Frage, der FSV Gütersloh gehört mit 13 absolvierten Spielzeiten zu den Dauerbrennern der 2. Bundesliga im Frauenfußball. Doch wo steht das ostwestfälische Urgestein eigentlich, bevor am Sonntag um 11 Uhr gegen Bundesliga-Absteiger USV Jena in der Tönnies-Arena die neue Saison in der eingleisigen 2. Liga angepfiffen wird?

Christian Bröder

Blickt mit dem FSV Gütersloh einer spannenden Spielzeit entgegen: Für Geschäftsführer Michael Horstkötter und seinen Klub startet am Sonntag die Premieren-Saison der eingleisigen 2. Bundesliga, in der es zu Beginn gegen den USV Jena geht. Foto: Wolfgang Wotke

»Ja, das ist die große Frage. Das fragt sich vermutlich jeder in der Liga, aber so richtig beantworten lässt sich das erst nach vier oder fünf Spielen«, sagt der neue Trainer Mark Oliver Stricker (46), dessen Klub im Jahr 2004 ebenso Gründungsmitglied der zweigleisigen 2. Liga gewesen ist wie nun 14 Jahre später des neuen eingleisigen Unterhauses.

»Gerade so reingehüpft« und deshalb auch Außenseiter

Da Gütersloh erst am letzten Spieltag der vergangenen Saison in die Klasse »mal gerade so reingehüpft« sei, bleibt Stricker bei seiner Annahme, mit dem FSV dem Außenseiter-Status zu unterliegen.

Mit blutjungem Kader gegen viele »Unbekannte« in hochgerüsteter 2. Liga

Tatsächlich kann einem angesichts vieler weiterer Umstände Angst und Bange werden: Gütersloh tritt in einer hochgerüsteten 2. Liga mit den Bundesliga-Absteigern 1. FC Köln und Jena sowie »unbekannten« Kontrahenten aus der einstigen Süd-Staffel und selber mit einem blutjungen Aufgebot an. Trainer Stricker prognostizierte zum Trainingsauftakt die Chancen auf den Klassenerhalt auf »höchstens fünf Prozent«. Er selber verweist auf den Abgang von Marie Pollmann, »einer Schlüsselspielerin der vergangenen Jahre« – sowie drei weiterer Kräfte. Und was tut sein Klub?

Wille und Klett: Neuzugänge fehlen an ersten drei Spieltagen

Er verpflichtet zwei externe Neuzugänge, die erst mal nicht zur Verfügung stehen: Lia-Coleen Wille vom Bezirksligisten (!) Vellern fehlt aufgrund eines länger geplanten Indonesien-Urlaubs die ersten drei Partien. Torhüterin Manon Klett (VfL Wolfsburg II) erholt sich aktuell von einer Verletzung. Zwar hat der FSV noch reagiert und mit Jannika Schormann (SF Baumberg) eine weitere Schlussfrau verpflichtet, sie ist jedoch noch nicht spielberechtigt.

Michael Horstkötter

Klingt alles schwer nach Abstiegskampf, doch es scheint eine Frage der Perspektive zu sein. Geschäftsführer Michael Horstkötter sagt mit dem Blick durch die Vereinsbrille: »Wir sind trotzdem sehr optimistisch. Unsere Zielsetzung ist es, uns in der Liga zu finden. Ich sehe uns zwischen Platz zehn und acht – auch, weil ich vom Trainer total überzeugt bin.«

»Mo« Stricker setzt auf Unbekümmertheit

»Mo« Stricker, der auf Selbstdisziplin erfordernde »Heimarbeit«, einen laufintensiven Spielstil im bevorzugten 3-5-2-System sowie einen trainingsfreien Montag setzt, ist in der Tat mit seiner Art und Erfahrung einiges zuzutrauen. Der Bielefelder, für den der SV Meppen absoluter Titelfavorit ist, weiß um die besseren Möglichkeiten anderer Klubs. Er hat aber auch seine eigene Sicht der Dinge: »Wir werden nie fußballerisch dominieren und haben eine super-junge Truppe, aber unser Vorteil ist: Wir haben auch nichts zu verlieren. Wir sind vergleichbar mit Huddersfield oder den Isländern bei der letzten EM – da haben sie immerhin England weggehauen.«

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